Acacia - Tills doeden skiljer oss at

Acacia

Band: Acacia

Album: Tills doeden skiljer oss at

Label: Art of Propaganda

Release Date: 01.07.2013

Genre: Blackened Doom Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:

01. Död mans mas
02. Förnimmelsens Lund Af Längtan
03. Amourens Redoxreaktion
04. Egocentrisk Isolation
05. Tills Döden Skiljer Oss Åt

Lineup:

Andreas Thorén - Guitars, Bass, Vocals
Christian Larsson - Guitars, Bass, Vocals
Ulf Nylin - Vocals
Seiya Ogino - Piano
Richard Schill - Drums
Moa Thorén - Vocals

Besten Dank an Portus Musica für diesen kleinen Geheimtipp

Beurteilung

ACACIA aus Schweden bestehen zu einem großen Teil aus ehemaligen SHINING-Mitgliedern. Nicht zuletzt aus diesem Grund dürfte „Tills doeden skiljer oss at“ für all diejenigen interessant sein, die Kvarforths musikalischer Entwicklung eher skeptisch gegenüberstehen. Das spielerische Können scheint den Musikern somit allerdings fast schon bestätigt zu sein. Ich selbst bin wirklich gespannt, ob es ACACIA schaffen, mehr zu sein, als nur ein Abklatsch der schwedischen DSBM-Hardliner. Schon fast andächtig  warte ich deshalb auf die ersten Töne aus meiner Anlage…

 … und was darf ich berichten? Mit SHINING hat diese Musik, bis auf die depressive Grundstimmung, wirklich nichts gemeinsam. Geboten wird ein doomiger Sound, der auch ohne weiteres von MY SHAMEFUL stammen könnte. Langsame Gitarren werden von den tiefen Rhytmusinstrumenten begleitet und schaffen einen Klangbogen, der am ehesten mit den Worten „schön traurig“ beschrieben werden kann. Immer wieder werden progressive Passagen mit Pianoklängen und gezupfter Gitarre eingefügt, wodurch die Songs eine gewisse Dynamik verliehen bekommen. Trotz der verhältnismäßig langen Spielzeiten wirken die Titel zu keinem Zeitpunkt überladen oder in die Länge gezogen. Stattdessen  wird schon nach wenigen Minuten des Zuhörens deutlich, dass diese Kompositionen mit viel Fingerspitzengefühl geschrieben wurden.

Gesanglich wird ein ähnlich breites Spektrum geboten wie musikalisch. Tiefe Growls und vereinzelte Keifgesänge wechseln sich mit cleanen Vocals ab. Hierbei kommen sowohl Männer- als auch Frauenstimmen zum Einsatz. Hintergrundchoräle (ähnlich ALCEST oder LES DISCRETS) ergänzen dieses Zusammenspiel verschiedenster Stimmlagen noch um eine weitere Komponente. Gerade diese Vielseitigkeit verleiht dem Album seinen besonderen Charme. Jazz, Blackmetal und Rockmusik werden auf eine einzigartige Weise miteinander verwoben, ohne hierbei künstlich zu klingen. Die Kombination mehrerer Stilrichtungen scheint mir in diesem Fall mehr als nur geglückt zu sein,

Es ist schwer, „Tills doeden skiljer oss at“ angemessen beschreiben zu sollen. Am ehesten lässt sich der Sound wohl mit VRANOROD oder HERETOIR vergleichen. Insgesamt bleibt jedoch festzuhalten, dass ACACIA ihre ganz eigene Schublade schaffen. Hörenswert ist das Album wohl in erster Linie für Liebhaber ruhiger und düsterer Klänge. Fans von Ambient, Black- sowie Doommetal sollten sich  bedenkenlos mit dieser Musik auseinandersetzen können.

Fazit: ACACIA verzichten auf großen Bombast und spektakuläre Experimente. Weder Orchester, noch Keyboard oder exotische Samples verleihen dem Album ein besonderes Flair. Das hat „Tills doeden skiljer oss at” überhaupt nicht nötig. Hingegen sorgt ein detailverliebtes Songwriting für ein authentisches Hörerlebnis, in dem alle Emotionen von Wut über Trauer bis hin zu freudiger Erregung gestreift werden. Bei diesem Album kann bedenkenlos zugegriffen werden.

Hardy für Lady-Metal.com