Agathodaimon - In Darkness

Agathodaimon

Band: Agathodaimon

Album: In Darkness

Label: Massacre Records

Release Date: 28.06.2013

Genre:
Dark Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. In Darkness (We Shall Be Reborn)
02. I’ve Risen
03. Favourite Sin
04. Oceans Of Black
05. Adio
06. Somewhere Somewhen
07. Dusk Of An Infinite Shade (Amurg)
08. Höllenfahrt der Selbsterkenntnis
09. Adio - Acoustic Version (Bonustrack)

Lineup:
Ash - Vocals
Sathonys - Guitars, Vocals
Thilo Feucht - Guitars
Till Ottinger - Bass
Manuel Steitz - Drums

Besten Dank an Massacre Records zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

AGATHODAIMON sind über die Jahre zu einem der führenden Exportschlager der deutschen Darkmetal-Szene geworden. Im Gegensatz zu Bands wie EISREGEN, NACHTBLUT oder EWIGHEIM texteten die Mainzer allerdings stets in der englischen Sprache. Seit den ersten Demoaufnahmen („Carpe Nocten“ und „Near Dark“) und dem Debütalbum „Blacken the Angel“ nahmen die Blackmetal-Einflüsse zwar zunehmend ab und wurden durch Elemente aus dem Gothic- und Symphonic-Bereich ersetzt, wodurch sich die Fans jedoch nicht abschrecken ließen. Im Gegenteil – die Konzerte des flotten Fünfers scheinen hingegen stets mehr Jünger der Finsternis anzuziehen. Seit einiger Zeit steht nun das aktuelle Werk „In Darkness“ in den Läden und wartet auf Freunde der düsteren Todeskunst. Wir versuchen euch nun einen kleinen Einblick in das zu geben, was euch auf dieser Scheibe tatsächlich erwartet.

Die Platte startet mit dem Titeltrack und geht in die Vollen! Im fünften Gang wird ganz ungezwungen in einer hohen Geschwindigkeit begonnen. Keifgesang und Doublebase zeigen dem Hörer, dass AGATHODAIMON auch nach bald zwanzig Jahren (Gründungsjahr der Band war bereits 1995) wie eine Splitterbombe einschlagen können. In den folgenden Tracks wird diese Aggression deutlich reduziert und durch einen starken Keyboardeinsatz und cleane Vocals ersetzt. Songs wie „I’ve risen“ oder das darauffolgende „Favourite Sin“ erinnern dadurch stark an Combos wie CRONIAN, GRAVEWORM oder SOLEFALD. Gerade der Klargesang wirkt aufdringlich stark an den norwegischen Kollegen „Vintersorg“ angelehnt.

Spätestens mit dem Song „Oceans Of Black” wird der Midtempo-Bereich wieder verlassen, um einem Wechsel zwischen doomigen Passagen und wilder Raserei zu weichen. Diese Unberechenbarkeit erschafft Spannung und Faszination. Leider ist zu diesem Zeitpunkt schon beinahe die Hälfte der Spielzeit vorbei. Viel früher hätte ich mir diese Intensität und Experimentierfreude gewünscht. Diese Kritik bezieht sich aber in keinster Weise auf die spielerische Leistung der einzelnen Musiker. Diese waren zum Teil bereits in Kapellen wie NOCTE OBDUCTA oder ASARU aktiv und selbstverständlich hört man den Kompositionen auch die technische Vorerfahrung der Musiker an. Allerdings bringt das Songwriting kaum Ideen hervor, die nicht bereits auf den Vorgängeralben „Serpent’s Embrace“ oder „Phoenix“ zu hören waren.
 
Der Stil im Allgemeinen zeichnet sich auch diesmal durch eine gesunde Mischung aus verschiedenen Subgenres aus. So wurden Einflüsse aus Black-, Death-, und Gothicmetal zu einer bunten Kollage verbunden, die glücklicherweise an keiner Stelle wild zusammengeschustert wirkt. Stattdessen entsteht der Eindruck eines Designerschranks, welcher von einem Schreiner aus mehreren alten Möbeln gezimmert wurde und gerade diesem Umstand seine Einzigartigkeit verdankt.

Fazit: Bei „In Darkness“ handelt es sich um ein solides Darkmetal-Album, welches technisch durchaus gelungen umgesetzt wurde, allerdings von stärkerer Innovation hätte profitieren können. Fans, die sich eine konsequente Fortführung der letzten Releases erhofft haben, dürften sicherlich auf ihre Kosten kommen. Prinzipiell wird jedoch kaum etwas Neues geboten. Als besonders kreativ entpuppen sich in erster Linie die beiden Stücke „Oceans Of Black“ und „Dusk Of An Infinite Shade“, bei denen es sowohl Wechsel in Tempo und Vocals als auch in der Abmischung des Instrumentals gibt. Ein Aha-Effekt wie einst bei Haydns Paukenschlag-Symphonie bleibt somit leider aus. Trotzdem können gerade Fans der letzten Veröffentlichungen gerne ein Ohr riskieren.

Hardy für Lady-Metal.com