Ahab - The Boats of The Glen Carrig

Ahab

Band: Ahab
    
Album: The Boats of The Glen Carrig

Label: Napalm Records

Release Date: 28.08.2015

Genre: Doom Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. The Isle
02. The Thing That Made Search
03. Like Red Foam (The Great Storm)
04. The Weedmen
05. To Mourn Job

Lineup:
Daniel Droste - Vocals, Guitars
Christian Hector - Guitars    
Stephan Wandernoth - Bass
Cornelius Althammer - Drums

Besten Dank an Napalm Records zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

Wie ein riesiges Meeresungeheuer erhoben sich AHAB vor geraumer Zeit aus den Tiefen des schwarzen Metal-Untergrundes, um alles und jeden unter sich zu begraben. Wer einmal mit den Trümmern seines Schiffs bis auf den Grund der musikalischen See sank und das Ungetüm über sich an der Oberfläche treiben sah, kam nie wieder ganz von den tiefen Tönen der Schwaben los. So, genug Märchen erzählt, schließlich wollt ihr eine anständige Rezension lesen!!!??!!

Wer dachte, DREAM THEATER oder SEPULTURA hätten einen Hang zu Konzeptalben, hat scheinbar AHAB noch nicht als Referenzwert entdeckt. Ganze drei Studioalben beschäftigten sich mit dem Roman Herman Melvilles und malten dem gepeinigten Kapitän eine schaurige Hintergrundkulisse. Auf dem neuen Machwerk " The Boats of The Glen Carrig" wird erstmals Abstand von diesem Konzept genommen. Laut Aussage der Musiker war das Potential ausgeschöpft. Aber anstatt die Band aufzulösen, wird sich nun der nächste nautischen Prosa angenommen. Diesmal liefert die Vorlage der Fantasy-Autor William Hope Hodgson. Der Name des auserwählten Werkes wurde übrigens gleich als Titel für das erste Album dieser Schaffensphase verwendet. Wer sich also schon fragte, woher die CD ihren Namen trägt, ist nun zumindest um diese Information reicher.

Musikalisch bewegen sich AHAB in eben den feuchten Gefilden, in denen sie sich seit Bandgründung heimisch fühlen. Alte Fans werden auch von dem neuen Machwerk begeistert sein. So reichen beispielsweise auch diesmal wieder knappe fünf Songs aus, um eine respektable Spielzeit aus dem Hut zu zaubern. Die Gitarren spielen meist eine äußerst langsame Melodie, welche durch tiefe Growls und ein behäbiges Schlagzeug komplettiert wird.

Doch tatsächlich ist nicht alles beim alten geblieben. So setzt sich die Entwicklung fort, welche sich bereits auf "The Giant" abzeichnete. Deutliche Zeichen hierfür sind der stark erhöhte Anteil an cleanen Vocals sowie die stellenweise erstaunlich rockigen Gitarrenriffs. Letzteres weckt bei mir immer wieder Assoziationen zu OMEGA MASSIF (welche vor ihrer Auflösung auch zusammen mit AHAB live unterwegs waren).

Fazit: Ich selbst liebe die ersten Alben der Band. In erster Linie war ich stets von dem in Szene gesetzten Minimalismus und dem Hang zur musikalischen Wiederholung innerhalb der einzelnen Stücke angetan. Nach meinem persönlichen Geschmack bleiben diese Werke deshalb unerreicht. Es steht dennoch außer Frage, dass AHAB erneut ein düsteres Meisterwerk geschaffen haben. Ich vermute sogar, dass die Innovation und Spielfreude " The Boats of The Glen Carrig" zu dem neuen Lieblingsalbum vieler Fans werden lässt. Mir bleibt nichts weiter, als viel Spaß beim hören und genießen zu wünschen!

Hardy für Lady-Metal.com