ALESTORM - Sunset On The Golden Age

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Band: ALESTORM

Album: Sunset On The Golden Age

Label: Napalm Records

Releasedate: 01.August 2014

Genre: Pirate Metal

Rezensent: Torsten

Tracklist:
01. Walk The Plank
02. Drink
03. Magnetic North
04. 1741 (The Battle of Cartagena)
05. Mead from Hell
06. Surf Squid Warfare
07. Quest for Ships
08. Wooden Leg!
09. Hangover
10. Sunset on the Golden Age


Lineup:
Christopher Bowes - Vocals & Keytar
Dani Evans - Guitars
Gareth Murdock - Bass
Elliot Vernon - Keyboards
Peter Alcorn – Drums


Dank an Napalm Records für die Bereitstellung des Albums.

Beurteilung

ALESTORM – Die Schotten haben ihren ganz eigenen Bandsound in der Szene etabliert und beweisen mit ihrem neuen Album „Sunset on the Golden Age“ aufs Neue, dass der richtige Kurs anliegt. Die holzbeinigen Seeteufel um Steuermann Chris Bowes betreiben auf ihrem vierten Studiorelease etwas Feintuning auf hohem Niveau und kommen hörbar gereifter aus den Lautsprechern.
Das Grundkonzept ist, im Vergleich zu den vorherigen Releases, etwas härter, aber sonst identisch. 

Man kann diese musizierende Meute lieben oder hassen.
Wer auf Schunkelmelodien und folkigen Anleihen, Schifferklavier, dreckig eindringliche Hymnen und eine musikalische Mischung aus Power- und Thrash-Metal-Elementen steht, hat bei diesem Album auf dem richtigen Seelenverkäufer angeheuert.

Schon der Opener „Walk The Plank“  kommt mächtig heavy daher.
Überhaupt fallen die Riffs auf „Sunset On The Golden Age“, wie oben schon erwähnt, so thrashig wie noch nie aus. Sturmflutartige Shanties, „Magnetic North“ oder „Quest For Ships“ gehen, gekreuzt von punkiger Piraten-Anarchie ala „Wooden Leg, in eher epische Nummern wie „1741“ über. Das ganze Album bietet reichlich Abwechslung ohne den Faden zu verlieren...blablabla;  ...oder einfacher ausgedrückt: Zeit zum Rum bunkern und nachfüllen ist gegeben. 

Ups, ein Cover. Ansich kein Thema, aber mit er Nummer 9 „Hangover“, ursprünglich von TAIO CRUZ, ein genrefremdes „Krachwerk“ welches man im Original höchstens 3 Sekunden ohne die Symptome einer amtlichen Seekrankheit zu erfahren ertragen kann, wird dank ALESTORM ein potenziell ebenso unhörbares Waterboarding-Folterinstrument. Pirates meets Ballermann.
Da bleibt keine Augenklappe trocken. 

Fazit:

Mit ihrem neuen Album servieren ALESTORM die Essenz aus allem, was sie bis dato ablieferten, und geizen dabei nicht mit Humor und Selbstbewusstsein. Weiterentwicklung mag man es nennen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Gitarrist Dani Evans zu seinen, ohnehin schon immer irrwitzigen Leads, hier ein weiteres Segel setzt, sondern auch daran, dass die mit dem „Best New Pirate Metal Band“ Grammy ausgezeichnete Band auf Album Nummer Vier noch mehr Routine beim Technischen und Songwriting beweist.

Von Songs die nicht mehr aus dem Ohr gehen wollen, Stimmung pur, über authentische Instrumente wie Flöte oder Akkordeon, über Gameboy Sound 1741 bis „Hangover“, ist alles dabei. Leinen los, Schiff AHOI!