Altaar - Altaar

lady-metal.com

Band: Altaar

Album: Altaar

Label: Indie Recordings

Release Date: 26.02.2013

Genre: Doom Metal

Rezensent: Chris

Tracklist:
01. Tidi Kjem Aldri Att
02. Dei Absolutte Krav Og Den Absolutte Nade

Lineup:
Andreas Tylden - Guitar, Vocals
Sten Ove Toft - Electronics, Guitar, Piano
Espen T. Hangard - Guitar, Synth, Vocals
Didrik Telle - Bass
Kenneth Lamond - Drums

Danke an Indie Recordings für das zur Verfügung stellen des Materials.

Beurteilung

Wie nur zwei Titel? Und die auch noch in Überlange? Das waren die ersten Gedanken, die mir durch den Kopf schossen, als ich das neue Machwerk von ALTAAR das erste Mal erblickte. Die Gruppe selbst war bis zu diesem Zeitpunkt unbekannt. Sie kommen aus Norwegen und blicken bisher auf eine Tape-Veröffentlichung zurück, die in zwei Pressungen aus den Jahren 2009 und 2010 stammt. Da ist es doch durchaus mutig sein erstes Longplay-Debüt auf gerade mal zwei monströse Doom-Stücke auszurichten.

Doch diese kleinen Bedenken wurden wie im Vorbeigehen vom Fünfergespann in Grund und Boden getrampelt. Die Gründe dafür sind vielseitig, wie das Album und die Formation dahinter selbst. Minutenlang schleppen sich traditionelle Doom-Passagen gar wellenartig durch die Membran, um dann von psychedelischen Klängen oder wabernden Drone-/Ambient-Sequenzen durchbrochen zu werden. Ja, teilweise sogar in vermeintlich trauter Zweisamkeit zu verschmelzen. Die Parts bestehen nebeneinander und sind doch irgendwo eins. Mit einer fast unnachahmlichen Intensität erdrücken einen die Stücke in ihrer Vielschichtigkeit, die doch wiederum primitiv und monoton ist. Stück eins ist dabei komplett instrumental gehalten, während in Song zwei auch gesängliche Ergüsse ihre Niederkunft finden. Persönlich hätte ich diese nach dem fulminanten und majestätischen ersten Song aber auch nicht mehr gebraucht.

Fazit: Die Stärke von ALTAAR liegt in der Verschmelzung purer Monotonie, vertrackter Vielschichtigkeit und emotionalen Kneipp-Bädern der Extraklasse. Wenn man wirklich etwas ankreiden möchte, dann wird es wohl den Gesang treffen, der die wahre Schönheit der Instrumental-Darbietungen zunichte macht. Wenn dich Musik wie diese verstört zurück lässt, dann hat sie ihr Ziel erreicht. Insgesamt sollten Freunde von Doom Metal und Post Rock sich dieses Scheibchen mindestens zu Gemüte führen, wenn nicht gar in den heimischen CD-Schrank stellen. Von dieser Truppe wird und muss man in den kommenden Jahren noch einiges hören. Beschließen möchte ich dieses Review mit einem Zitat von Bandmitglied Toft: "The listeners sense of meaning, or search for symbolism, is of more importance than our concept."

Chris für Lady-Metal.com