Amplifier - The Octopus

Amplifier

Band: Amplifier

Album: The Octopus

Label: Ampcorp

Release Date: 18.02.2011

Genre: Alternative/Progressive Rock

Rezensent: Chris

Tracklist:

CD1
01. The Runner
02. Minion's Song
03. Interglacial Spell
04. The Wave
05. The Octopus
06. Planet Of Insects
07. White Horses At Sea/Utopian Daydream
08. Trading Dark Matter On The Stock Exchange

CD2
01. The Sick Rose
02. Interstellar
03. The Emperor
04. Golden Ratio
05. Fall Of The Empire
06. Bloodtest
07. Oscar Night/Embryo
08. Forever And More

Lineup:
Sel Balamir - Vocals, Guitar
Neil Mahony - Bass
Matt Brobin - Drums

Beurteilung

Ein Kritikerliebling zu sein ist wahrlich kein einfaches Unterfangen. Die Presse lobt einen in den höchsten Tönen - die Allgemeinheit kriegt davon aber nicht sehr viel mit (oder missachtet es gekonnt). Die Briten von Amplifier passen genau in diese Kategorie. Doch mal Hand auf's Herz: Diese Eigensinnigkeit und Verspieltheit hat im Mainstream keinen Platz. Mit "The Octopus" lösen sich Amplifier von allen Zwängen und streuen ihre Musik über das selbstgründete Label unter die Leute.

Ein großes (achtarmiges) Projekt ist diese Veröffentlichung definitiv. Die neugewonnene Freiheit beschwert eine künsterlische Losgelöstheit, die gleich für ein Doppelalbum mit knapp zwei Stunden Spielzeit gesorgt hat. Ob Alternative, Progressive, Post oder Art Rock? Alles egal! Es gibt keine Grenzen. Songs unter fünf Minuten? Wenn es passen sollte. Gerne aber um einiges länger.

Ein richtiger Brocken ist dieses Ungetier geworden. Schwer zu fassen - textlich und musikalisch. Aber auf jeden Fall eines: faszinierend. Zahlreihe ruhige Phasen und Stromschnellen lassen einen in einem Klangfluss treiben.

Sal Balamir hat sein ganzes Herzblut in diese Scheibe gesteckt. Zumindest ist es genau das, was einem beim Hören der Platte(n) in den Sinn kommt. Es ist einfach real. Nicht überladen und an der Basis. Stimmung und Atmosphäre sind wichtiger als das Schaulaufen der eigenen Fertigkeiten. Stellenweise denkt man da durchaus an Porcupine Tree - ohne das Wilson-Gen für perfektionistisch ausgeklügelte Werke.

Fazit: Dieses Album ist nicht nur Musik - es ist ein Gesamtkunstwerk, dem man volle Konzentration schenken sollte. Nein, man muss es einfach. "The Octopus" ist ein Geschenk für jeden Musikliebhaber und sollte dementsprechende Aufmerksamkeit bekommen. Es bedarf kaum mehr Worten - denn das Untier aus den Tiefen des Ozeans muss einfach erlebt und gefühlt werden. Und wie heißt es doch so schön? "Wenn du interessant werden möchtest, lass dich entdecken." Und es gibt viel zu entdecken auf diesem 2CD-Werk.

Chris für Lady-Metal.com