Aosoth - IV: An Arrow in Heart

aosoth

Band: Aosoth

Album:
IV: An Arrow in Heart

Label:
Agonia Records

Release Date:
16.04.2013

Genre:
Black Metal

Rezensent:
Chris

Tracklist:

01. An Arrow in Heart
02. One With The Prince With A Thousand Enemies
03. Temple of Knowledge
04. Under the Nails and Fingertips
05. Broken Dialogue 1
06. Broken Dialogue 2
07. Ritual Marks of Penitence

Lineup:
MkM - Vocals
Bst - All instruments
Inrvi - Bass

Danke an Agonia Records für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

AOSOTH kommen aus Frankreich und spielen Schwarzmetall. Bereits 2009 hatte ich die Formation mit "Ashes of Angels" zum Rezensieren vorliegen. Mittlerweile hat sich aber doch einiges gewandelt. Von einem Projekt, bestehend aus einer Person, ist AOSOTH zu einer dreiköpfigen Band angewachsen. In der musikalischen Richtung hat sich dagegen, zumindest vom Grundprinzip, nichts geändert.

Los geht es dann direkt mit dem Titelsong des vierten Studioalbums "IV: An Arrow in Heart". Es werden keine Gefangenen genommen und doch sind schon hier einige Unterschiede zum 2009er Werk zu vernehmen. Der Gesang ist tieflagiger gepolt und auch die Musik nimmt gerne mal einen Gang raus. Ja, da sind fast Doom-Referenzen zu ziehen - rein aufgrund der Schwerfälligkeit, indem es vor sich hin donnert. Zum Ende hin kann man auch noch leichte Ambient-Einflüsse sein Ohr erreichen lassen. In einem ähnlichen Fahrwasser schippert man weiter durch die Meere und Ausläufer des schwarzgeprägten Metalls. Immer mit mit genug Raum für ausgedehnte Instrumentalparts, was mir hier besonders gefällt. Die Vocals gestalten sich im weiteren Verlauf als passend, aber doch irgendwie Black Metal-untypisch. Nach fast schon monotonen Schwermutanfällen wird aus dem Nichts richig losgeschossen. Das Schlagzeug wummert, die Gitarren schneiden. Aber am Wichtigsten: Zu jeder Zeit passt die Atmosphäre dieses Werks. Beklemmend, wütend, depressiv, schwerfällig, mitreißend. Da schließt sich auch das Cover-Artwork nathlos an, dass ich hier ganz besonders passend finde. Die Highlights des Albums sind der 11-minütige Titelsong und der abschließende 15-Minütling "Ritual Marks of Penitence".

Fazit: Die Franzosen haben keinesfalls ihre Wucht, Aggressivität und den Hass vergangener Tage verloren. Jedoch wissen AOSOTH gekonnt, an den richtigen Stellen mal das Tempo rauszunehmen und auch mal nur Musik wirken zu lassen. Damit bauen sie eine schauderhafte Atmosphäre auf, die nicht nur zu begeistern weiß, sondern auch für die ein oder andere Gänsepelle gut ist. Vor allem der Aufstieg zu einem Trio verschafft dem Klangkonstrukt mehr Tiefgang und eine vehement gesteigerte Bandbreite. Alles in allem geht "IV: An Arrow in Heart" konsequent den Weg des Vorgängers "III" weiter. Wer die Band noch nicht kennt, für den kann man hier gerne kleinere Referenzen zu den Landsmännern Blut aus Nord ziehen. Zweifelsohne eines der BM-Highlights des Jahres 2013. Abschließend bleibt zu sagen, dass sich ein Satz aus meiner letzten AOSOTH-Review gewandelt hat: "Wo der Hass regiert, da ist auch Platz für Schönheit."

Chris für Lady-Metal.com