Arckanum - Fenris Kindir

lady-metal.com

Band: Arckanum

Album: Fenris Kindir

Label: Season of Mist

Release Date: 10.05.2013

Genre: Black Metal

Rezensent: Chris

Tracklist:
01. Fenris Kindir Grúa
02. Tungls Tjúgari
03. Dólgrinn
04. Hatarnir
05. Hamrami
06. Fenris Gangr
07. Vargøld
08. Angrboða
09. Úskepna
10. Spell
11. Sólbøls Sigr

Lineup:
Shamaatae - all instruments and vocals

Danke an Season of Mist für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Mein Streifzug durch die weiten Gefilde des Black Metal, und damit mein Interesse an diesem Genre, begann im Jahr 2011. Vielleicht ist es dennoch eine kleine Peinlichkeit, dass mir ARCKANUM vorher nicht mal namentlich ein Begriff waren. Das schwedische Ein-Mann-Projekt konnte mich zu diesem Zeitpunkt mit "Helvitismyrkr" ziemlich beeindrucken und somit schätze ich es sehr, nun das nächste Werk vorliegen zu haben.

"Fenris Kindir" besticht durch ein außerwöhnlich simples Cover, dass auch gut und gerne den Horrorfantasien eines psychisch labilen Grundschulkindes entsprungen sein könnte. Halten wir uns damit mal nicht weiter auf und kommen lieber zur Musik. Mit Tungls Tjúgari, Peter Asp, Lena Klarström, Ljuder-Stefan Westberg, und Olof Lindberg haben einige namhafte Künstler Gastbeiträge zu diesem Release abgeliefert. Da ich der schwedischen Sprache selbst nicht mächtig bin, muss ich mich zu diesem Thema ans mitgelieferte Promosheet halten. Dieses sagt mir, dass sich die Texte mit Ragnarök, dem Ende aller Tage, beschäftigen. Dem Zeitpunkt, wenn die alten nordischen Götter sich in einer finalen Schlacht befinden, die Menschheit im Feuer brennen wird und alles Land in den Ozeanen versinkt. Dies ist der Moment, wenn ein gigantischer Wolf sich von seinen Ketten befreit und die Sonne und den Mond verschlingt. Und der Name dieser Kreatur ist Fenrir. Damit geht Herr Shamaatae den Weg des Vorgängers weiter, das Hel, der Herrscherin der Unterwelt, gewidmet ist.

Musikalisch besitzt dieses Album grundsätzlich schon den eher räudigen ARCKANUM-Charme. Jedoch sind die Songs im Vergleich zum Vorgänger ziemlich kurz und bündig ausgefallen. Atmosphärischen Parts wird nur selten (wie im Instrumental "Hamrami") ein vordergründiges Auftreten gewährt. Man konzentriert sich eher auf schnelle, zielorientere Knüppler, die man durchaus zur Neckbreaker-Fraktion zählen darf. Passt aber somit auch gut zur Thematik, dass die Songs kurzen Prozess mit allem machen, dass nicht niet- und nagelfest ist. Der Fenriswolf kannte schließlich auch kein Erbarmen mit den lebensspendenden Himmelskörpern. Gelegentlich werden weibliche Vocals eingestreut ("Angrboda") oder eine zweite männliche Stimme hinzugenommen ("Vargold"). Einige Songs warten mit eher ausgefallenen Instrumenten wie Nyckelharpa oder Hörnern auf ("Tungls Tjúgari").

Fazit: Mit "Fenris Kindir" liegt ein ambitioniertes Black Metal-Werk aus dem Hause ARCkANUM vor, dass von reichlich Erfahrung und musikalischem Können zehrt. Doch leider ist das eben nicht immer alles was zählt. Die experimentelleren Teile des Vorgängers wurden ziemlich zurückgefahren und geben somit zu großen Strecken einer musikalischen Ausrichtung Spielraum, die der gemeine Metaljünger als "Raw Black Metal" bezeichnen würde. Und auch wenn es jetzt komisch klingen mag, macht es dieses Werk damit auch fast schon zu geradlinig. Zu straight ist es in seiner Zielsetzung, zu versiert in der Ausrichtung. Schade eigentlich, denn somit kann man diesem wirklich hoffnungsvollen Projekt dieses Mal nur ein gut bis durchschnittlich attestieren.

Chris für Lady-Metal.com