Ashes you leave - The Cure for Happiness

Ashes you leave

Band: Ashes you leave

Album:
The Cure for Happiness

Label: Rock'n'Growl Records

Release Date: 29.11.2012

Genre: Doom Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:

01. Devil in Disguise
02. Only Ashes You Leave
03. For the Heart, Soul and Mind
04. The Ever-changing
05. Meant to Stray
06. Summer’s End
07. Reality Sad
08. The Cure
09. ...for Happiness

Lineup:
Giada “Jada” Etro – Vocals
Berislav “Bero” Poje – Guitars, Vocals
Matija Rempesic – Guitars
Marta Batinic – Violin
Luka Petrovic – Bass , Vocals
Sasa Vukosav – Drums

Besten Dank an Rock'n'Growl Records zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

Die kroatischen Deather um ASHES YOU LEAVE haben schon seit geraumer Zeit den Knüppel zurück in den Sack gepackt und ihre Taktik gewechselt. Anstatt das Opfer mit gezielten Schlägen auszuschalten wird nun versucht den Hörer mit einer schleichenden Melancholie anzustecken, die ihn langsam zermürbt. Diesem Schema treu geblieben steht nun auch das aktuelle Album „The Cure for Happiness“ in der Tradition seiner beiden Vorgängeralben „Fire“ und „Songs of the Lost“.

Der Gesang beschränkt sich diesesmal beinahe ausschließlich auf die kraftvolle Stimme von Frau Jada. Die animalischen Growls werden nur noch als dezentes Stilmittel eingesetzt und erinnern lediglich in Ansätzen an die Anfänge der Band. Das stört allerdings in keinster Weise, da sich die Leadsängerin nicht mit extravaganten Gesangseinlagen verkünstelt und es somit schafft eine absolut souveräne Leistung abzuliefern.

Musikalisch wird eine Mischung aus Doommetal und Gothrock gespielt, welche immer wieder mit heavy Gitarrenriffs angereichert wurde. Gerade die rockigen Elemente verschaffen Songs wie „For the Heart, Soul and Mind” einen regelrechten Ohrwurmcharakter, obwohl niemals die progressive Heimat verlassen wird.
Doch vorsicht wenn der Kopf zum Takt mitschwingt wie ein Metronom. Sobald der Hörer nämlich seine Augen schließt und genießen möchte, bohren sich die Doommetalmelodien in seinen Schädel, als wären sie eine rostige Schraube. Dieser Sound schafft es, zur selben Zeit zärtlich schön und auf eine morbide Art und Weise verstörend zu sein.

Eine kleine Besonderheit im Instrumental stellt übrigens die Violine dar. Zwar sind Streichinstrumente in der Rockmusik längst nichts außergewöhnliches mehr, allerdings sind mir nicht viele Gruppen aus dem Doommetalbereich bekannt, die von den Standard-Instrumenten abweichen. Dies ist sicherlich auf den Hang zum Minimalismus zurückzuführen, der dieser Musik eigen ist, doch ASHES YOU LEAVE ist es gelungen, ihre Violine ebenso dezent und gezielt einzusetzen wie AHAB ihre Bassgitarre. Diese verhaltenen Streichklänge beschwören in einigen Tracks das Gefühl herauf, mitten in einer arabischen Wüste zu stehen und den Dünensand auf der Haut zu spüren. Wenn man sich da mal nicht das Flugticket nach Marokko sparen kann.

Fazit: ASHES YOU LEAVE haben mit ihrem neuen Output einen spanneden Opus komponiert. Niemals wird in den Up-Tempo-Bereich vorgedrungen. Dafür schleppt sich dieser Mammut mit einer beeindruckenden Anmut über den Boden der Metalszene. Wer sich wieder Deathmetal wie auf “Passage back to Life” wünscht, wird von dieser Scheibe mit absoluter Sicherheit enttäuscht sein. All denjenigen, die sich angesprochen fühlen, würde ich eher die aktuelle Scheibe von ILLDISPOSED ans Herz legen. Wer hingegen mit den letzten beiden Albem der Kroaten schon etwas anfangen konnte, darf sich schon auf den ersten Kontakt mit “The Cure for Happiness” freuen. Das Teil geht gleichzeitig in die Ohren und ganz schön unter die Haut.

Hardy für Lady-Metal.com