Asphagor - Anti

Lady_Metal

Band: Asphagor

Album: Anti

Label: Eigenproduktion

Release Date: 19. April 2013

Genre: Black Metal

Rezensent: Flo

Tracklist:
01. Cemetary Of Gods
02. The Rebirth (In The Age Of Nemesis)
03. Invoke Heaven
04. Katharsis
05. Suffering Flesh
06. Sallow Sparkled Light
07. Anti

Lineup:
Morgoth - Gesang
Atlas - Gitarre
Axis - Bass
Hybreos - Gitarre
Sargoth - Schlagzeug

Vielen Dank an Asphagor für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

ASPHAGOR sind eine Black Metal Band aus Tirol, die im Jahr 2007 gegründet wurde. Nach ihrer einjährigen Phase des Songwritings und der zugehörigen Proben, konnte die Formation live auftreten und bekam auch gleich positive Resonanz. Ihr Debüt-Album "Havoc" nahmen sie nach einem Lineup-Wechsel am Mikrophon auf und präsentierten es selbst den Massen. Zum Titelsong wurde sogar ein Video gemacht.
Nach einem weiteren Lineup-Wechsel am Bass bzw. an der Gitarre wurden die Arbeiten für das nächste Album aufgenommen, welches nun hier vorliegt. Es trägt den Namen "Anti" und beinhaltet sieben Songs, die seit April dieses Jahres ihre Kreise in der Underground Black Metal Szene ziehen.

Ohne Intro wird man als Hörer zu Beginn gleich einmal ins kalte Wasser geworfen. "Cemetary Of Gods" startet in pfeilschnellem Tempo und lässt einem sofort das Blut in den Adern gefrieren. Wer die Band kennt, weiß, dass Schnelligkeit Programm ist. Virtuosität ist ein zusätzliches Merkmal.
Zweiter Song "The Rebirth (In The Age Of Nemesis)" ist im Gegensatz dazu im Midtempo angesiedelt und überzeugt durch seine eingängigen Riffs und dominierende Double-Bass. Blastbeat werden hier als füllende Akzente in kurze Passagen gesetzt. Die gesprochene Sequenz gegen Ende des Songs dürfte dem ein oder anderen Black Metal Fanatiker geläufig sein, denn diese fand auch bei einem Song der deutschen Band TODTGELICHTER Verwendung, ist jedoch hier nicht als Vergleich zu sehen.

Mit "Invoke Heaven" und "Katharsis" legen ASPHAGOR einen epischen Mittelteil in das Album, der zudem auch nahezu keine Highspeed-Parts beinhaltet. Dafür jedoch richtig schwermütige und andächtige Momente, womit die Band auch ihre stilistische Abwechslung beweist und Kontrast in die Songs einbindet. Zugleich kristallisiert sich ein höherer Grad an Epik und die Verwendung von Stilmitteln - wie zum Beispiel ein Marschteil, Melodieläufe, Gitarrensolo und Akzente durch Staccato - heraus.

Den vorletzten und zugleich längsten Titel des jüngsten Albums von ASPHAGOR "Sallow Sparkle Night" konnte man sich auf diversen Internet-Plattformen bereits im Voraus zu Gemüte führen. In Kombination mit dem bereits gehörten Großteil des Albums wirkt dieser jedoch noch um eine Spur brachialer und wie eine sich steigernde Vorbereitung auf den Titeltrack des Albums. Dieser entlässt den Hörer jedoch nicht ungeschoren. Zu Beginn schleppend, zum Chorus im Midtempo stämmend und in Wir-Gefühl-Manier lässt sich der Text mitkreischen, was sich Live bestimmt besonders gut auf das Publikum umsetzen lässt.

Fazit: Ein neuer Lichtblick am Black Metal Horizont? Das muss sich neutral gesehen erst herausstellen, jedoch kann man bereits jetzt sagen: Potential vorhanden. Mit "Anti" liefern ASPHAGOR ein wahrlich herausragendes Eisen seit ihrer Gründung ab und können sich damit in der Underground Black Metal Szene sehen lassen. Eine Empfehlung sieht genau so aus!
In eigener Sache: Ich habe die Band noch in Erinnerung, als sie in einem Schuppen in einem kleinen niederbayerischen Dorf zu Gast waren. Wenn ich diesen Unterschied zum jetzigen Album "Anti" betrachte, muss man einfach nur den Hut ziehen. Die Herren haben Respekt verdient.

Flo für Lady-Metal.com