Asylum Pyre - Fifty Years Later

asylum pyre

Band: Asylum Pyre

Album:
Fifty Years Later

Label:
Massacre Records

Release Date:
23.11.2012

Genre:
Melodic Metal

Rezensent:
Chris

Tracklist:
01. Will You Believe Me?
02. Dead in Copenhagen
03. The Frozen Will
04. These Trees
05. The Herd
06. Fisherman's Day
07. Against the Sand
08. Any Hypothesis
09. Just Before The Silence
10. Fifty Years Later

Lineup:
Chaos Heidi - Female Vocals
Johann Cadot - Guitars, Male Vocals
Hervé Schiltz - Guitars
Julien Peuch - Bass
Tony Decaillon - Keyboards
Vincent Kreyder - Drums

Danke an ASYLUM PYRE für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Die Band ASYLUM PYRE stammt aus Frankreich und hat sich melodischem Metal verschrieben. Mag erst mal verwirrend klingen, weil ja viele Metal-Genres diese Schlagseite ihr Eigen nennen. Wenn man mal etwas genauer hinschaut, bekommt man eine Mixtur aus Progressive, Power und Gothic Metal in die heimische Anlage serviert.

Mit "Will You Believe Me?" bekommt man als Intro gleich einen einminütigen Song geboten, der vorrangig akustisch dargeboten wird. Zu allem Übel wirkt dieser Einstieg trotz seiner kurzen Spielzeit eher langatmig und vor allem langweilig. Doch mit "Dead in Copenhagen" schieben die Franzosen gleich einen wahren Nackenbrecher hinterher, der mit knackigen Riffs bzw. Soli und gegen Ende mit Duett-Gesang von Frontfrau Heidi und Johann Cadot besticht. Auch hat man den Mut einige Gangshouts einzuwerfen. Chaos Heidi driftet vor allem zum Schluss des Songs in Tarja-ähnliche Höhen ab, die als kleiner Störfaktor bezeichnet werden können. Doch die rauhen Männervocals machen dieses Manko im Zusammenspiel wieder wett. "The Frozen Will" erweist sich als waschechter Gothic-Metal-Song mit Hang zur Melancholie. "These Trees" wirkt da im Vergleich schon fast mit poppigen Einlagen dagegen. Bei "The Herd" zeigt man nicht nur allen Damen, wo ihr angestammter Platz ist, sondern Herr Cadot zeigt ebenfalls, dass er seine stimmliche Darbietung durchaus mit Gefühl bestücken kann. Die Keyboards hingegen sind zu keinem Zeitpunkt omnipräsent oder zerstören das Gesamtbild. Die unterstützende Tätigkeit verlässt Tony Decaillon lediglich, wenn im Rahmen der Komposition genügend Platz dafür vorgesehen wurde. ASYLUM PYRE fügen einigen Songs noch gesprochene Passagen oder Chorgesänge hinzu und verbreitern so ihre Spektrum um zwei weitere Facetten. Mit "Fisherman's Day" hat man sich ebenfalls eine Ballade ins Boot geholt, die schon fast als obligatorisch bezeichnet werden kann. Ebenfalls erwähnenswert sind das monumentale Epos "Any Hypothesis" mit fast zehn Minuten Länge und der abschließende Siebenminüter und Titeltrack "Fifty Years Later". So weit in der Zeit vorangeschritten fühlt man sich dann nach Ablauf des Albums doch nicht.

Fazit: Die Franzosen machen für ihren eingeschlagenen Weg vieles richtig, wenn es auch ehrlicherweise nicht für einen Meilenstein reicht. Ganz klare Stärke ist die Vielschichtigkeit eines Johann Cadot bei der Sangesdarbietung und die allgemeine Individualität der einzelnen Songs. Trotz einem eher negativ behafteten Genreweg (Stichwort: Gothic Metal) vermag man es, die Peinlichkeiten zu großen Teilen zu umgehen. Gerade wenn der weibliche Gesang mal etwas anstrengend für die Hörmuscheln wird, hat man Duett-Gesang oder instrumentale Parts eingebaut. Gerne hätten ASYLUM PYRE aber die progressiven Elemente, wie bei den zwei längsten Stücken, etwas in den Vordergrund rücken können. Die übliche Nörgelfraktion wird meckern, die Fans des Genres werden es lieben. Neidlos muss man den Musikern aus dem Nachbarstaat jedoch anerkennen, dass sie aus verschiedenen Stilrichtungen ihren eigenen Weg entworfen haben. Da mir die Progressivität etwas zu sehr ins Hintertreffen gerät, gibt es eineinhalb Daumen nach oben.

Chris für Lady-Metal.com