Atomwinter - Atomic Death Metal

Atomwinter

Band: Atomwinter

Album: Atomic Death Metal

Label: Black Skull Records

Release Date: 15.02.2013

Genre:
Death Metal

Rezensent:
Hardy

Tracklist:
01. Sentinels of Doom and Horror
02. Ghouls of the pit
03. Entering the gates
04. In remembrance of death
05. The crypt is calling
06. Houwling winds of sorrow
07. Hordes of devastation
08. Desecration of dead bodies
09. Necrotic way of life

Lineup:

Benni G. - Guitars
Patrick W. - Drums
Norbert S. - Guitars
Martin S. - Bass
Christopher L. - Vocals

Besten Dank an Black Skull Records zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

Der deutsche Deathmetal hat sich über die Jahre zu einer würdigen Konkurrenz zur schwedischen Szene gemausert und seinen ganz eigenen Stil etabliert. Trotz allem ist Deathmetal im Gegensatz zu verschiedenen Modeerscheinungen stets eine Undergroundkultur geblieben. Eben dieser Szene haben sich vor wenigen Jahren auch die Göttinger ATOMWINTER verschrieben. Nach einer selbstveröffentlichten Demo-EP steht nun das erste professionelle Machwerk der Truppe pressfrisch in den Regalen und wartet darauf, zerhacken, zerstückeln und ausweiden zu dürfen.

Ansiedeln lässt sich „Atomic Death Metal“ zwischen schleppenden Dampfmaschinen wie ASPHYX, MENTAL AMPUTATION oder NORDOR. Schnelle Blastbeats werden nur selten eingesetzt und dienen wohl hauptsächlich dazu, vorsichtige Akzente zu setzen (The Crypt is calling). In diesen Passagen bekommt die Musik durchaus auch rockige und thrashige Einschläge. Ansonten wird allerdings weitestgehend in einem scheinbar endlosen Meer aus doomigem Midtempo-Death geschwommen, bis auch der letzte Schiffbrüchige sein tragisches Ende gefunden hat.

Musikalisch wird auf das bekannte Minimalprinzip vertraut. Riffs und Rhythmusarbeit werden an keiner Stelle wirklich anspruchsvoll. Dies wird allerdings durch eine düstere Grundstimmung ausgeglichen, die in dem Ohr des Hörers hängen bleibt wie Leichengeruch, der sich nicht wieder abwaschen lässt. Songs wie „Entering the Gates“ oder „Desecration of dead bodies“ sorgen sogar für gelegentliche Groovattacken. Verbesserungsvorschläge richten sich allerdings eindeutig in Richtung Produktion. Die Drums klingen dumpf, als hätte man sich Watte in die Ohren gestopft und vergessen, diese wieder zu entfernen. Bei folgenden Veröffentlichungen werden ATOMWINTER in diesem Bereich noch einiges verändern müssen.

Fazit: ATOMWINTER spielen doomigen Deathmetal der alten Schule. Angepisst, agnostisch und arrogant wird in einer Durchschnittsgeschwindigkeit geholzt, die sogar noch in der Dreissigerzone zulässig wäre. Fans alter PESTILENCE dürften somit durchaus auf ihre Kosten kommen. Wer hingegen auf neueren corelastigen Deathmetal steht, wird mit dieser Musik kaum etwas anzufangen wissen. Oldschooler dürfen somit beherzt zugreifen, wohingegen Geschwindigkeitsfanatiker eher nach brachialeren Alternativen Ausschau halten sollten.

Hardy für Lady-Metal.com