Aurora - Lost Path

Aurora

Band: Aurora
   
Album: Lost Path

Label: Selfreleased

Release Date: 01.11.2015

Genre: Symphonic Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:

01. Sleepwalking
02. A Memory
03. Flying free
04. Forsaken Dream

Lineup:
Anna Plummer - Vocals
Markus Neuwirth - Guitars, Drums, Vocals, Programming
Niklas Mathes - Piano
Tobias Steinhilper - Bass, Programming

Besten Dank an Aurora zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

Vor kurzem wurde ich darauf angesprochen, ob ich eine Rezension zu der Debüt-EP "Lost Path", der Karlsruher Band AURORA verfassen könne. Als in diesem Gespräch die Genrebezeichnung "Symphonic" fiel und kurz darauf auch noch der Name NIGHTWISH genannt wurde, wich mir zunächst die Farbe aus meinem Gesicht. Es ist hierfür hilfreich zu wissen, dass ich gerne Black- und Deathmetal höre oder mich auch Mal in dem Pit auf einem Grindcore-Gig wiederfinde. Mit Symphonic-Metal habe ich, abgesehen von dem Musikgeschmack mancher Freunde, bisher so viel zu tun gehabt, wie fundamentale Islamisten mit der Transgender-Bewegung.

 Bevor ich mich an diesen Text setzte, nahm ich mir deshalb vor, trotz meiner Vorurteile, möglichst viel Objektivität zu wahren. Dieser Vorsatz erweist sich im Moment jedoch als redundant. "Lost Path" ist alles andere als eine Ansammlung von Songs, die billig aufgenommen wurden, versuchen irgendwelchen Szenegrößen nachzueifern und sich vor Klischees kaum retten können. Tatsächlich höre ich hier innovative Kompositionen mit weit mehr als nur einem guten Einfall. Was ich hiermit genau meine, möchte ich gerne etwas ausführlicher beschreiben.

Zunächst einmal zeichnen sich die drei Songs ("Sleepwalking" lasse ich als Intro mal außen vor) durch ihren komplexen Aufbau aus. So finde ich keine simple Aneinanderreihung von Strophen und Chorus. Es gibt i.d.R. zwar eine Art Refrain, allerdings ist auch dieser einer gewissen Dynamik unterworfen. So verändert sich dieser bei "A Memory" beispielsweise nicht nur textlich, sondern gewinnt auch an Länge. Zudem befinden sich spannende Instrumentalpassagen zwischen des Gesangparts, welche für eine angenehme Abwechslung sorgen (hier möchte ich "Flying free" als Paradebeispiel anführen).

Insgesamt vermitteln die Stücke das Bild, als sei nicht schlichtweg ein musikalisches Grundgerüst mit Worten und Noten gefüllt worden. Viel eher entsteht der Eindruck, als würden die Songs an ihrer eigenen Entwicklung Anteil haben. Der Hörer begibt sich somit auf eine Reise, bei der am Anfang noch nicht absehbar ist, wo sie eigentlich genau enden wird. Die Ausrichtung der Musik bleibt mit hohem Frauengesang, dezent abgemischten Hintergrundchorälen und unterstützenden Keyboardsamples (oder kommen diese aus dem Computer?) durchgehend ähnlich. Ob der stille Bach zum Ende eines Songs jedoch zum reißenden Wasserfall wird ("Forsaken Dream"), muss der Hörer auf seinem Trip selbst herausfinden.

Fazit: Ich bin wirklich positiv überrascht. AURORA werden mich zwar sicherlich auch nicht dazu bewegen, das musikalische Ufer zu wechseln und TSJUDER gegen WITHIN TEMPTATION zu tauschen. Ich werde meine Schubladen jedoch zumindest nochmal neu überdenken müssen. Ich empfehle allen Freunden des melodischen Metals, sich dieses Liedgut einmal zu Gemüte zu führen. Möglichkeiten gibt es laut Website genügend (Spotify, Amazon, Bandcamp, Youtube, iTunes). Ich wünsche viel Spaß dabei!

Hardy für Lady-Metal.com