Blut Aus Nord - 777-The Desanctification

Blut Aus Nord

Band: Blut Aus Nord

Album: 777 - The Desanctification

Label:
Debemur Morti Productions

Release Date: 11.11.2011

Genre: Black Metal

Rezensent: Tanja

Tracklist:
01. Epitome VII
02. Epitome VIII
03. Epitome IX
04. Epitome X
05. Epitome XI
06. Epitome XII
07. Epitome XIII

Lineup:
Vindsval - Vocals, Guitar
Ghost - Bass
W.D.Feld - Drums, Keyboard

Danke an Debemur Morti Productions für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Wenn man innerhalb eines Jahres eine ganze Trilogie veröffentlichen möchte, muss man sich ganz schön sputen – also eigentlich sollte dann rein rechnerisch alle 4 Monate ein Teil erscheinen. Nun sind aber seit „777 – Sect(s)" bereits sechs Monate ins Land gezogen und BLUT AUS NORD haben nur noch 1,5 Monate bis zum Ende des Jahres um ihr eigenes Ziel zu erreichen. Mal sehen ob die Meister des eigenständigen Black Metals wirklich dort angelangen, denn immerhin haben sie selbst einen sehr hohen Qualitätsanspruch an sich selbst und beweisen dies auch wieder auf dem brachialen Kaliber „777 - The Desanctification“.

Die Franzosen strotzen nur so vor Enthusiasmus, Ideenreichtum und Eigenständigkeit, dass es einem bereits nach dem ersten Track „Epitome VII“ kalt den Rücken herunter läuft. Nahtlos knüpft „The Desanctifaction" an seinen Vorgänger an, man befindet sich sofort wieder im Reich der drei Siebenen, man wird ohne Umschweife in die surrealistische, stellenweise hypnotische Welt dieser Ausnahme-Extremmetaller gesogen. Sehr komplex und doch auf ihre eigene Weise zugänglich bahnen sich die Songs einen Weg in das Innerste, die undurchdringliche Atmosphäre kleidet einen in einen Mantel aus Fiktivität und peitschendem Schwarzmetall. Das bizarre Riffing paart sich mit fast schon affektierten, melodischen Saitenparts, grimmiger Gesang macht cleanen Gesangsmomenten Platz und zäh dahinsiechende Abschnitte lassen sich gerne von rasanten Peitschenschlägen den Garaus machen.

„777 - The Desanctification“ lebt von Gegensätzen und Kontrasten. „Epitome VIII" zum Beispiel prescht steril, wild und tosend durch den ersten Teil, fegt alles um was sich aufzubäumen wagt und mündet dann in einem Gefilde aus Harmonie und findet sein Ende in einem aufopferungsvollen Widerhall, dass die Gänsehaut sicher ist. Das darauf folgende, instrumentelle „Epitome IX" lässt einen selbst und den angestrengten Geist etwas zur Ruhe kommen und beweist, dass solche Zwischenspiele durchaus eine Wertsteigerung für solch ein Album darstellen können. Pure Dramtik schlägt einem bei „Epitome XI" entgegen. Tröstlich ruhig und entspannend gehen die Synthesizer und der elektronische Schlagwerker eine trügerische Verbindung ein, lullen einen in eine trügerische Sicherheit, denn nur wenige Sekunden später bricht das Inferno über einen herein und vernichtet jeglichen Trost. Einfach nur genial wie hier mit bahnbrechendem Songaufbau gearbeitet wird.

Fazit:
BLUT AUS NORD haben mal wieder einen weiteren Meilenstein veröffentlicht und sich somit erneut ein Denkmal im extremen Metalbereich erbaut. Die Franzosen stehen für einnehmenden und nicht zu vergleichenden Black Metal, der sich nicht durch ein Raster drücken lässt. „777 - The Desanctification" besticht durch, stellenweise gewöhnungsbedürftige, Getragenheit in Kombination mit Ungestümheit der gehobenen Kategorie! Einfach nur geil, unerreichbar und einzigartig!

Tanja für Lady-Metal.com