Cannabis Corpse - Beneath grow Lights Thou Shalt Rise

Cannabis Corpse

Band: Cannabis Corpse

Album:
Beneath grow Lights Thou Shalt Rise
        
Label: Season of Mist

Release Date: 27.09.2013

Genre:
Death Metal

Rezensent:
Hardy

Tracklist:

01. Visions from the Dankside
02. Lunatic of Pot's Creation
03. Blame It on Bud
04. Chapel of Bowls
05. Dead by Bong
06. Immortal Pipes
07. Blaze of Torment
08. Sworn to the Bag
09. Where the Kind Lives
10. Gateways to Inhalation
11. Slave to the Chron
12. Beneath Grow Lights Thou Shalt Rise

Lineup:
Weedgrinder - Vocals
Landphil - Guitars, Bass
Nikropolis - Guitars
Hallhammer - Drums

Besten Dank an Season of Mist zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

„Land Phil“ dürfte einigen Metalheads durch die Arbeit mit seiner Hauptband MUNICIPAL WASTE sicherlich bereits bekannt sein. Mit CANNABIS CORPSE betreibt er seit einigen Jahren ein Sideprojekt, welches sich dem alten amerikanischen Deathmetal verschrieben hat. Um dem ganzen Unternehmen frische Würze zu geben, wurde allerdings weitestgehend auf Texte über Nekrophilie, Kannibalismus und vegetierende Zombiegestalten verzichtet. Stattdessen dreht sich die Welt dieser Combo gänzlich um die berauschende Hanfpflanze, ihre bewusstseinserweiternde Wirkung und das (hin und wieder sogar erstaunlich blutrünstige) Wunderland, in welches sie uns zu verführen vermag.

„Beneath grow Lights thou shalt rise” ist die konsequente Fortsetzung des 2008 erschienenen Debütalbums „Tube of the Resinated“. Es wird beinahe durchgehend solider Metal mit ordentlichen Blastbeats und abwechslungsreichen Gitarrenriffs gespielt. Im Gegensatz zu den großen Vorbildern CANNIBAL CORPSE werden die Mehrseiter nicht tief bis in die Hölle gestimmt, weshalb mitunter auch mit schrillen Tönen gerechnet werden darf.

Die Mehrzahl der Songs hat die amerikanische Höchstgeschwindigkeitsgrenze weit überschritten und dürfte sich auf den deutschen Autobahnen durchaus wohl fühlen. Bei „Immortal Pipes“ handelt es sich um einen der seltenen Midtempo-Kracher. Doch auch in diesem Metier braucht sich die Truppe nicht hinter Kapellen wie DEBAUCHERY verstecken. Die Songstrukturen sind von harten Breaks und abrupten Tempiwechseln geprägt. Songs wie „Dead by Bong“ oder „Slave to the Chron“ bewegen sich deshalb stark weg vom klassischen Deathmetal und öffnen sich auch für Elemente aus den Bereichen Goregrind und Deathcore. Fans der alten Schule wird dieses Release somit sicherlich zu modern klingen. Wer von Bands wie DEGRADED oder SPASM nicht genug bekommen kann, wird jedoch sicherlich auf seine Kosten kommen.

Nun habt ihr einen ersten Eindruck von der musikalischen Leistung des Outputs bekommen, doch wie steht es mit der texlichen Qualität? Von seriösen Themen kann auch diesmal keinesfalls die Rede sein. Die meiste Zeit über wird in beinahe poetischer Weise von Drogenräuschen und Wahnvorstellungen berichtet. Textzeilen wie „Lungs breath Hate, these Crimes will mentally masturbate” laden zum Schmunzeln ein und werfen zeitgleich gesellschaftlich relevante Fragen auf (z.B. Was zur Hölle soll eigentlich mentale Masturbation sein????).  Musikalisch ist CANNABIS CORPSE inzwischen weit mehr als nur eine Persiflage auf Metalmusik, die textlichen Ergüsse haben allerdings mit Ernsthaftigkeit nach wie vor so wenig zu tun wie ein Bondagefetisch mit dem Vatikan.

Fazit: CANNABIS CORPSE bleiben ihrem eingeschlagenen Pfad treu und machen genau das, was sie am besten können: Krach! Technisch gibt es an der gut gespielten Mischung aus Grindcore und Deathmetal nichts auszusetzen. Allerdings kann dieser Musik ein gewisser Newschool-Charakter nicht abgesprochen werden. Wer an einer ärztlich diagnostizierten Allergie gegen Bandanas und Holzfällerhemden leidet, sollte sich vorsichtshalber mit einem vakuumversiegelten Schutzanzug nähern. All diejenigen, die hingegen schon über AOK oder die EXCREMENTORY GRINDFUCKERS lachen können, dürften sicherlich auch ihren Spaß mit „Beneath grow Lights Thou Shalt Rise“ haben.

Hardy für Lady-Metal.com