Cavalera Conspiracy - Pandemonium

Cavalera Conspiracy

Band: Cavalera Conspiracy

Album: Pandemonium

Label: Napalm Records
    
Release Date: 31.10.2014

Genre: Thrash Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. Babylonian Pandemonium
02. Banzai Kamakazi
03. Scum
04. I, Barbarian
05. Carmunhao
06. Apex Predator
07. Insurrection
08. Not Losing The Edge
09. Father Of Hate
10. The Crucible
11. Deus Ex Machina
12. Porra

Lineup:
Max Cavalera – Vocals, Guitars
Iggor Cavalera – Drums, Percussion
Marc Rizzo – Guitars
Nate Newton – Bass

Besten Dank an Napalm Records zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

Wer hat nicht jahrelang sehnsüchtig auf die Wiedervereinigung der Thrashmetal-Legende SEPULTURA in ihrer Urbesetzung gewartet und zu Hades, Luzifer oder Hel gebetet? Mit CAVALERA CONSPIRACY ist zumindest etwas zustande gekommen, auf das viele Fans nicht mehr zu hoffen gewagt hatten: Die beiden Cavalera Geschwister sind unter diesem plakativen Pseudonym wieder in Schweiß und Blut vereint. Was medial möglicherweise doch recht rührselig und gefühlsduselig aufgezogen wurde konnte musikalisch glücklicherweise durch Härte und Aggression überzeugen. So traten die beiden ersten Alben "Inflikted" sowie "Blunt Force Trauma" direkt in die Magengrube. Seit wenigen Tagen steht nun Streich Nummer drei in den Läden. Um euch verraten zu können, ob das Monster mit dem Namen "Pandemonium" überzeugen kann, haben wir uns in die Höhle des Löwen gewagt.

Der Opener " Babylonian Pandemonium" überzeugt durch harte Breaks, ein eingängiges Riffing sowie den bekannt ungezähmten Gesang des legendären Max Cavalera. Technisch kommt der Song zwar nicht an alte Glanzleistungen SEPULTURAs heran, doch die punkige Attitüde und der hohe Aggressionsgehalt erinnern stellenweise stark an NAILBOMB. Dass die gebürtigen Basilianer auch technisch noch nicht eingerostet sind, zeigen sie mit Songs wie " Carmunhao" oder " The Crucible". Hier darf gerade Zupfmeister Marc Rizzo zeigen, was für ein Tier in ihm steckt.

Am meisten Spaß machen meiner Ansicht nach allerdings nicht die verspielten Parts des Albums, sondern die oldschooligen Nackenbrecher. " Apex Predator" dient hier als absoluter Anspieltipp. Nimmt man den Langspieler als Gesamtwerk in den Blick fällt auf, dass wieder sämtliche Genres, in denen die Cavaleras über die Jahre ihre Spuren hinterließen, vertreten sind. So wird immer wieder ein Abstecher in die Bereiche des Crossover oder in den guten alten Deathmetal gewagt. Die hierdurch entstehende Dynamik zieht sich durch das ganze Album und sorgt somit für eine gesunde Abwechslung zwischen der vertonten Mischung aus Volksaufstand und einer Überdosis Energydrink.

Ich habe in den vergangenen Tagen bereits vernommen, dass sich viele Menschen dieser Scheibe durchaus zugetan fühlen. Aufgrund der erwähnten Stärken wundert mich dieser Umstand auch gar nicht. Doch trotz aller Liebe zu innovativer Thrashmetal-Musik kann ich das Gefühl nicht abschütteln, beinahe alles schon einmal gehört zu haben. So erinnern die ins Zentrum gerückten Drums an "Roots" oder die hardcorelastigen Knüppelattacken an "Phrophecy". Selbst die düster-verspielten Gitarrenriffs wecken Assoziationen zu "Arise". Es ist mir klar, dass es in einer Stilrichtung mit Tradition schwer ist das Rad neu zu erfinden. Einen Schritt nach vorne hätte ich nach einer so langen Zeit im Business allerdings schon erwartet.

Fazit: Kopfschütteln ist nicht nur nach dem Haarewaschen angesagt. Auch bei dem Genuss des neuen Beautyprodukts aus dem Hause CAVALERA CONSPIRACY fährt ein wohliges Gefühl durch den Körper, welches sich in epileptischem Zucken sämtlicher Extremitäten äußert. Diesen Symptome ist lediglich durch das Aufdrehen der Stereoanlage und einen kleinen Circle Pit zu begegnen. Leider kennt man die Trademarks der Familiencombo nach 30 Jahren des Musizierens bereits recht gut. Beim nächsten Mal wünsche ich mir wieder einen Schlag ins Gesicht und den Mumm, sich etwas weiter aus seinem Schneckenhaus mit den ausgebauten Stärken herauszuwagen.

Hardy für Lady-Metal.com