Celtachor - Nine Waves from the Shore

Celtachor

Band: Celtachor

Album: Nine Waves from the Shore

Label: Self released

Release Date: 25.11.2012

Genre: Black Metal / Progressive Pagan Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. The Landing Of Amergin
02. The Battle Of Tailtin
03. The Kingship Of Bodb Dearg
04. Sorrow Of The Dagda
05. Tar Eis An Sidhe
06. Conn Of The Hundred Battles
07. Anann: Ermne's Daughter

Lineup:
Stephen Roche – Vocals / Whistles
David Quinn - Guitars
Anaïs Chareyre - Drums
Fionn Staffort – Guitar / Irish Whistles
Oliver Deegan - Bass

Danke an Celtachor für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Keltischer Blackmetal mit Folkeinflüssen, der mitten aus dem Herzen Irlands stammt? Sofort machen sich die Segelohren empfangsbereit, um zu hören, was es neues aus dem Hause PRIMORDIAL gibt. Doch Fehlanzeige, diesmal geht es nicht um das Aushängeschild der progressiven Pagan-Szene, sondern um die Newcomer CELTACHOR. Die fünf Mitglieder fanden sich vor guten fünf Jahren in Dublin zusammen und teilen sich seitdem die Bühne mit Künstlern wie ALESTORM oder SKYFORGER. Was das erste Album der Mannen zu bieten hat, sollt ihr nun gerne erfahren.

Glücklicherweise wird auf ein pseudoepisches Intro verzichtet und mit dem Song „The Landing Of Amergin” gleich voll durchgestartet. Textlich wird die Geschichte eines Druiden und Seefahrers erzählt, welcher sich der Macht des Sturms widersetzt. Die keltische Mystik Irlands bildet das übergeordnete Konzept des Albums. So setzt sich die Reise mit den folgenden Titeln fort und führt den Hörer in den Himmel zur Gottheit Bodb Dearg oder zu den Schlachtfeldern des Erdensohns Dagda. Für Geschichtsinteressierte dürfte sich somit eine spannende Sagenwelt offenbaren, die sich ausnahmsweise mal nicht auf die Edda der Normannen bezieht.

Musikalisch wird düsterer Blackmetal gespielt, den die Band immer wieder durch altertümliche Instrumentaleinlagen abrundet. Es ist nicht zu überhören, dass sich hierbei an den alten Stil PRIMORDIALs angelehnt wird, bevor sich deren Fronter die Haare abschnitt und sich entschloss, nur noch mit Rotweinflasche auf die Bühne zu treten. Es sind allerdings auch gelegentlich Einflüsse von Bands wie WAYLANDER oder MYRKGRAV hörbar. Hierdurch entsteht für mich leider manchmal fast der Eindruck, es wurde sich etwas zu viel an den Erfolgen anderer Gruppen bedient.

Insgesamt kann sich die musikalische Leistung der Mitglieder allerdings wirklich sehen... ich bitte um Pardon, natürlich hören lassen. Die Gitarren schaffen mitreißende Klangbögen und stellen somit eine Verbindung zwischen der Moderne und längst vergangenen Tagen her. Auch der Gesang und die Leistung der rhythmusgebenden Instrumente tragen zu einer andächtigen Stimmung bei, die glücklicherweise über das gesamte Album hinweg aufrecht erhalten wird. Auf ein schnelles Gemetzel braucht man bei „Nine Waves from the Shore“ nicht zu hoffen, stattdessen gibt des Midtempo im wahrsten Sinne des Wortes die Marschrichtung vor. Was bleibt, sind somit Songs, die dem Hörer durchaus eine Gänsehaut über den Rücken jagen können.

Fazit: CELTACHOR leihen sich auf ihrem Debut-Album noch einige Elemente bei ihren Kollegen aus dem Black- und Paganbereich aus. Hiervon abgesehen, liefern die Iren jedoch ein spannendes Album ab, auf dem sich kein echter Ausfall befindet. Wenn es die Band noch schafft, ihren eigenen Stil auszubauen, sehe ich ein großes Potential, zu den absoluten Szenegrößen aufzuschließen.

Hardy für Lady-Metal.com