Chemical Cancer - Chemical Cancer

Chemical Cancer

Band: Chemical Cancer

Album: Chemical Cancer

Label: Eigenproduktion

Release Date:
23.04.2011

Genre: Death Metal/Metalcore

Rezensent: Flo

Tracklist:
01. Martyrium
02. Fleisch
03. Im Namen des Vaters
04. Widerstand
05. Chemical Cancer
06. Vom Leben und Sterben
07. Der Träumer
08. Luzifer
09. Der Totengräber
10. Sadé

Lineup:
Patrick - Gesang
Yosh - Gitarre
Manu - Gitarre
Wurmi - Bass
Niko - Schlagzeug

Danke an Chemical Cancer für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Eine besondere Ehre ist es immer, wenn man ein Album rezensieren darf und zudem die Band schon live gesehen hat. Dies ist bei CHEMICAL CANCER und ihrem gleichnamigen Album wieder einmal der Fall. Seit 2009 gibt es die Band um Sänger Patrick und Gitarrist Yosh, die im Laufe der Zeit zu einer sympathischen fünfköpfigen Formation herangewachsen ist und schon diverse Live-Auftritte um ihre österreichische Heimatstadt Braunau absolvierten. Mit "Chemical Cancer" liefern sie das erste Langwerk ab, welches zehn Titel umfasst und mit einer Spielzeit von etwa einer halben Stunde zwar nicht gerade umfangreich ausgefallen ist, aber dennoch einige Höhepunkte bietet.

Musikalisch begibt man sich auf eine Reise in die breiten Gefilde des Death Metal mit Core-Einflüssen. Mit ordentlich Groove räumt sich zu Beginn "Martyrium" den Weg frei, um dem Hörer direkt eins auf die Zwölf zu geben. Ein sehr gelungener Song, der auch gesanglich mit den Stilgrößen mithalten kann. Gefolgt von einem weiteren kraftvollen Titel mit dem vielversprechenden Namen "Fleisch" wird auch ein bisschen in der Clean-Gesang-Schiene experimentiert. Hier wäre zu erwähnen, dass die Texte durch das ganze Album in Deutsch sind, was man in diesem Genre eher selten vorfindet, sich aber bei CHEMICAL CANCER etabliert.

Der vierte Song "Widerstand" könnte bei dem ein oder anderen Hörer Staunen hervorrufen, wenn man sich die komplexen Schlagzeug-Rhythmen vor allem beim Eingangs- bzw. Endriff zu Gemüte führt. Der optimale Zeitpunkt um anzufügen, dass das Album von keinem Geringeren als Lukas Haidinger produziert wurde. Dieser Name dürfte vielen Metalheads geläufig sein, denn er ist in gleich sechs Metal-Bands der härteren Gefilde (Death Metal, Grindcore) aus dem ostbayerischen bzw. oberösterreichischen Raum vorzufinden, unter anderem bei Ultrawurscht und U.G.F., um die Bekannteren dieser zu nennen. So kann man beiden Parteien, sowohl der Band CHEMICAL CANCER als auch ihrem Produzenten den Respekt aussprechen, denn so hört sich gute (Zusammen-)Arbeit an.

Obwohl die Titel ab "Widerstand" bis zum Schluss aufgrund ihrer teilweisen Kurzweiligkeit rasch voranschreiten, muss man dennoch festhalten, dass musikalisch sehr vielfältig agiert wird, was die Songs nicht monoton klingen lässt, und somit Abwechslung in das Gesamtbild bringt. Kein Instrument wird zum Beispiel bei "Vom Leben und Sterben" geschont, wobei im Mittelteil auch die tiefen Saiten der Gitarren bzw. des Basses zur Geltung kommen. Schwerwiegend, fast schon erdrückend, verabreicht dieser Song zwischendurch eine spürbare Dosis Tod, die man nicht überfliegen sollte. Gegen Ende des Langwerks findet man sogar Elemente aus dem Thrash Metal vor, besonders auffallend beim achten Song "Luzifer".

Fazit: CHEMICAL CANCER üben mit diesem Album Kritik an der Gesellschaft, Religionen und den Menschen im Allgemeinen. Durch die deutschsprachigen Texte werden diese Themen viel persönlicher und somit eindrucksvoller. Das teilweise Experimentieren durch die Verwendung von musikalischen Elementen aus anderen Stilen macht diese Scheibe absolut interessant, hörenswert UND sehenswert.

Flo für Lady-Metal.com