Creature - Helioskron

Lady_Metal

Band: Creature

Album: Helioskron

Label: Ketzer Records

Release Date: 25.10.2013

Genre: Black Metal

Rezensent: Flo

Tracklist:
01. Nadir (Intro)
02. Aurora
03. Genesis
04. AEon
05. Mein Labyrinth
06. Flammenhunger
07. Apotheose
08. Zwischenspiel
09. Zenit

Lineup:
A.B - Vocals
M.P - Guitars
T.M - Bass
G.L - Drums
S.M - Guitars

Vielen Dank an Einheit Productions für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Die Band CREATURE gibt es bereits seit 1997. Während ihrer bisherigen Geschichte hatten die Stuttgarter Schwarzmetaller immer wieder Probleme mit einem beständigen Lineup und konnten deshalb lediglich zwei Demos und zwei Full-Length-Alben veröffentlichen. Seit Ende Oktober 2013 ist nun also das dritte Vollwerk erhältlich. Es trägt den Titel "Helioskron".

Obwohl das Intro "Nadir" bereits weit über zwei Minuten dauert, kommen in "Aurora" weitere zwei Minuten als erweiterte Einleitung hinzu, sodass der Zuhörer also erst einmal auf eine lange Folter gespannt wird, bevor es richtig los geht. Diese Ruhe vor dem Sturm schwindet jedoch allmählich dahin und mündet schließlich in einem Molltonart-reichen und teilweise dissonanten Song, dessen rhythmische Ausstattung am Schlagzeug auch kräftig mithämmert.

Nach der Aufwärmphase wird ab "Genesis" das Tempo nochmals gesteigert. Doublebass-Attacken und Blastbeat-Teile laufen nun auf Hochtouren und bescheren ein höllisches Inferno, wenn auch nur zeitweise. Der Rest, mit besonderem Augenmerk auf eine modern anmutende Schlagzeug-Rhythmik, gesellt sich dazu in melancholischer und eindringlicher Manier, wobei die Riffs allgemein zwischen dissonant und harmonierend wechseln.  
Viele Dur-Klänge bringen daraufhin in "AEon" ein episches Interludium zum Vorschein, welches komplett mit Sprechgesang "besungen" wird.

Es bestätigt sich nach und nach, dass durch die Feinfühligkeit sowie Virtuosität des Schlagzeugers G.L für langsame und mittlere Parts ein Facettenreichtum erzeugt wird. Der beißende Effekt der Gitarren gepaart mit dem Kreisch-Gesang von A.B, die sich wie die uralte Schlange höchstpersönlich durch die Gehörgänge fressen, erzeugen dazu eine gekonnt düstere Atmosphäre. Die Songs "Mein Labyrinth", "Flammenhunger" und "Apotheose" spiegeln diese Elemente in miteinander mächtigen 20 Minuten Spielzeit wider und verstecken darin unzählige kontrastreiche Momente und erzeugen dadurch Individualität.

Warum ein "Zwischenspiel" vor dem letzten Song? Welche Vorahnung wollen CREATURE damit bewirken? Nachdem es sich wieder um eine große Portion Epik handelt und die Band allgemein sehr auf majestätische Epik setzen: Wäre ein ebensolches Stück zum Finale naheliegend?
Nach einer eingängigen Einleitung mündet der Song in ein getragenes Riffing, das mit tiefem Klargesang eine sehr imposante Mischung bietet. Im weiteren Verlauf -dann auch wieder mit Kreischgesang- rangelt sich das Tempo bis zum Blastbeat, welcher in sich auch verschiedene Tempos durchläuft, hoch. Das Wechselspiel zwischen diesen beiden tragenden Säulen lässt erkennen, dass CREATURE in ihrer Musik vielseitig sind und gerne verschiedene Teile, welche vermeintlich nicht zueinander passen, kombinieren und damit trotzdem harmonisierende Gemeinsamkeiten beifügen.

Fazit: Eine Prophezeiung besagte, dass das neue Album alle interessanten Elemente des heutigen Black Metal beinhaltet und damit Epik, Brutalität, Erhabenheit und Headbang-Kompatibilität vereinigt. Ganz klare Zustimmung! Hier werden viele Höhepunkte geboten, während dem Grundschema des Black Metal stets Treue gehalten wird und so also auch Schnelligkeit kein vernachlässigtes Thema bleibt. Alles in allem ein sehr interessantes und vielseitiges Langeisen einer deutschen Band mit deutsch-sprachigen Texten, welcher man auf jeden Fall viel mehr Beachtung schenken sollte. Herausragende Höhepunkte: "Genesis" und "Zenit".

Flo für Lady-Metal.com