Dante - November Red

lady-metal.com

Band: Dante

Album: November Red

Label: Massacre Records

Release Date: 25.01.2013

Genre:
Progressive Metal

Rezensent: Chris

Tracklist:
01. Birds of Passage (Caught in a Dream)
02. The Lone and Level Sands
03. Beautifully Broken
04. The Day That Bled
05. Shores of Time
06. Allan
07. November Red (In Praise of Dreams)

Lineup:
Alexander Göhs - Vocals
Markus A. Bader - Guitar
Markus Berger - Guitar & Bass
Markus Maichel - Keyboards
Christian Eichlinger - Drums

Danke an Massacre Records für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Ich kann mich noch erinnern, wie wahnsinnig mich das erste Album "The Inner Circle" von DANTE aus München und Augsburg, und da bediene ich mich nun mal moderner Sprache, geflasht hat. Nur selten hat mich eine Band mit einer Eigenproduktion so vom Hocker gehauen. Auch heute hat das Werk kein Stück an Klasse verloren. Dabei sind die Songstrukturen dieses Progressive Metals oft ausufernd und auch vetrackt, jedoch zu keiner Zeit langweilig oder gar ermüdend geworden. Der Nachfolger "Saturnine" konnte an dieses Werk nahtlos anknüpfen. Erstaunlich waren auch immer die doch sehr eingängigen und zum Mitsingen animierenden Gesangsdarbietungen.

Nun, im Jahr 2013, ist die Gruppe endlich und verdientermaßen bei einem großen Label ihrer Zunft angekommen. Natürlich muss ich nun eigentlich nicht erwähnen, wie gespannt und voller Vorfreude ich auf diese Scheibe gewartet habe. Ich mache es aber trotzdem. Und, entschuldigt mir diesen Ausspruch: Meine Fresse! Schon der Opener "Birds of Passage (Caught in a Dream)" legt mit 10 Minuten ordentlich was vor. Da wird ordentlich gerifft, vertrackt gerockt und das Keyboard knüpft sehr imposante, tiefgreifende Klangteppiche. Dazu kommt der emotionale und druckvolle Gesang von Sänger Alexander Göhs. Alles altbekannte, beliebte Elemente des DANTE-Sounds. Jedoch hat sich etwas verändert, das ich eigentlich nicht mehr für möglich gehalten habe. Durch das neue Label hat sich die Intensität des Soundgewands dermaßen in andere Höhen geschraubt, dass mir auch nach mehreren Durchgängen die Spucke wegbleibt und sich die Armbehaarung zu einer formidablen Gänsepelle aufzustellen vermag. Da werden auch mal die einzelnen Elemente so verstrickt, dass sie psychedelisch und verstörend übereinander legen. Der Vorabsong "The Lone and Level Sands" zeigt dann alle Stärken auf, die diese Formation bereits auf den Vorgängern gezeigt hat und vereint zwei wichtige Fakten ineinander. Erstens war es als Hörprobe genau die richtige Wahl und zweitens ist es der Hit dieser Scheibe. Auch hier gibt es eine Neuerung, die aus gesprochen Passagen besteht.

Mit "Beautifully Broken" hat man auch die obligatorische Ballade zu bieten, die auch dieses Mal wieder mit 4:33 Minuten das kürzeste Stück stellt. Nur mit Piano kommt die ganze Emotion der gesanglichen Darbietung einfach immer noch am Besten zum Tragen. Und rein auf den Text bezogen ist dieser hier für meinen Geschmack auch der stärkste auf "November Red". Neu sind hier auch die vorsichtig im Hintergrund eingeflochtenen, weiblichen Vocals. Ansonsten bewegt man sich nicht unter der Sechs-Minuten-Marke. "The Day That Bled", "Shores of Time" und "Allan" folgen darauf und man kann hier einfach nichts Besonderes nennen. Der Grund ist einfach: Die Songs sind unverkennbar und bieten doch so vieles, das in sich stimmig und schlichtweg ganz großes Kino ist. Zum Abschluss wird eine Tradition der zwei ersten Alben weitergeführt. Das lange Epos kommt am Ende, wie schon zuvor "The Taking" und "Vanessa". Dieses Mal ist es der Titelsong, der sich nochmals erbarmungslos aufbäumt und damit diesem Werk das oft genannte i-Tüpfelchen aufsetzt. Wobei das auf jeden Fall nichts mit einer Firma, mit Obst im Logo, zu tun hat.

Dazu sei noch erwähnt, dass das Cover Artwork wie immer sehr passend und sehr gelungen ist.

Fazit: Vielschichtig, emotional, mit Tiefgang und doch irgendwo geradlinig. DANTE erfinden sich nicht neu, heben ihren Sound aber auf eine neue Ebene. Sie bedienen sich eigener Stilelemente, und bleiben doch dem gängigen Verlauf des Genres irgendwo treu. Man darf nicht leugnen, dass moderne Metal mit progressiver Schlagseite genau so klingen muss - und nicht anders! Mit dem Schritt zu einem großen Label wird hoffentlich der Weg zu weiteren Großtaten und an die Spitze des deutschen Progressive Metals geebnet sein. Denn genau dort gehören die Bayern fraglos hin. Also alle Progressive-Fans sollten jetzt zuschlagen und sich am Besten die zwei Vorgänger gleich mitordern. Es lohnt sich!

Chris für Lady-Metal.com