Darkened Nocturn Slaughtercult - Necrovision

Lady-Metal.com

Band: Darkened Nocturn Slaughtercult

Album: Necrovision

Label: War Anthem Records

Release Date: 21. Dezember 2012

Genre: Black Metal

Rezensent: Flo

Tracklist:
01. Aura
02. Omnis Immundus Spiritus
03. Primordial Sapphirine Driplets
04. In The Hue Of Night
05. Coronated Spheres Of Adversity
06. The Eviscerator
07. Fundaments Of Seminal Knowledge
08. Upon My Arrival
09. Necrocosmic Vision

Lineup:
Onielar - Gesang, Gitarre
Velnias - Gitarre
Horrn - Schlagzeug
Adversarius - Bass

Danke an War Anthem Records für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Die wohl brachialste deutsche Black Metal Institution DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT bringt zum Ende des Jahres 2012 das fünfte Langeisen ihrer Geschichte auf den Markt. Welches Inferno sich damit jedoch offenbart, hat man ihnen so wohl nicht zugetraut. Nach vier grandiosen Alben Oldschool Black Metal, geht die vierköpfige Horde mit "Necrovision" in eine neue Runde Gewalt, Spiritualität und Schnelligkeit.
Angesichts der ganzen Vorberichte über dieses Album kann man es gar nicht erwarten, den Hördurchgang zu starten. Jetzt ist es endlich soweit.

Höllisches Grollen verbreitet sich in der Introduktion "Aura" und von nun an fixiert sich die Konzentration weg vom Alltag, hinein in die geistige und körperliche Wahrnehmung und Aufnahme der Musik.
Mit "Omnis Immundus Spiritus" beginnt schließlich die Entfesselung des Bösen. Obwohl der klassische Sound beibehalten wurde, wirkt die Gesamtheit durch Songstrukturen und Produktion in ein klareres Licht gerückt. Dabei haben die Elemente Dissonanz, Variation und Melodie eine ganz neue Bedeutung in "Necrovision" erhalten. Ersteres lässt sich besonders im dritten Song "Primordial Sapphirine Driplets" feststellen und hiermit zum Teil sogar in die experimentelle Schiene einordnen.

"In The Hue Of Night" wirkt hingegen wie ein Meeressturm. Nach zwei langsam gehaltenen Tälern überfallen einen jeweils die brachialen Blastbeat-Wellen, gepackt in ein fesselndes Soundgewand.
Das darauf folgende Stück "Coronated Spheres Of Adversity" entfaltet dazu einen geradezu infernalen Charakter. Dabei kommen zu Beginn die hallenden Lyriken von Frontfrau und Gitarristin Onielar besonders gut zur Geltung.

Die zweite Hälfte des Albums bringt weiterhin einige Höhepunkte mit sich. Als sechster Song erschallt "The Eviscerator" wiederum als gehörige Highspeed-Portion der gehobenen Klasse. In guten drei Minuten prügeln die vier Krieger einen roh strukturierten und somit eher an ältere Alben erinnernden Song durch die Lautsprecher, dass die Bassmembrane schon nicht mehr wissen, wie sie die Luftmengen abtransportieren sollen. Absolute Klasse, so muss Black Metal klingen. "Fundaments Of Seminal Knowledge" folgt dieser Linie strikt hinterher.

An vorletzter Stelle mit "Upon My Arrival" bringen DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT noch einmal ihre experimentelle Schiene auf "Necrovision" zum Vorschein. Eine Mixtur aus hoch angereichertem Gitarren-Shredding, das sich in ein akzentuiertes Drumming einfügt, während der Bass die rollende Apokalypse vervollständigt.
Schlussendlich folgt der wohl namennächste Song zum Albumtitel mit "Necrocosmic Vision". Er stellt sich als dunkles und durch kurze Chor-Gesänge anmutendes Gewitter in Szene. Während drei Teilstücke verschiedenen Klanges die Gesamtheit des finalen Paketes darstellen, hält der Titel mit sieben-einhalb Minuten den Spielzeit-Rekord der Scheibe. Da der letzte Teil neben seinen beiden Partnern der epische Ausläufer des Songs ist, findet er als Ausklang des Albums eine gute Funktion. Die daraus resultierende Ungewissheit könnte den Hörer anregen, in die Zukunft der Band zu denken, denn diese kann angesichts der vergangenen neun Songs eine Menge Potential vorweisen, welches noch lange nicht ausgeschöpft ist und den Fan deshalb trotzdem wieder in eine Zeit der Spannung entlässt.

Fazit: "Necrovision" gilt als neuer Meilenstein der Bandgeschichte: Neue Ideen wurden in alte Gewänder gesteckt, um den Oldschool Charakter beizubehalten. In Zeiten der stilistischen Vielfalt und in die Mode gekommenen Mixturen daraus, distanzieren sich DARKENED NOCTURN SLAUGTHERCULT ganz klar hiervon. Die Modernisierung der Soundtechnik kommt dabei als Stilmittel sehr gut an.
Des Weiteren auch immer wieder ein Ohrenschmaus: die mehr als virtuosen, abwechslungsreichen und trotzdem temposicheren Schlagzeug-Machenschaften Horrn's.
Bleibt nur noch eine offene Angelegenheit: Wann und wo gibt es diese starke Truppe wieder einmal live zu sehen? Und dabei verrät die Homepage nur einen geplanten Auftritt. So kann man hoffen, dass DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT doch noch einige Rituale zelebrieren möge.

Flo für Lady-Metal.com