Debauchery - Kings of Carnage

Debauchery

Band: Debauchery

Album: Kings of Carnage

Label:
Massacre Records

Release Date: 02.08.2013

Genre: Death Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. Coming of the Dragons
02. Demonslayer
03. Let there be Blood
04. Killerbeast
05. Kings of Carnage
06. Man in Blood
07. Blood God kills
08. Victory awaits
09. Murder Squad
10. The last Crusade
11. Debauchery motherfuckin’ Family

Lineup:
The Bloodbeast Thomas – Vocals, Guitar
Warmaster Dennis – Bass
Wargrinder Marcel – Drums

Besten Dank an Massacre Records zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

Die unangefochtenen Blutgötter des deutschen Deathmetal dürften mittlerweile so ziemlich jedem Headbanger ein Begriff sein. Die ersten fünf Alben um Fronter Thomas gingen durchgängig auf die Zwölf und können bedenkenlos in dem von SIX FEET UNDER beeinflussten Groovemetal angesiedelt werden. Vereinzelte Einflüsse aus Thrash und Grind nahmen dem Konzept die Kanten und verliehen der Band ihren ureigenen Stil. Seit „Rockers and War“ wird dieser Sound immer stärker mit Einflüssen aus dem traditionellen Hardrock vermischt. Seit sich Thomas allerdings mit seiner zweiten Band BIG BALL austoben durfte, wird wieder zunehmend auf allzu starke (?) Rockeinschläge verzichtet.

Doch was gibt es nun über die neue Scheibe zu berichten? Eigentlich fast zu viel, um es in eine einfache Rezension zu packen. Die Struktur der Songs ist meist nicht sonderlich kompliziert. Strophen, Refrain und Bridge sind in der Regel vorhanden und werden auch in gewohnter Manier aneinander gereiht. Statt auf einen progressiven Aufbau setzt „Kings of Carnage“ auf eingängige Riffs und Mitsingrefrains. Hierdurch erhalten alle Songs einen absoluten Ohrwurmcharakter. Verstärkt wird dieses Feeling noch dadurch, dass in mehreren Tracks auf alte Gassenhauer und Evergreens der Gruppe angespielt wird. So ist beispielsweise auch diesmal der erhabene Bloodgod wieder mit von der Partie (und glaubt mir, er will kein Poker spielen).

Um den Titeln einen würdigen Druck zu verleihen, wurde diesmal tief in die Technikkiste gegriffen. Noch nie konnte mich die Abmischung eines DEBAUCHERY-Albums in diesem Maße überzeugen. Der Sound klingt glasklar und sauber wie der Boden in einem Nobel-Restaurant. Sicherlich werden kritische Stimmen bemängeln, dass hierdurch die dreckige Atmosphäre der Anfangstage verloren geht, allerdings würden die neuen Songs überhaupt nicht mehr mit einer schmutzigen Produktion zusammenpassen.

Die rockigen Elemente der letzten Alben wurden diesmal nur begrenzt und äußerst gezielt eingesetzt. Lediglich in Tracks wie „Man in Blood“ oder „Debauchery motherfuckin‘ Family“ kommt noch das gute alte QUEENSRYCHE-Feeling auf. Ansonsten finden sich diese Elemente nur sehr latent wieder. Stattdessen wird mit neuen Ideen wie einem deutschsprachigen Song (Let there be Blood) oder extreme Tempiwechsel (Blood God kills) aufgewartet. Gerade diese kleinen Innovationen verleihen dem Output seinen eigener Charakter und somit auch seine Daseinsberechtigung in den internationalen Plattenläden.

Fazit: Das letzte Album „Germanys next Deathmetal“ ließ mich vor wenigen Jahren mit einem flauen Gefühl in der Magengegend zurück. Es wurde nicht wirklich etwas Neues geboten und auch die alten Ideen wurden auf den Kultalben „Kill Main Burn“, „Continue to kill“ und „Rockers and War“ mit mehr Elan umgesetzt. Umso beruhigter bin ich nun, dass DEBAUCHERY auf der neuen Veröffentlichung wieder mit allen Konventionen brechen und ihren ganz eigenen Stilmix kreieren. Wer EISREGEN bereits vorwarf, sie würden keinen Blackmetal mehr spielen, muss sich nun sicherlich auf ähnliche Weise die Frage stellen: Ist DEBAUCHERY wirklich noch Deathmetal? Ich persönlich würde das stark bezweifeln. Aber was soll’s? Das Album macht Spaß und letztendlich kommt es doch genau darauf an!

Hardy für Lady-Metal.com