Deviant Syndrome - Inflicted Deviations

Deviant Syndrome

Band: Deviant Syndrome

Album: Inflicted Deviations

Label: MDD Records

Release Date: 24.06.2011

Genre: Melodic Death/Black Metal

Rezensent: Flo

Tracklist:
01. Harbringers Of Extinction
02. Blessing The Emptiness
03. Entire Cosmic Elements
04. Seal Of A Star Dweller
05. The Wicked
06. A Day To Fall
07. Consequence
08. Liberation
09. Drowned In The Frozen Sun

Lineup:
George Shchelbanin - Vocals, Guitar
Eugene Sibrisky - Guitar
Olga Orekhova - Keyboards
Nikita Kharitonov - Bass
Konstantin Kalkatinov - Drums

Danke an MDD für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Wenn jemand dieses Intro für das einer Heavy oder Thrash Metal Band hält, ist das ganz in Ordnung, wobei ab dem zweiten Song jegliche Vorurteile in den Boden gestampft werden. Hier gibt es mächtig was um die Ohren, nämlich melodischen Death/Black Metal von feinster russischer Hand. Seit 2005 existiert nun diese Formation und man kann sehr wohl sagen, dass sie sich mit Skandinaviens Landsleute von Children Of Bodom, Norther und Ensiferum messen kann. Ein gesangliches Gastspiel des Sängers von Norther beweist somit auch, dass die Band über den nötigen Status verfügt. Des Weiteren haben sich die Russen auf Tour mit unter anderem Kalmah und Pantheon I besonders von letzterer einige Elemente der Schnelligkeit aneignen können, die sie mit diesem Album preisgeben wollen.

Wie schon angedeutet, gibts ab Nummer zwei gehörig auf die Zwölf, besonders ab dem Zeitpunkt, wo das Schlagzeug die Blastbeats geradezu daherhämmert und der erste Schrei des Sängers zu hören ist. Und diese stückweise Zitterpartie zieht sich eigentlich durch das ganze Album, um immerwieder mal einen Akzent zu setzen, der das Wort "Black" im Genre rechtfertigt. Sehr kraftvoll bietet hier die Solo-Guitar Melodien und Soli, mal etwas langsamer, und dann wieder im Highspeed-Tempo; diese Flexibilität lässt einen nur so staunen. Um die Solomelodien in ein schönes Rhythmusgewand zu hüllen, lässt man tiefe groovige Riffs aus der Trickkiste, und zwar nicht primitiv sondern hochwertig, wie es der Rest der Band auch hören lässt. Besonders hervorzuheben wäre hierfür der vierte Song "Seal Of A Star Dweller". Da erkennt man auch, dass manche Stellen aufgrund ihrer Komplexität sogar leicht core-angehaucht sind.

Nächster und sehr signifikanter Haltepunkt: Track acht namens "Liberation". Zur Abwechslung findet der Hörer hier mal ein Instrumentalstück, wo eigentlich alles, was das Herz eines Melodic Metallers begehrt, geboten ist. Vom Staccato-Riff über sage und schreibe drei Akustik-Parts, gehüllt in Regen und Donner, bis hin zum Tieftöner-Solo - und das erweist sich als Griffbrett-Kunst - werden hier alle Themen des Metal behandelt, ganz klar wieder fast schon obligatorisch die Melodiebögen sowie Temposchwankungen. Und da ist er auch schon wieder am Ende...meint man, aber nein, da wird nochmal das Eingangsthema geboten, und so kann man abschließend sagen, dass der Track nach gnadenlosen 9 Minuten und 4 Sekunden einen schönen Ausklang hat. Letzter Song vermischt einen schnellen Blastbeat mit einem hämmernden Schlagzeugrhythmus, dazu mal etwas Double-Bass-Gewitter und umschmückt mit einer leichten Keyboard-Wand geht auch dieser ins Ohr und bietet zum Schluss des Albums nocheinmal einen richtig schönen Melodic Death Metal.

Fazit: Was soll man da groß sagen? Diese Scheibe darf in keiner Melodic Death Sammlung fehlen bzw. soll es ein Tipp sein, falls es der Wunsch ist, auch mal andere Gebiete zu erschließen, was die Herkunft der Band betrifft. Da wird an musikalischen Elementen alles behandelt, was die Liste hergibt, wobei das Keyboard hier nicht wie bei den obig genannten Stilpartnern als Soloinstrument an die Front rückt, sondern sich durch seine dezente Spielweise für die Athmosphäre verantwortlich gibt und somit exzellent ins Gefüge integriert.

Flo für Lady-Metal.com