Devilish Impressions - Simulacra

Devilish Impressions

Band:  Devilish Impressions

Album: Simulacra

Label: Lifeforce Records

Release Date: 27.07.2012

Genre: Blackened Death Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
1. Icaros
2. Legion of Chaos
3. Lilith
4. Fear no Gods!
5. The Scream of the Lambs
6. Spiritual Blackout
7. Vi Veri Vniversum Vivus Vici
8. The last Farewell
9. Solitude

Lineup:
Quazarre – Vocals, Guitars, Keyboards
Armers - Guitars
Icanraz - Drums
Vraath - Bass

Besten Dank an Lifeforce Records zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

In den letzten Jahren scheint sich Polen immer stärker zu einem regelrechten Schmuckstück in den europäischen Landen zu entwickeln, zumindest wenn es um Musik aus dem allseits beliebten Knüppelbereich geht. DEVILISH IMPRESSIONS nennt sich einer dieser Exportschlager, der mit seinem nun schon dritten Album „Simulacra“ versucht, sich von der heimischen Konkurrenz abzuheben.

Laut eigener Aussage handelt es sich bei der musikalischen Ausrichtung um blackened Deathmetal, was sicherlich auch begrenzt zutreffend ist. Allerdings möchte ich den Leser vor einem falschen Bild warnen. Die durchaus vorhandenen Deathmetal-Einlagen werden nämlich durch orchestrale Darkmetal-Parts ergänzt, die sich wohl am ehesten mit alten CRADLE OF FILTH, COVENANT oder härteren Schaffensphasen von SIEBENBÜRGEN vergleichen lassen. Hierdurch entsteht zwar ein eigenständiges und abwechslungsreiches Album, allerdings sollte sich jeder Interessent auch über diese Vielschichtigkeit im Klaren sein.

Als besonders interessant stellen sich die Lyrics der Songs heraus. Ganz bewusst wird sich in beinahe jedem Lied auf große Werke der Literatur bezogen und somit feiert die Kulturgeschichte auf dieser Scheibe Hochkonjunktur.
In „Fear no Gods!“ wird beispielsweise aus Dante Alighieris „Komödie“ rezitiert, wodurch nicht nur jedem Theologen die Kinnlade auf den Tisch fallen dürfte. Die Frage, die ich mir stelle, lautet in erster Linie: Warum hat es solange gedauert bis eine Metalband das Potential dieser Schrift entdeckt? Hut ab, dieser Querverweis ist wirklich genial.

Ob „Edgar Allan Poe“ oder „Goethe“, auf diesem Silberling erleben wirklich eine Menge alter Schreiber ein kleines Comeback. Doch nicht nur Künstler aus der Vergangenheit geben sich auf „Simulacra“ die Klinke in die Hand. Gleich eine ganze Heerschar von Musikern unterstützt ihre Genrekollegen und wirkt an verschiedenen Songs mit.
So durften unter anderem Orien von BEHEMOTH (Nur bei dem Bonustrack „Prince of the East“), als auch Mr Kostrzewa von ASGAARD an den Titeln mitwirken.

Die Verspieltheit der Bandmitglieder macht sich somit sowohl musikalisch als auch lyrisch bemerkbar. Die Unterstützung mehrerer Kollegen gibt dem Gesamtwerk sogar noch einen zusätzlichen Reiz. Spaß macht die Scheibe dadurch auf voller Länge, völlig egal ob wild auf die Felle gedroschen („The Scream to the Lambs“) oder der gelungene Klargesang ausgepackt wird („The last Farewell“).

Fazit: DEVILISH IMPRESSIONS gehen musikalisch in eine völlig andere Richtung als es der Stil ihrer Landsleute (VADER, etc.) hätte vermuten lassen. „Simulacra“ bietet zwar viele Momente, in denen dem Hörer mit Gekreisch und Doublebase-Attacken auf's Trommelfell geschlagen wird, allerdings entstehen durch ruhigere Parts immer wieder starke Kontraste. Hierdurch wird eine Spannung aufgebaut, die über die gesamte Spielzeit erhalten bleibt.
Synthesizer und eingespielte Orchesterklänge werden dezent genug eingesetzt, um nicht in den Vordergrund zu treten, sondern unterstützen meist aus dem Hintergrund die drückende Atmosphäre der Songs.
Bei dieser Platte darf wirklich ohne schlechtes Gewissen ins Regal gegriffen werden. Wer auf Musik aus den Bereichen Black-, Death- oder Darkmetal steht, kann mit „Simulacra“ im Grunde nichts falsch machen.

Hardy für Lady-Metal.com