Din Brad - Dor

Din Brad

Band: Din Brad

Album: Dor

Label: Prophecy Productions

Release Date: 20.04.2012

Genre: Neo Folk

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. Amar
02. Îmbratisat De Dor
03. Poarce'n Suflet Greu Pacatu
04. Doina
05. Cîntecul Cununei
06. Dor
07. Of, Of, Viata
08. Durere
09. Foaie Verde, Odolean
10. Cine Iubeste si Lasa
11. Bradule, Bradutule

Lineup:
Negru – Percussions, Drums
Alma – Vocals
Inia Dinia – Vocals, Keyboards
Special Guests

Besten Dank an Prophecy Productions zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

DIN BRAD ist das neue Baby von NEGURA BUNGETs Schlagzeuger Negru. Mit anderen Kollegen seiner Hauptband und einer in der Metalszene bisher unbekannten Sängerin experimentiert er nun in die Richtung rumänischer Folklore.

Nach Aussage von Herrn Negru geht es um die Natur und Kultur Rumäniens. Schafhirten sollen deshalb im Mittelpunkt der Musik stehen und nicht etwa pompöse Schlachten oder Endzeitszenarien.

Entsprechend minimalistisch wird mit den Instrumenten zu Werke gegangen. Die dezent eingesetzten Trommeln werden meist lediglich von Bass und einem beinahe allgegenwärtigem Keyboard begleitet ("Dor").
Umso mitreißender wirken dadurch die Panflöten, welche von den Gastmusikern vereinzelt in die Klangwelten miteingebracht werden ("Durere").

Mehrere Songs verzichten sogar komplett auf eine instrumentale Untermalung und beschränken sich auf choralen Klargesang ("Poarce'n Suflet Greu Pacatu" oder "Cîntecul Cununei"). Besonders stechen hierbei die Männerstimmen hervor, die in einem starken Kontrast zu der meist vorherrschenden Stimme von Mrs. Alma stehen und diesem Silberling eine starke Spannung verleihen. 

Es ist schwierig diese Musik zu vergleichen oder einem Genre zuzuordnen. Trotz seltenen Ähnlichkeiten zu Folk-Bands wie QNTAL oder DONIS SU KÛLGRINDA kommt das ganze Projekt einfach zu selbstständig daher, um in eine Schublade gesteckt zu werden. Lediglich die Einflüsse von NEGURA BUNGETs "Vîrstele Pamîntului" stechen deutlich hervor.
Vermutlich führt kein Weg daran vorbei, sich bei Interesse einfach selbst ein Bild von diesen Klängen zu machen (Gott segne Myspace).

Das es mittlerweile auch genügend aufgeschlossene Ohren für Neo-Folklore gibt, bewieß in der nahen Vergangenheit schon der große Erfolg FEJDs und das ausverkaufte Kirchenkonzert von EMPYRIUM. Ich würde mich freuen, wenn auch DIN BRAD sein Publikum findet und zu den Szene-Größen mit aufschließen kann.

Fazit: Es sollte jedem Interessenten bewusst sein, dass hier kein Pagan- oder Blackmetal zu erwarten ist. Geboten wird moderne Folklore, die sich wie die Morgendämmerung über das Firmament der rumänischen Naturlandschaften ausbreitet und zum träumen einlädt. Ich möchte gleich vor einem Versuch warnen, diese Platte beiläufig beim Kochen laufen zu lassen. Diese Musik ist genial, benötigt aber auch die gesamte Aufmerksamkeit des Hörers, um ihr Potential entfalten zu können.

Hardy für Lady-Metal.com