Disintegrate - Parasites of a shifting Future

Disintegrate

Band: Disintegrate

Album: Parasites of a shifting Future

Label: Massacre Records

Release Date: 27.07.2012

Genre: Melodic Death Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. Abecedarium
02. Mediacrity
03. Art of Clairvoyance
04. Casus Belli
05. Parasites of a Shifting Future
06. Twist of Faith
07. The Architect
08. Shatter Them
09. The Subtle Decay
10. Within the Pain
11. These Scars

Lineup:
Danny Boonstra -Vocals, Keyboards
Jos Hindriks - Guitars
Leo van Leijen - Guitars
Sander Stegeman - Bass
Joran Dijkstra - Drums

Besten Dank an Massacre Records zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

Eigentlich versuche ich zu Beginn meiner Reviews immer ein paar Sätze über die Geschichte oder den Hintergrund der jeweiligen Band zu verraten. DISINTEGRATE machen es mir diesbezüglich wirklich schwer, da es sich bei „Parasites of a shifting Future“ um ihren ersten professionellen Output handelt. Allerdings haben die Jungs vor einiger Zeit im Alleingang und noch ohne Label eine DVD veröffentlicht, weshalb ich ihnen zumindest mal eine ordentliche Portion Grundmotivation zuschreiben möchte. Nachdem ich ansonsten allerdings noch nichts von dieser Gruppe weiß, wird dir lieber Leser wohl nichts anderes übrig bleiben, als dich mit mir in ein kleines musikalisches Abenteuer zu stürzen.

Laut Pressetext spielen DISINTEGRATE melodischen Deathmetal. Dies würde ich ohne zu zögern unterschreiben. Schon das Intro „Abecedarium“ überzeugt mit einem druckvollen Gitarrensound, der Lust auf mehr schürt. Zumindest im Bereich der Sechssaiter wird der gewogene Hörer auch alles andere als enttäuscht. Songs wie "Mediacrity“, „Casu Belli“ oder „The subtle Decay“ gehen sofort ins Ohr und sorgen für deftige Headbang-Impulse.

Leider mutiert die Scheibe hierdurch zu einem absoluten Gitarrenalbum. Weder Schlagzeug, Keyboard noch Bass schaffen es, an die Arbeit der Herren Hindriks und Leijen anzuschließen. Auch die Vocals bewegen sich eher im Mittelmaß und werden sicherlich keine neuen Grenzen setzen. Hierdurch verlieren die Songs natürlich nicht zwangsläufig an Stil oder Ohrwurmcharakter, doch meiner Ansicht nach eine gewisse Authentizität. Dies wird sicherlich nicht jeder Hörer als (gleich) störend empfinden. Mir persönlich fehlt in der Suppe allerdings die ausgewogene Würze eines waschechten Thai-Curry.

Insgesamt lässt sich die musikalische Ausrichtung der Jungs mit Bands wie DARK TRANQUILLITY, SEELENFRIEDEN oder SCAR SYMMETRY (jedoch ohne Klargesang) vergleichen. Die Riffs gehen durchweg direkt ins Ohr und auch das Songwriting wirkt für eine verhältnismäßig neue Truppe schon ziemlich reif. Gerade deshalb vermute ich stark, dass man in der Zukunft noch einiges von den Niederländern hören wird. Mir persönlich würde es allerdings gefallen, wenn sich das teilweise schon sehr schrille Keyboard (ich meine nicht zuletzt den Titeltrack „Parasites of a shifting Future“) in den Gefilden etwas weniger hoher Oktaven wiederfinden ließe.

Fazit: DISINTEGRATE haben mit „Parasites of a Shifting Future“ ein durchaus interessantes Debut-Album geschaffen. Spannende Gitarrensounds und ein abwechslungsreicher Songaufbau wissen zu überzeugen und klingen als wäre die Band schon lange ein fester Bestandteil der Szene. Das teilweise penetrant herausstechende Keyboard (da es über weite Strecken nur dezent zum Einsatz kommt, fallen mir andere Passagen nur umso stärker auf) und das unterschiedliche Niveau der einzelnen Instrumente hemmen meinen Hörgenuss jedoch immer wieder. Insgesamt bleibt somit ein bodenständiges Werk mit verschiedenen Höhen und Tiefen. Deshalb empfehle ich dieses Album bevorzugt Menschen, die eine Bergsteigerausrüstung besitzen oder sich ohnehin im Melodic-Deathmetal zu Hause fühlen.

Hardy für Lady-Metal.com