Down among the dead Men - Down among the dead Men

Down among the dead Men

Band: Down among the dead Men

Album: Down among the dead Men

Label: Cyclone Empire

Release Date: 22.11.2013

Genre: Crust Core

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. Draconian Rage
02. The Doomsday Manuscript
03. As Leeches Gorge
04. The Epoch
05. Adolescence Of Time
06. Bones Of Contention
07. Dead Man’s Switch
08. A Handful Of Dust
09. Infernal Nexus
10. Dead Men Diaries
11. Venus Mantrap
12. Down Among The Dead Men
13. The Stones Lament

Lineup:
Dave Ingram - Vocals
Dennis Blomberg - Guitars
Rogga Johansson – Guitars, Bass
Erik R. Bevenrud - Drums

Besten Dank an Cyclone Empire zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

Wow, die neue Combo DOWN AMONG THE DEADMEN stellt quasi eine Art Allstarband dar. Dave Ingram sang bereits bei Deathmetal-Königen wie BOLTH THROWER oder BENEDICTION, während Mister Johansson bereits bei PAGANIZER und EDGE OF SANITY aktiv war. Dennis Blomberg spielt hingegen noch bei THOSE WHO BRING THE TORTURE. Diese vielen einschlägig bekannten Namen lassen bereits mit einer akustischen Dampfwalze rechnen, die das heimische Wohnzimmer bis in seine atomaren Einzelteile zerlegen wird.

Die erhoffte Zerstörung beginnt bereits mit dem Opener „Draconian Rage“. Harte Riffs, Blastbeats und hasserfüllte Vocals zeigen gleich während den ersten Minuten, was in der kommenden halben Stunde zu hören sein wird. Die musikalische Ausrichtung ist hierbei zwischen Bands wie DOOM, DISCHARGE und ROTTEN SOUND anzusiedeln. Allerdings wirkt der Stil merklich technischer als bei den genannten Genrekollegen. Trotz Highspeed-Attacken und purer Aggression nehmen sich Monsieur Blomberg und Johansson immer wieder die Zeit für komplexe Spielereien auf ihren Mehrsaitern. Da diese Einlagen selten länger als wenige Sekunden dauern, fühle ich mich leicht an die mittlerweile in Ruhestand gegangenen NASUM erinnert, die es verstanden, selbst in den kürzesten Grindcore-Hits geniale Riffs unterzubringen.

Kaum ein Titel hat eine längere Spielzeit als knappe zwei Minuten vorzuweisen. Dieser Umstand hängt damit zusammen, dass die einzelnen Passagen kaum wiederholt werden. Die einzelnen Kompositionen bleiben hierdurch spannend und erinnern durch ihren Aufbau an Mathcore-Bands wie ARFCHITETS.

Als spannende Besonderheit wird der Vocalist bei dem Titeltrack „Down among the dead Men“ gesanglich von seinem Sohn unterstützt, dessen Organ sich bereits durchaus hören lassen kann. Abgesehen von dieser lustigen Idee, werden allerdings keine herausragenden Innovationen geboten. Die technische Umsetzung ist auf dieser Platte somit durchaus passabel, die Kreativität hält sich hingegen in Grenzen. Wie sehr dieser Umstand den eigenen Hörgenuss schmälert muss jeder Hörer für sich selbst entscheiden. Ich gebe allerdings zu bedenken: Abrissbirnen verfolgen auch nur ein einziges Ziel, nämlich nichts an seinem ursprünglichen Platz stehen zu lassen. Und dieser Aufgabe kommen die werten Herren durchaus nach!
    
Fazit: DOWN AMONG THE DEADMEN spielen technischen CRUSTCORE (klingt komisch, ist aber so!) mit einer starken Deathmetal-Schlagseite. Die Punkeinflüsse beschränken sich weitestgehend auf die rotzige Attitüde und die scheinbar starke Abneigung gegen Wiederholungen. Leider wird trotz dieser starken Ansätze nur punktuell etwas wirklich Neues geboten. Selbstverständlich kann man bei diesen Musikern nicht erwartungsfrei an „Down among the dead Men“ herantreten. Meine persönlichen Erwartungen wurden zwar durchaus erfüllt (technisch einwandfreie Umsetzung und brachialer Sound) auf der anderen Seite allerdings auch nicht übertroffen (keine neuen Einfälle oder besonderen Überraschungen). Ich kann diesen Langspieler somit jedem Freund der härteren Gangart empfehlen. Wer keine Zeit findet, sich mit dem Output zu beschäftigen, wird es jedoch sicherlich auch überleben.

Hardy für Lady-Metal.com