Downfall of Gaia - Suffocating in the Swarm of Cranes

Downfall of Gaia

Band: Downfall of Gaia

Album: Suffocating in the Swarm of Cranes

Label: Metal Blade

Release Date: 05.10.2012

Genre: Post-Hardcore/Metal

Rezensent: Chris

Tracklist:
01. Vulnus
02. Drowning By Wing Beats
03. In The Rivers Bleak
04. I Fade Away
05. Beneath The Crown Of Cranes
06. Giving Their Heir To The Masses
07. Asphyxia

Lineup:
Dominik Goncalves dos Reis - Vocals, Guitar
Peter Wollf - Vocals, Guitar
Anton Lisovoj - Vocals, Bass
Johannes Stoltenburg - Drums

Beurteilung

Aus Hamburg, Berlin und Hannover kommt eine Band, die mir bis zu diesem Zeitpunkt unbekannt war. Noch dazu kommt es eher selten vor, dass ich Reviews zu Alben verfasse, die uns nicht von einem Label überreicht wurden. Aber genau an dieser Stelle ist es der Fall. Und das hat gleich mehrere Gründe: 1. Das Album hat mich in seiner Gesamtheit restlos begeistert. 2. Ich muss an dieser Stelle für ein persönlich eher unfavorisiertes Genre eine Lanze brechen. 3. Show your boobs and fucking respect!

Aber nun mal ganz langsam und vorne. Die Scheibe "Suffocating in the Swarm of Cranes" ist das mittlerweile zweite Langzeitstück von DOWNFALL OF GAIA. Ich kann auch wirklich keine Vergleiche zum Vorgängeralbum ziehen. Lediglich ist klar, dass die vorangegange Demo und Split-EPs in eine ähnliche Kerbe schlagen. Und so sind auch die Angaben zum Stil der Band mindestens genau so widersprüchlich, wie das, was ich selbst dazu sagen kann. Ein bisschen (Post-)Hardcore, Sludge, Crust, Black Metal und Post Rock vermengen sich zu einem derart verwirrenden und doch homogenen, ja fesselnden Klangerlebnis, wie es mir persönlich nur ganz selten untergekommen ist.

Und genau hier muss ich nun auch sagen, dass mir der Bereich des Hardcore - ob mit oder ohne Post davor - bisher zu ungefähr 99 Prozent unerschlossen blieb. Dieses ständige, extrem-männliche Gehabe und musikalische Merkmale wie Gangshouts, Breakdowns oder männlich-weinerlicher Cleangesang - alles passé! Hier hat man auf einmal eine Band vor sich, die auf diese genregegebenen Grenzen pfeift und noch allerlei andere Stile hinzumischt. Was herauskommt hat Atmosphäre, ist vertrackt und ganz sicher nicht leicht zu verstehen. Aber es fesselt einen unglaublich und man kann sich nicht erklären, wieso. Mit gleich drei Sängern steigert sich auch die Intensität des Gebotenen in schier unglaubliche Atmosphären, dass ein Felix Baumgartenr getrost einpacken kann. Wo gerade noch Gitarrenwände bretterten und bitterböse Screams über einer dunkel-depressiven Atmosphäre schwebten, erklingen auf einmal gar liebliche Saitenklänge, die einem muntere Leichtigkeit vermitteln wollen.

An dieser Stelle sind auch Songtipps nur schwer hervorzuheben, da man sich dieses fesselnde Monster am Besten an einem Stück zu Gemüte führen sollte. Wer es doch tun möchte ist allerdings mit "In The Rivers Bleak" und "Beneath the Crown of Cranes" gut bedient. Hier sei noch das, sowohl in Motivauswahl und Farbgebung, schlichte Cover erwähnt, dass trotz allem das intensive Gefühl und die vielseitige Ader dieser Formation nahe an der Perfektion darzustellen vermag.

Fazit: Am Anfang war ich mir sicher, dass hier ein richtig gutes Album, aber dennoch kein Meilenstein vorliegt. Doch mit jedem weiteren Durchgang, und vor allem danach, stellte man fest, wie viel es hier eigentlich zu entdecken gibt und dass es einen nicht mehr loslassen will. Natürlich ist das alles auch anstrengend. Wie das halt so ist, wenn eine derarte Vertracktheit auf einen niederprasselt. Aber im Gesamteindruck bleibt ein gutes Gefühl zurück, das mehr davon will. Mehr von einer Band, die das Beste aus vielerlei Trend-Genres herauspickt und daraus etwas ganz eigenes kreiert. Von diesen Burschen wird noch viel zu hören sein! Verlasst euch drauf!

Chris für Lady-Metal.com