Dread Sovereign - All Hell's Martyrs

Dread Sovereign

Band: Dread Sovereign

Album: All Hell's Martyrs

Label: Ván Records

Releasedate: 21.03.2014

Genre: Doom Metal

Rezensent: Olli

Tracklist:

01. Drink The Wine
02. Thirteen Clergy To The Flames
03. Cthulu Opiate Haze
04. The Devil's Venom
05. Pray To The Devil In Man
06. Scourging Iron
07. The Great Beast Speaks
08. We Wield The Spear Of Longinus
09. Cathars To Their Doom
10. Live Through Martyrs - Transmission From The Devil Star

Lineup:
Nemtheanga (vocals & bass)
Dubh Sol (drums)
Bones (guitar)

Dank an Sure Shot Worx für die Bereitstellung des Materials

Beurteilung

Hinter Dread Sovereign verbergen sich Alan Averill Nemtheanga und Simon O'Laoghaire (hier als Dubh Sol) von Primordial und Gitarrist Bones, den man aus dem Umfeld in Dublin rekrutiert hat, um Alans doomigen Visionen ans Tageslicht zu verhelfen. Diese schleppt er nach eigener Aussage schon seit Jahren mit sich herum, bis zur tatsächlichen Geburt von Dread Sovereign dauerte es aber bis 2013, wo man auch prompt die EP "Pray to the Devil in Man" veröffentlichte. Die 3 Songs der EP finden sich nebst neuen Stücken nun auf diesem Album.


Nach dem Intro "Drink the Wine" startet das Album mit "Thirteen Clergy to the Flames" und das aus gutem Grund. Der von der EP mitgenommene Song zeigt Dread Sovereign von ihrer stärksten Seite. Man lässt den Hörer warten, bis es endlich richtig losgeht und dann walzt man ihn weg. Gerade wenn man sich an den leichten Schmerz gewöhnt hat, setzt Alan mit dem ersten gequälten Gesang ein, der mich teilweise sogar ein wenig an Ozzy erinnert. Aus dem Nichts schreit er dann richtig los und klagt an, während die Instrumente weiter (typisch Doom) im sehr gemäßigten Tempo einfach alles erdrücken. "Cthulu Opiate Haze" setzt genau das fort und ist eine noch langatmigere Walze als der Opener. Die letzten 1:30 des Songs passiert eigentlich gar nichts, man zerrt einfach die Gitarre und lässt es ausklingen. Macht aber nichts, da man als Hörer in diesem Moment der Soundwand bereits so verfallen ist, dass man es mit bittersüßem Schmerz erträgt. Dread Sovereign haben keine Angst, ihren Fans auch quälende Monotonie zuzumuten, wie besonders das folgende Zwischenspiel "The Devil's Venom" beweist. Ein paar sphärische Sounds, verzerrte Stimmen aus dem Hintergrund, das war's; und zwar über 4 Minuten davon. Mutig, aber effektiv, denn an dieser Stelle entscheidet sich, ob man dieses Album liebt oder zu den Akten legt. Mich hat es bis dahin so in seinen Bann gezogen, dass ich mich dabei erwische, völlig sinnlos auf die Wand zu starren und einfach nur noch den Sound wahrzunehmen.

Statt weiter Song für Song durchzugehen, mache ich es nun kürzer. Die Platte ist insgesamt einfach erdrückend, man fühlt die Beklemmung und das Unwohlsein, man spürt auch den rituellen und spirituellen Charakter der Musik immer wieder deutlich. Ich weiß nicht, ob es angebracht wäre, hier von Songwriting oder ähnlichem anzufangen, denn ich habe eher den Eindruck, dass hier bestimmte Dinge einfach raus mussten und ziemlich roh auf die Menschheit losgelassen wurden. Das ist allerdings kein Fehler, der Sound ist zwar dreckig, aber trotzdem differenziert und vor allem extrem ehrlich. Wenn man davon sprechen kann und will, dann würde ich "Thirteen Clergy...", "Scourging Iron" und "Cathars to their Doom" zu den Hits erklären und damit auch als Anspieltipps geben.

Fazit: Hier wird Old School Doom mit genau dem richtigen Maß Eigenwilligkeit und Moderne zelebriert. Die Songs haben manchmal ihre Längen, was allerdings in der richtigen Stimmung nicht stört, da man sich darin verliert. Dread Sovereign sind nichts für zwischendurch, dafür ist die Musik einfach zu schwer; aber wenn man den passenden Rahmen findet, kann man hier auf einen richtig geilen Trip gehen. Wer auf Doom und/oder Primordial steht, der muss hier einfach zuschlagen. Für mich persönlich eine der besten Platten des Jahres.

Olli für Lady-Metal.com