Dreadlink - Zero One

Dreadlink

Band: Dreadlink

Album: Zero One

Label: Massacre Records

Release Date: 27.07.2012

Genre: Thrash Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. Soulburn Industries
02. Fist vs. Face
03. New Era
04. Haterpillar
05. Reinforced Concrete
06. Revolt
07. Wall
08. Seven
09. Red Soil
10. Godforsaken

Lineup:
Raphael Adamek - Vocals
Sascha Brüggert - Rhythm Guitar
Jannes Carstens-Behrens - Lead Guitar
Timo Herrmann - Bass Guitar
Klas Mossakowski - Drums

Besten Dank an Massacre Records zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

DREADLINK ist eine 2009 gegründete Band, die ziemlich groovigen Thrashmetal spielt und der Welt nun mit der Scheibe "Zero One" ihr Debüt präsentiert. Gleich zu Beginn ihrer Karriere versuchen die Jungs aus Kiel mit einem Konzeptalbum zu punkten, was zumindest für mich nach einem Mammutsvorhaben aussieht. Städte und Raffinerien zieren das Albumcover und lassen somit einen ersten visuellen Eindruck von dem entstehen, das uns die Truppe vermeindlich mitteilen möchte. Was textlich und musikalisch genau geboten wird, sollt ihr gerne erfahren.

Gespielt wird eine relativ moderne Ausrichtung des Thrashmetals. Über die meiste Zeit leihen sich die Musiker allerdings auch großzügig Elemente anderer Stilrichtungen aus. So finden sich häufig starke Doomeinschläge (Soulburn Industries, Seven) oder Core-Einflüsse (Wall) wieder. Man könnte vermuten, dass die Spielzeit dieses Outputs somit interessant und abwechslungsreich gestaltet wurde. Dies ist zu meinem Leidwesen allerdings nur sehr begrenzt der Fall. Durch den genannten Stilmix entsteht eine Kombination, die keines meiner Bedürfnisse ausreichend zu befriedigen vermag. Weder kommt die Stimmung zum Moshen oder Headbangen auf, noch schaffe ich es in den wunderbar morbiden Katatonie-Zustand zu verfallen, in den mich Bands wie CROWBAR oder UNDERTOW entführen können.

Am störendsten empfinde ich persönlich jedoch die minutenlangen Modernmetal-Einlagen. Songs wie "New Era" oder "Haterpillar" klingen stark nach KORN, die aus Versehen ihre Gitarren zu tief gestimmt haben und selbst noch nicht so ganz zu wissen scheinen, wie sie mit diesem Problem nun umgehen sollen. Gerade deshalb würde ich diesen Release am ehesten Hörern empfehlen, welche sich der Newmetal-Szene zugehörig fühlen. Allerdings dürfte es den Songs an der entsprechenden Eingängigkeit fehlen, um in dieser Zielgruppe für herausragende Begeisterungsschübe zu sorgen.

Auch das Konzept des Albums scheint nicht wirklich eine revolutionäre Idee zu beihalten. Probleme wie Anonymität, Heuschreckenkapitalismus, eine ungerechte Machtverteilung oder die ach so gemeine Gesellschaft sind leider trotz ihrer Aktualität nichts neues und wurden von DRI schon zu Beginn der achtziger Jahre mit Blut und Galle besungen.

Fazit: Es tut mir aufrichtig Leid, wenn dieses Review recht negativbelastet ausgefallen ist. Man muss den Bandmitgliedern wirklich zu Gute halten, dass sie ihre Instrumente beherrschen, einige fette Grooves im Angebot haben und der Vocalist "Raphael Adamek“ mit einem ziemlich geilen Organ geboren wurde. Doch leider wird auf „Zero One“ überhaupt nichts neues geboten. Selbst die auffallenden Hymnen „Revolt“ und „Red Soil“ klingen irgendwie nach EKTOMORF auf Morphium. Die Anlehnung an Bands wie KORN, SEPULTURA und DOWN ist zudem noch äußerst startk ausgeprägt. Sollte es die Gruppe schaffen sich stärker von diesen Vorbildern zu lösen und ihren eigenen Stil auszubauen, könnten sich die nächsten Veröffentlichungen schon als wesentlich interessanter herausstellen.

Hardy für Lady-Metal.com