Dredg - Chuckles and Mr. Squeezy

Dredg, Chuckles and Mr. Squeezy, Vertigo, Lady_Metal

Band: Dredg

Album:
Chuckles and Mr. Squeezy

Label:
Vertigo

Genre: Alternative Rock/Progressive Rock

Release Date: 29.04.2011

Lineup:
Gavin Hayes - Vocals, Slide Guitar
Mark Engles - Lead Guitar
Drew Roulette - Bass
Dino Campanella - Drums, Piano

Tracklist:
01. Another Tribe
02. Upon Returning
03. The Tent
04. Somebody Is Laughing
05. Down Without A Fight
06. The Ornament
07. The Thought Of Losing You
08. Kalathat
09. Sun Goes Down
10. Where I'll End Up
11. Before It Began

Beurteilung

Für alle, denen Dredg keinen Begriff ist: Sie kommen aus San Francisco und existieren seit knappen 15 Jahren. Sie sind eine wahrhaftig mutige Band, die nie davor zurück schrecken, etwas neues auszuprobieren. Gänzlich unbeeindruckt von kritischen Zwischentönen der Anhänger und Presse wehren sie sich gegen Begriffe wie Tradition oder eigenen Stil. Doch immer bleiben sie sich irgendwie treu. Und genau das ist die Faszination an dieser Band. Dem Vorgänger wurde ja stellenweise sogar musikalische Belanglosigkeit vorgeworfen. Auch das neue Werk überrascht, fordert Eingewöhnung und alles ist wieder einmal anders.

Hier wird mit vielen Stileinflüssen um sich geworfen. Daraus ergibt sich eine hohe Vielseitigkeit, jedoch auch einige Schwachstellen. Eigentlich dürfte jeder ein Stück finden, dass ihm auf dieser Scheibe gefällt. Doch auch wird eines ganz schnell klar: Die zahlreichen Schwächen des Albums sind sehr deutlich. Leider.

Als erstes fällt die eher "verwaschene" Produktion, die sich im Laufe des Albums jedoch als Masche der neuen Scheibe herausstellt. Die ersten fünf Stücke brillieren dabei nicht durch Refrain, sondern durch die Strophen. Genau das ist es auch, was diese Songs schwer greifbar und auf keinen Fall ohrwurmverdächtig macht.

Mit "The Ornament" legen Dredg ein Machwerk ab, dass aus dem vorher gehörten prägnant heraussticht und mitreißt. Gerade deshalb, weil es eine komplett neue Seite im Universum der Musiker darstellt. Auf hochkarätigen, und durchaus rockigeren, Niveau wird weiter musiziert. Die größte Ohrwurm-Tauglichkeit kann man "Sun Goes Down" zurechnen. Mit abgestuften Übergängen, Rhythmuswechseln und im Halbflüsterton gesungenen Strophen mausert sich dieser Song zum wohl komplettesten des ganzen Albums.

Fazit: Gavin Hayes läuft oft zu gesanglichen Höchstleistungen auf, bleiben viele Songs relativ blass. Gerade die ersten fünf Stücke bieten gesunden Nährboden, um des Hörers Euphorie deutlich zu schmälern. Neben den erwähnten zwei Stücken ragt "The Thought Of Losing You" positiv heraus. Damit wären die drei wichtigsten Titel genannt. Alles was bleibt, ist von geringer Bedeutung. Am Ende hat man mit "Chuckles and Mr. Squeezy" ein Album abgeliefert, dass gerade in der zweiten Hälfte deutlich wächst. Somit wird wohl viel diskutiert, gemocht und gehasst. Zu Recht kann man sagen, dass dieses Werk nicht an die Vorgänger herankommt. Eines bleibt aber sicher - beim nächsten Album ist wieder alles anders.