Eclipse - Bleed and Scream

Eclipse

Band: Eclipse

Album: Bleed and Scream

Label: Frontiers Records

Release Date: 24.08.2012

Genre: Hard Rock

Rezensent:
Chris

Tracklist:
01. Wake Me Up
02. Bleed and Scream
03. Ain't Dead Yet
04. Battlegrounds
05. A Bitter Taste
06. Falling Down
07. S.O.S.
08. Take Back the Fear
09. The Unspoken Heroes
10. About to Break
11. After the End of the World

Lineup:
Erik Mårtensson - Bleeding Vocals, Guitar & Bass
Magnus Henriksson - Screaming lead guitar
Robban Bäck - Roaring drums
Johan Berlin - Epic synthesizers

Danke an Frontiers Records für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

"Ach, Erika mach doch mal die Mukke noch ein wenig lauter! Is ja fast wie damals, als Poison und Bon Jovi uns richtig zum abhotten auf der Tanzfläche der Vorstadt-Disse brachten." Das könnte wohl der Wortlaut von Günni aus Castrop-Rauxel sein, wenn er sich sehnsuchtsvoll an Zeiten erinnert, als die Musik noch gut, seine Frau noch knackig und sowieso alles viel besser war. "Na klar", wird sie als sein braves Weib antworten. Und Günni meint dann: "Wenn du schon dabei bist, zwäng dich nochmal in die 25 Jahre alte Zebraleggings, die mich damals so richtig auf Touren gebracht hat." Dazu legt er alte Goldkettchen und das 80er-Jahre-Vintage-Retro-Hemd von damals an. So schön kann sie sein, die Ruhrpott-Macho-Romantik. Wir schweifen vom Thema ab und deshalb geht es jetzt um das Wesentliche: Die Musik.

Schwedischer Hard Rock des Vierers ECLIPSE soll es dieses Mal sein. Diese Scheibe wurde nach dem von Kritikern gefeierten Album "Are You Ready to Rock" aus dem Jahr 2008 schon erwartet. Die Wurzeln des melodischen Hard Rock wurden in eine zeitgenössische Richtung ausgerichtet. Seitdem gab es eine Zusammenarbeit mit W.E.T., den Gewinn des "Best Song of the Year" bei den Melrock Awards 2009, einen Auftritt beim Firefest und als Support für Deep Purple.

Liest sich alles schon mal nicht schlecht. Und mit Frontiers Records hat die Gruppe hier auch noch ein starkes Label in ihrem Sektor hinter sich stehen. Man merkt stark, dass Frontmann Mårtensson zur Zeit einer der besten Produzenten und Songwriter in diesem Genre ist. Darunter fallen Arbeiten für W.E.T, Toby Hitchcok, Giant oder Jimi Jamison. Doch die wahre Stärke entfaltet sich eindeutig beim Musizieren in der eigenen Band. Und somit kann wahrlich sagen, dass hier jeder Song ein Schmeichler für das Hard-Rock-geneigte Ohr ist. Die Produktion ist glatt, und doch druckvoll. Jeder Takt, jede Melodie ist genau auf den Punkt gebracht und bietet den einzelnen Musikanten genug Platz zur Entfaltung. Entweder werde ich alt oder diese Spielart hat in diesem Jahr einfach verdächtig viele grandiose Alben auf den Markt geschmissen. Woran es letztendlich liegt, wird ein Geheimnis bleiben. Fakt ist jedoch, dass ECLIPSE ihren Job mehr als nur gut erledigt haben. Es sei auch erwähnt, dass Erik Mårtensson ein präzises und sehr gutes Organ mit viel Power sein eigen nennen kann.

Da kann man auch über das wenig anspruchsvolle und etwas kitschige Albumcover hinweg sehen. Das Artwork zeigt zwei gekreuzte Gitarren, einen Totenkopf mit Krone und ausgebreiteten Flügeln. Im Hintergrund erscheint ein rotes Etwas. Ist es die Sonne oder eventuell doch Planet X? Egal, denn die Musik rockt gewaltig. Als vergleichbare Bands können die, schon genannten, W.E.T. oder H.E.A.T herhalten.

Fazit: Wenn die bügelnden Schwiegermütter und alteingesessene Gitarrenfetischisten im trauten Beisammensein alten Zeiten huldigen und dazu ihre mehr oder (mittlerweile) minder vorhandenen Langhaarmatten schwingen - dann läuft wohl das neue Machwerk von ECLIPSE. Wieder eine neue Band im Universum des Schreiberlings, die definitv zu mehr taugt, als dem harmlosen Gedudel auf diversen Radiostationen. Die Stücke reißen mit und werden live sicherlich auch gut funktionieren. Noch dazu ist alles frisch und lebendig. Hard-Rock-Herz, was willst du mehr? Nichts und das ist auch erst mal gut so. Also ordentlich die "Finsternis", die damit verbundenenen Soli-Attacken und glorreichen Refrains, feiern und das Leben dazu in vollen Zügen genießen. Genau dafür wurde diese Musik gemacht. Zeit zum Bluten braucht man hier keine. "Time to Scream!" ist schon wahrscheinlicher. Und vielleicht rettet dieses Album ja in naher Zukunft auch die Ehe unserer Protagonisten Erika und Günni aus Castrop-Rauxel.

Chris für Lady-Metal.com