EgoNoir - Fortuna Teil 1 (Velut Luna Statu Variabilis)

EgoNoir

Band: EgoNoir

Album: Fortuna Teil 1 (Velut Luna Statu Variabilis)

Label: Der neue Weg Productions

Release Date: 01.09.2011

Genre: Black Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
1. Wolfsherrin
2. Mondsängerin
3. Fortuna (Velut Luna Statu Variabilis)
4. Hohe Tannen

Lineup:
JanuZ – Vocals, Different Instruments
Lothian - Different Instruments
Lethargie - Different Instruments

Besten Dank an "Der neue Weg Productions" zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

EGONOIR haben mit ihrem Debut-Album "Der Pfad zum Fluss" einen Meilenstein in der deutschen Blackmetal-Landschaft hinterlassen (Jeder Kenner verzeihe mir, selbstverständlich war die Demo "Also starb Zarathustra" auch schon ein Evergreen). Seitdem macht es die Gruppe ihren Fans alles andere als leicht. Mit jeder Veröffentlichung werden neue Wege eingeschlagen und alte Markenzeichen wieder verworfen. Durch dieses Vorgehen war es Anhängern der Gruppe schon immer beinahe unmöglich, sich ein plausibles Bild der nächsten Veröffentlichung zu machen. Entsprechend unsicher stehe auch ich dem neuen Output im EP-Format gegenüber.

Die ersten Klänge der Scheibe lassen den Hörer einem Spaziergang durchs Laub lauschen, der lediglich durch eine dominante und eingängige Bassline begleitet wird. An dieser Stelle darf (Nein, muss!) der Tieftonregler nach oben gedreht werden. Es ist wirklich unglaublich, was aus einer Bassgitarre so alles rauszuholen ist, wenn man die Musik nicht hetzt.
Nach kurzer Zeit weichen die Naturklänge erst der verzerrten Gitarre und schließlich auch dem Schlagzeug. Der eher ruhig gehaltene Blackmetal setzt ein, auf den die verwöhnten Lauschlappen der Hörer schon so lange gewartet haben.

"Wolfsherrin" nennt sich dieser erste Track. Leider vermisse ich während den ersten Minuten die Experimentierfreude der ersten beiden Alben. Erst als der Mittelpart einsetzt, erinnere ich mich wieder daran, warum ich in diese Band so große Erwartungen gesetzt habe. Eine Akustikpassage, die an Atmosphäre kaum zu überbieten ist, beendet den ersten Teil des Songs und erbricht sich nach einiger Zeit in ein brachiales Up-Tempo-Finale. Insgesamt ist der Opener der EP somit absolut gelungen und schafft Lust auf mehr.

Mit dem zweiten Song "Mondsängerin" kann ich mich leider wesentlich weniger anfreunden. Die Struktur ist zwar durchaus spannend, da sich ruhige Momente mit schnellen Wutausbrüchen abwechseln und durch Instrumental-Einlagen auch den einzelnen Instrumenten Zeit gelassen wird sich zu entfalten. Es handelt sich objektiv gesehen also womöglich um einen eigenständigen und guten Song. Allerdings stoße ich mich an dem Backgroundgesang, der meines Erachtens gleich um mehrere Oktaven zu hoch ausfällt. Selbst wenn über den ersten Teil des Liedes eine düster-morbide Atmosphäre aufgebaut wird, zerfällt diese für mich spätestens wenn der schrille Chor einsetzt. Womöglich ist der Kontrast zur tiefen Erststimme einfach ein bisschen gewagt.

Bei dem Titelstück "Fortuna" handelt es sich um eine unplugged Komposition. Der Sprechgesang von Herrn JanuZ wird über die gesamte Spielzeit lediglich von einer Akustikgitarre und einem Cello begleitet.
Wer nach dem Ende des Tracks nicht gleich die Aus-Taste bestätigt wird noch mit dem Bonustrack "Hohe Tannen" überrascht, der sich zwar sicherlich als Untermalung zum kommenden Trinkgelage eignet, musikalisch allerdings eher in der Schlager- als der Blackmetal-Ecke anzusiedeln ist.

Fazit: EGONOIR stoßen mich mit ihrem neuen Werk ein wenig vor den Kopf. Der Song "Wolfsherrin" lässt sicherlich die Herzen aller Fans höher schlagen. Die weiteren Songs können dieses Niveau meiner Meinung nach jedoch leider nicht halten. Die Stimmung von "Der Pfad zum Fluss" oder "Reste..." kommt somit lediglich kurzfristig zum Anfang der Platte auf.
Da ich jedoch auch schon sehr gutes von "Fortuna Teil 1" gehört habe, scheinen die Meinungen hier wohl außenander zu gehen. Wer sich deshalb trotz allem für den Output interessiert, kann sich auf eigenständigen Blackmetal einstellen, der sich wohl noch am ehesten mit VERDUNKELN, BETHLEHEM oder URFAUST vergleichen lässt.

Hardy für Lady-Metal.com