Eis - Wetterkreuz

Eis

Band: Eis

Album: Wetterkreuz

Label: Prophecy Productions

Release Date:  27.09.2012

Genre:  Blackmetal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. Mann aus Stein
02. Auf kargen Klippen
03. Wetterkreuz
04. Am Abgrund
05. Bei den Sternen

Lineup:
Alboin – Vocals, Guitars, Bass, Keyboards
Marlek – Drums

Besten Dank an Prophecy Productions zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

EIS hatten es in der Vergangenheit alles andere als einfach. Erst musste die Truppe 2010 ihren alten Namen GEIST niederlegen, als es zu einem Rechtsdisput mit dem gleichnamigem Indie-Projekt kam und kurze Zeit später verabschiedeten sich zu allem Unglück auch noch sämtliche Musiker der Band bis auf die beiden Gründungsmitglieder Alboin und Marlek. Blackmetal ist scheinbar doch Krieg. Ob diese Probleme EIS womöglich ernsthaft geschadet haben oder ob sie stattdessen vielleicht sogar stärker denn je aus dieser Zeit hervortreten verrät das kürzlich ausgekoppelte Album „Wetterkreuz“.

Zu Beginn des ersten Tracks wird eine andächtige Geschichte erzählt, welche in die vermeindlich totgefrorene Schneewelt einführt, in der sich innerhalb der nächsten Stunde bewegt wird. Rauhe Winde vermitteln bereits ein Gefühl von winterlicher Kälte, noch bevor die erste Gitarrenseite überhaupt angeschlagen wird. Diese milden Naturgeräusche wurden auf dem Album immer wieder verwendet und stellen eine Art Bindeglied zwischen dein einzelnen Songs dar.

Musikalisch ist „Wetterkreuz“ etwas ruppiger gehalten als der glatte Vorgänger „Galeere“. Immer wieder erinnert mich der Stil der Musik an HELRUNAR und NOCTE OBDUCTA.
Die meiste Zeit über wird im behäbigen Mid-Tempo agiert. Songs wie der Titeltrack halten allerdings auch immer wieder Böen bereit, die mit einer erschreckenden Geschwindigkeit überraschen und dem Hörer die Zehen abfrieren lassen. Gerade der Wechsel zwischen langsam fallendem Schnee und tobsüchtigen Blizzards macht diese Scheibe zu einer phantastischen Reise in eine ebenso fantastische Welt (ich liebe die letzte Rechtschreibreform^^).

Doch nicht nur der Facettenreichtum von „Wetterkreuz“ weiß zu überzeugen. Auch die Lyrics der fünf (mit Bonustrack sechs) Songs haben meiner Ansicht nach eine Entwicklung durchgemacht. „Diese Nacht hat viele Stunden. Die vom Sturm zerbrochenen Zeiger unserer Uhren liegen einsam auf den dunkelgrauen Klippen.“ Die poetischen Kleinode auf dieser Platte scheinen ein Märchen zu erzählen, das offen genug gehalten ist, um wirklich jedem Fan seine ganz individuelle Ausdeutung offen zu lassen.

Fazit: „Wetterkreuz“ ist für mich wie der Flug des Phoenix aus der Asche. Es ist noch nicht lange her, dass die Anhänger der Band um den Status und das Fortbestehen der Truppe bangen mussten. Nun kommt pünktlich zum Ende des Sommers ein im wahrsten Sinne des Wortes EIS-kaltes Comeback der Melodic-Blackmetaller aus Bielefeld. Und das hat sich wirklich mit allen Wassern gewaschen. Atmosphäre und Authentizität sind das Programm, welches den Hörern diesmal präsentiert wird. Wer auf Blackmetal im Stil von AGRYPNIE und Konsorten steht, darf deshalb gerne beherzt zugreifen. Aber Vorsicht: Um dem Kälteschock vorzubeugen sollte man die CD lieber mit Handschuhen anfassen!

Hardy für Lady-Metal.com