Fir Bolg - Towards Ancestral Lands

Fir Bolg

Band: Fir Bolg

Album:
Towards Ancestral Lands

Label: Schwarzdorn Productions

Release Date: 21.06.2013

Genre: Celtic Black Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. Intro
02. Behind the Great Oppidum
03. Blood Heritage
04. Banshees
05. King of Wallachia
06. Strong Old Megalith
07. Final Battle on the Frozen Lake
08. Mag Tuired
09. Dun Aengus

Lineup:
Dagoth – Vocals, Instruments

Besten Dank an Metal Promotions zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

Bei FIR BOLG handelt es sich um ein Soloprojekt des ASSACRENTIS-Gitarristen Dagoth. Um mit seiner eigenen Band keltische Blackmetal-Hymnen zu erschaffen, übernimmt er unter neuem Banner neben den Mehrsaitern zusätzlich noch Gesang und Schlagzeug. Als besonders interessant stellt sich der Umstand heraus, dass Dagoth weder aus den Highlands noch aus Skandinavien stammt. Stattdessen kommt dieses Allround-Talent tatsächlich aus Frankreich. Ob diese Kombination wirklich funktionieren kann möchten wir euch selbstverständlich keinesfalls vorenthalten (keltischer Metal aus Frankreich? Mich beschleicht das Gefühl, meine Kenntnisse über die Völkerwanderung nochmals auf den neusten Stand bringen zu müssen).

Ich gebe zu, bei der Genre-Bezeichnung „Celtic Black Metal“ zunächst an PRIMORDIAL, CEREB ALTOR, SKILTRON und CELTACHOR gedacht zu haben. Wenn es einem unserer Leser ähnlich geht, kann ich nur dazu raten, diese Assoziationen schnellstmöglich aus den eigenen Vorstellungen zu tilgen. Von der musikalischen Grundausrichtung abgesehen hat FIR BOLG mit den genannten Combos nämlich so gut wie nichts gemeinsam. Es wird weder auf choralen Klargesang gesetzt, noch versuchen progressive Instrumentaleinlagen die unendlichen Weiten Irlands einzufangen. Im Vordergrund stehen hingegen eindeutig die gewaltigen Schlachten aus Historie und Heldenmythos.

Während in dem Song „King of Wallachia“ ein heiß umkämpftes Gebiet Rumäniens besungen wird, behandelt der Titel „Banshees“ grausame Sagengestalten. Doch unabhängig von der geschichtlichen Korrektheit oder dem fantastischen Gehalt der einzelnen Songs, bleibt die musikalische Ausrichtung stets unverändert. Gespielt wird rockiger Blackmetal á la FRIGORIS oder TSJUDER. Ergänzt wird dieser altbekannte Stil durch vereinzelte Akustikeinlagen und eingespielte Samples von Kriegsgeschrei oder Schwerkämpfen. Da zu keiner Zeit Choräle, Sackpfeifen oder andere altertümliche Instrumente zu hören sind, würde ich jedoch trotz der lyrischen Thematik keine Parallelen zu bekannten Gruppen aus dem Pagan-Bereich ziehen wollen.

Stücke wie „Final Battle on the Frozen Lake” vereinen die Stärken der Band und dienen so als Referenz für das Schaffen Dagoths. Wilder und technisch versierter Blackmetal, der sich als melodischere Variante von BLACKSHORE oder aber wildere Alternative zu WATAIN entpuppt. Die klare Produktion kommt dem treibenden Sound hierbei noch unterstützend entgegen. Schwarzdorn haben sich in diesem Fall nicht lumpen lassen und auf ein Mastering gesetzt, welches sich von dem alten Kellersound gänzlich verabschiedet. Sicherlich wird dieser Umstand einigen Hörern zu modern erscheinen, mein persönlicher Hörgenuss konnte hierdurch allerdings eindeutig profitieren.

Fazit: Fernab von sämtlichen Kelten-Klischees liefert FOR BOLG ein zerstörerisches Album mit dezent eingesetzten Akustik-Passagen. Zwar wird nichts wirklich Neues geboten, das Bekannte wird dafür aber gekonnt in Szene gesetzt. Wer abends gerne mit seinem Glas Whiskey und einem gut geschminkten Corpsepaint vor seiner Stereoanlage sitzt, bekommt von Dagoth endlich neuen Stoff geliefert.

Hardy für Lady-Metal.com