Fjoelnir - Das Grab im Wald

Fjoelnir

Band: Fjoelnir

Album: Das Grab im Wald

Label: Self Released

Release Date: 10.11.2013

Genre: Pagan Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:

2. Siegreiche Schlacht
3. Pfad der Sehnsucht
4. Menschenhass
5. Der Verrat
6. Das Grab im Wald
7. Fjoelnir

Lineup:
Vocals - Aco Wöhrle
Guitars - Nick Marschel
Guitars  - Martin Jaenke
Bass - Robert Gimpel
Drums - Tobi Schellberg
Keys - Lucien Crozat

Besten Dank an Fjoelnir zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

Der Feldgott FJÖLNIR ertrank den Sagen nach in einem Fass Met, was bereits Bände über das Suchtverhalten dieses Wanen spricht. Glücklicherweise muss ich an dieser Stelle kein psychologisches Profil der Sagengestalt erstellen, sondern darf mich dem aktuellen Album "Das Grab im Wald" der gleichnamigen Band aus Bayern widmen. Ob hier wohl in Sachen Musik und Alkohol Maß gehalten wird?

Nun ja, zumindest über den musikalischen Teil der Frage werde ich mir in den folgenden Absätzen mal ein Urteil erlauben. Ich kenne die Musik der wilden Truppe bereits seit ihrer Demoveröffentlichung und merkte mir den Namen allein schon wegen der kreativen Coverversion der Tetris-Titelmelodie. Knappe drei Jahre später hat es die Band alles andere als nötig, weiterhin mit derart lustigen Gimmiks die Aufmerksamkeit der Hörer auf sich zu ziehen. Dafür wurden die Stärken im musikalischen Bereich viel zu stark ausgebaut. Allein schon das Songwriting und die eingängige Rhythmusgestaltung sprechen Bände.

Eigentlich ist es unnötig einzelne Tracks hervorzuheben. Sicherlich gibt es auf "Das Grab im Wald" keinen absoluten Chartstürmer. Auf mich wirkt dieser Umstand jedoch alles andere als negativ. Alle Songs zeichnen sich durch ein ähnliches Niveau aus, weshalb glücklicherweise keine unerwarteten Ausfälle befürchtet werden müssen. Die Anleitung zum Abgehen ist somit eigentlich ganz simpel: Album einlegen, auf Play drücken, Matte kreisen lassen! Klingt komisch, ist aber so.

Wer sich von FJOELNIR prototypischen Pagan-Blackmetal erhofft, sollte trotz meiner lobenden Töne zunächst ein Ohr riskieren bevor der Output blind angeschafft wird. Entgegen naheliegenden Erwartungen bewegt sich das gebotene Liedgut eher im Bereich Thrash- und Deathmetal. Musikalisch liegen deshalb Vergleiche zu MINJAR oder ASENBLUT nahe. All diejenigen, die auf sortenreine Schubladenzuordnungen gerne mal verzichten und sich über eine gesunde Mischung der verschiedenen Extremmetal-Genres freuen, sollten hingegen dringen das ein oder andere Ohr riskieren und sich mit diesem Release auseinandersetzen.

Fazit: FJOELNIR aus Bayern dürfen auf diesen Output durchaus die gefüllten Hörner erheben. Nur bitte fallt bei diesem Unterfangen nicht in irgendwelche Fässer oder ungewöhnlich großen Bierkrüge. Mich persönlich haben die Songs durchaus überrascht, da ich mit dieser Entwicklung seit den vorausgegangenen Demoveröffentlichungen nie im Leben gerechnet hätte. Ich hoffe schwer, dass dieses Album kein Glückstreffer war. Euer Leben als Einherjer muss leider noch etwas warten Jungs, jetzt werdet ihr erstmal als Skalden in Midgard gebraucht!


Hardy für Lady-Metal.com