Freitod - Regenjahre

Freitod

Band: Freitod

Album: Regenjahre

Label: Ván Records

Release Date:
13.10.2012

Genre: Black Metal

Rezensent: Tanja

Tracklist:
01. Regenjahre
02. Der Traumsturm
03. Neue Wege
04. Letztes Wort
05. Sterbenswart
06. Nichtssagend
07. WennAllesZerbricht

LineUp:
G. Eisenlauer – Klargesang, Gitarre, Bass
R. Seyferth – Schreigesang, Schlagzeug

Danke an Ván Records für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Ich bin ja nach einem weniger überzeugenden Debütalbum immer sehr neugierig auf den Nachfolger. Ebenso verhält es sich nun auch mit „Regenjahre“, der zweiten Veröffentlichung von FREITOD – meinen fränkischen Landsmännern.

Regen haben wir in den letzten Tagen ja genug gehabt und wenn ich nach draußen blicke, wabbern dicke, zähe Nebelschwaden an meinen Fenstern vorbei und die nasse Kälte kriecht durch jeden Schlitz in die Wohnung. Somit sollte ich ja schon einmal genau die richtige Grundstimmung um mich herum haben. Also Scheibe rein und dann lass uns durch die „Regenjahre“ wandeln. Doch zuerst einmal bin ich ziemlich baff, denn eingeleitet wird das schwarze Kunstwerk von einem in meinen Ohren recht sinnfreien und dennoch irgendwie passenden Kurz-Dialog: „Wo gehst du hin?“ – „In den Regen.“ Aber davon lasse ich mich natürlich nicht abschrecken und das ist auch gut so, denn der titelgebende, melancholische Eröffnungstrack „Regenjahre“ weiß gleich zu überzeugen. Zwar erwartet den Hörer hier keine hochtrabende, neue Kunst, aber es geht treibend und mitreißend voran und zeigt alle Facetten der Band in einem Song vereint.
Vor allem da die Nürnberger ihre Genre-Grenzen ja sowieso nicht sehr eng gesteckt haben, sondern sich eher in einem weitreichenden musikalischem Spektrum bewegen. Die bösartige Schwärze wird hauptsächlich durch krächzende Vocals markiert, wobei man doch viel hmmm... `kitschigen´ Klargesang zu hören bekommt, und ansonsten blitzen nur immer mal wieder schwarze Lichter durchs Dickicht. Ansonsten klingen die Soundkulissen für mich sehr darkmetallisch und experimentell. Stellenweise schrecke ich gar vor winzigen Nuancen zurück, gehe im Song zurück und finde mich dann neu in das manchmal sehr gewöhnungsbedürftige Gebilde hinein.

Die deutschen Texte klingen für mich reifer, durchdachter und transparenter – wenn auch manchmal etwas kitschig. Aber die leicht rockigen Songstrukturen finde ich alles in allem rund und auch wenn man noch an so mancher Ecke feilen kann, alles in allem gefällt mir was ich gehört habe.

Fazit: „Regenjahre“ zeigt Charakter, Stärke, Talent und Eigenständigkeit. Ich habe das Album nun wirklich schon zigfach gehört, entdecke aber trotzdem immer wieder etwas Neues und Langeweile kam bis jetzt noch nicht auf. Wenn der Kitsch vielleicht ein wenig mehr in den Hintergrund treten würde, könnte ich mir vorstellen, dass das nächste Werk ein absoluter Durchschlag wird. KAUFEN!

Tanja für Lady-Metal.com