Grimforst - Jagdgesang

Grimforst

Band: Grimforst

Album: Jagdgesang

Label: Cursed Records

Release Date: 22.10.2011

Genre: Black Metal

Rezensent: Chris

Tracklist:
01. Einklang
02. Trinklied
03. Gegen Rom
04. Verein. z.V.
05. A.E.I.O.U.
06. Hörst du es?
07. Jagdgesang
08. Verbrennung
09. Ausklang

Lineup:
Grimnir - Vocals
Greif - Guitar
Ternoc - Guitar
Vargrim Goroth - Bass
Arminius - Drums

Danke an Cursed Records für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Im Oktober vergangenen Jahres ist dieses Album erschienen, das schon vorher fast 5 Jahre fertiggestellt war. Aufgenommen wurde es 2007 in den Steindorfer Moorstudios. Die Band GRIMFORST wurde 2003 in Kärnten/Österreich gegründet und hat sich dem Black Metal mit einer Prise Pagan verschrieben.

Das Intro "Einklang" kommt mit akustischen Gitarren daher und im Hintergrund hört man ein Stimmen-Wirrwarr, das durchaus an ein Wirtshaus erinnert. Das passt deshalb so gut, weil Song 2 den Titel "Trinklied" trägt. Wer jetzt eine schunkelnde Humppa-Hymne erwartet, liegt aber weit daneben. Es geht brachial mit viel Gerumpel und Gekeife los. Dazwischen schiebt sich immer wieder Klargesang, der aber mit musikalischer Untermalung nur schwerlich zu verstehen ist. Diese cleanen Vocals werden jedoch im weiteren Verlauf des Albums fast gänzlich hinten an gestellt (Ausnahme "Jagdgesang") und man erlebt alle typischen Elemente des Black Metal. Dabei erschließen sich mir Songtitel wie "Verein. z.V." oder "A.E.I.O.U." nicht ganz (und diese sind auch eher untypisch fürs Genre). Hier wäre es interessant, mal die Songtexte zu lesen. Auffallend ist auch die eher begrenzte Spielzeit der Scheibe, die eine knappe halbe Stunde aufweist. Dabei sprengt gerade mal ein Song die Fünf-Minuten-Grenze, nämlich "Verbrennung".

Mit Cursed Records hat die Band ein starkes Label im Rücken, keine Frage.  Jedoch ist die Produktion über weite Teile schon sehr schwach auf der Brust. Von den Gitarren würde ich persönlich gerne mehr hören (teilweise umgesetzt bei "A.E.I.O.U." und "Hörst du es?"), dafür etwas weniger Drums. Und Vokalist Grimnir hätte die ein oder andere Stunde Üben wohl auch nicht ganz schlecht getan. Am stärksten setzt die Band all ihr Können und ihre Einflüsse im Titelsong ein, der hier auch gleichzeitig als Anspieltipp dienen kann.

Fazit: Im Gesamten bin ich Schwarzmetall aus Österreich nicht abgetan, wie z.B. Hellsaw. Auch im Untergrund kann man hier einige Perlen verbuchen. Zu diesem Underground würde ich auch GRIMFORST zählen. Ob man die Band dann letztendlich als Perle sehen mag, ist jedem selbst überlassen. Dies soll jetzt aber kein Verriss der Band und ihres Longplayers werden, denn mit Herzblut gehen sie alle Mal ans Werk. Jedoch sind brachiale Grausamkeit, stetig hohes Tempo und eine etwas verwaschene Klangqualität auch nicht zwingend das Mittel zum ganz großen Erfolg. Ob das das Ziel der Band ist, weiß ich nicht und deshalb kann man darüber auch noch spekulieren. Der ein oder andere akustische Einwurf, wie ihn der "Einklang" vermuten ließ, würde die Scheibe nochmals aufwerten. Für Die-Hard-Fans des Genres aber auf jeden Fall uneingeschränkt zu empfehlen.

Chris für Lady-Metal.com