Haemoth - In Nomine Odium

Haemoth

Band: Haemoth

Album: In Nomine Odium

Label: Debemur Morti Productions

Release Date: 11.11.2011

Genre: Black Metal

Rezensent: Flo

Tracklist:
01. Odium
02. Slaying The Blind
03. Demonik Omniscience
04. Spiritual Pestilence
05. Disgrace
06. Son Of The Black Light
07. ...And Then Came The Decease - HAEMOTH

Lineup:
Haemoth - Guitar, Bass, Vocals
Syth - Drums

Danke an Debemur Morti Productions für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Nach sage und schreibe ganzen sechs Jahren der Stille, melden sich die Französischen Black Metaller von HAEMOTH  mit "In Nomine Odium" zurück. Im Namen des Hasses, so wie es die Übersetzung aus der Lateinischen Sprache übermittelt, darf man ihr sieben Werke umfassendes Langeisen wahrlich bezeichnen und sich auf eine grenzenlose Orgie der schwarzmetallischen Kunst gefasst machen.

Schon beim mystischen Intro "Odium" bemerkt man, dass die Aufnahmequalität des Albums bewusst gering gehalten wurde, um so zusätzlich die rohe und raue Gangart der Band darzustellen. Mit "Slaying the Blind" geht es schließlich in die Vollen. Ohne Kompromisse und unter Dauerfeuer rattern die Blastbeats durch die Lautsprecher ins Freie. Gitarren- und gesangstechnisch werden dazu keine großen Abwandlungen gemacht. Sie agieren beide in selbiger charakteristischer Machart. Dabei fällt bei den Gitarrenriffs auf, dass die Akkorde überwiegend aufgeteilt sind, nämlich in die Bassanteile und Höhenanteile der Saiten. Dies zieht sich durch das ganze Album und wirkt dabei trotzdem nie langweilig, was der Akkordvielfalt bzw. der allgemeinen Songstruktur zu verdanken ist.

Vorangeschritten zu "Demonik Omniscience" geben mehrere Haltepunkte, wo das Schlagzeug Pause hat, diesem überwiegend pfeilschnellen Song immer wieder neue Spannungsladungen und somit energische Stöße. Ein durch zwei Orgel-Einwürfe ,nach etwa einem Dreiviertel der Spielzeit, getrennter Teil bringt zum Finale des Songs einen schwermütigen Ausklang und sorgt indes für einen weiteren Kontrastbereich im Album. Diesem Bereich zollt ebenso der folgende Song "Spiritual Pestilence" Tribut und schließt sich komplett diesem Muster der Schwergängigkeit an. Des Weiteren experimentieren Haemoth hier mit dissonanten Melodien und eröffnen so eine ganz neue Facette des Albums.

Nach dieser ruhigen Halbzeitpause ist es nun wieder Zeit für einen gnadenlosen Tempoanstieg, verursacht durch "Disgrace" und an vorletzter Stelle "Son Of The Black Light". Diese beiden Songs sollen dienen, den Gesang etwas unter die Lupe zu nehmen und machen die Analyse dieses mit drei beschreibenden Worten recht einfach: rau, gewollt-extrem und kriegerisch!
Beide Songs zeigen zudem auch die Experimentierfreudigkeit der Band auf dem Gitarren- und Bassgriffbrett. Speziell seien hier die hochgezogenen Riffs zu nennen, welche sich unweigerlich als brillante Elemente für schnelle Passagen eignen.

Der letzte Song "...And Then Came The Decease - HAEMOTH" ist mit über neuneinhalb Minuten zugleich der längste des Albums und entfaltet wie bereits sein Vorgänger mit einem verzerrten Gitarren-Intro eine geradezu höllische Atmosphäre, bis der Rhythmus des Schlagzeugs den Hörer mitnimmt auf einen nun sehr tempovariablen Song, dem die Bassdrum einiges an Können und Beweglichkeit abverlangt. Im Fortlauf immer langsamer werdend, interpretiert die Band den schleichenden Tod über alles, und lässt den Song sehr passend wieder in einem wirren Orgel-Outro enden.

Fazit: "In Nomine Odium" wirkt von Anfang bis Ende nur als Gesamtheit, während die Band durch extreme Facetten-Reichheit und Experimentierfreudigkeit überzeugt. Dieses Album ist nicht die gewohnte Schnelligkeit und damit verbundene Schnelllebigkeit einer Scheibe, sondern eine viel unterbewusste, detailreiche Art der schwarzen Musik, was es für den Black Metal und seinen Hörern viel interessanter machen kann.

Flo für Lady-Metal.com