Harpyie

Band: Harpyie

Album: Blindflug

Label: Trollzorn

Release Date: 01.06.2012

Genre: Mittelalterrock

Rezensent: Roba

Tracklist:
01. GEN SIEBENBYRGEN
02. HUNDERTDREYSSIG
03. NIEMAND MEER
04. DIE TANZENDE SCHLANGE
05. BLINDFLUG
06. LUNAS TRAUM
07. HEXE UND HALUNKEN
08. LEGENDEN
09. KÖNIG UND BETTLER
10. IRRLICHTER

Lineup:
Aello die Windboe - Gesang
Mechthild Hexengeige - Geige / Gesang
Garik Sturmbringer - Sackpfeifen / Flöten / Gitarre
Michael von Ullrichstein - Sackpfeifen
Podargo der Schnellfliegende - Gitarre
Gyronimus der Basstard - Bass
Ocypus der Schnellfüßige - Schlagzeug / Gesang

Besten Dank an Trollzorn für das Material

Beurteilung

An dieses Review muss ich mir viel Fingerspitzengefühl herangehen. Ich bin schon lange In Extremo Fan, mag Mittelalterliche Musik sowieso. Doch leider hat für mich eigentlich die Szene wenig zu bieten, leider. Zu viele Bands binden sich an Genregrenzen und wollen wie die Großen klingen. Gerade im Mittelalterrock klingen für mich viele Bands wie In Extremo. Mir ist jedoch bewusst, dass es dieses Phänomen ja in jedem Genre gibt, egal ob Rock, Techno oder auch Black Metal. Wobei letzteres eins der flexibelsten Genre ist, die es derzeit gibt, meiner Meinung nach. Man muss auch nicht immer komplett alles neu erfinden, aber am Ende muss irgendwas Eigenes enthalten sein, sonst verschwindet ein Album schnell im Muß der Mittelmäßigkeit. Ich muss außerdem gestehen, dass mir ein eigenständiges Album, auch wenn es nicht nach meinem Geschmack ist, lieber ist, als 01815 Ware. Also was mit Harpyie anfangen?
Zitat: " HARPYIE sind neu, HARPYIE sind anders und frisch." Ich sage: Ja, nein, nein! Harpyie sind neu , das bestreite ich nicht, möchte das aber nur auf das Alter der Band beziehen. Anders sind sie auf jeden Fall nicht. Bekannte Muster kommen zum Einsatz: Tiefe, rockige Gitarren, Dudelsäcke, Geigen etc pp. das Standardaufgebot einer Mittelalterrockkapelle. In Extremo quasi. Mit einer Ausnahme, dem Gesang. Singt "Das Letzte Einhorn" mit angenehm rauchiger und tiefer Stimme, muss man hier eine dem Leierkasten entnommenen zuhören. Ehrlich, wieso dieser Herr da singt, frag ich mich! Durch den Dudelsack und die Geige hat man schon genug hohes Instrumentengut, da passt so eine Sportfreunde Stiller Leier nicht. Und der Sänger leiert wirklich. Man denkt immer: 'Entweder kanner nicht oder will nicht." Gerade wenn es darum geht, die Tonleiter hoch und runter zusteigen, tut es echt weh. Dieter Bolen hätte seinen Spaß. Die Texte finde ich nebenbei auch sehr plump. Da hilft es auch nicht, irische Volkslieder zu stehlen und diese tolle Melodien quasi zu zerstören.

Fazit: Kurz gesagt: Dies ist ein weiterer gescheiterter Versuch Bands wie In Extremo oder Subway to Sally zu imitieren (warum nicht mal wirklich was eigenes machen?). Musikalisch vielleicht nicht schlecht, aber doch eher langweilig und auch textlich herrscht Tristesse. Und noch mal: Die Stimme geht gar nicht! Echt nicht. "Eine Qual ohne Ende!", wie der Sänger passend im vorletzten Titel singt. Glücklicherweise gibt es einen Stopbutton. Ich hab echt lange nicht mehr eine so schlechte Gesangsleistung gehört.

Roba für Lady-Metal.com