Heidevolk - Velua

Heidevolk

Band: Heidevolk

Album: Velua

Label: Napalm Records

Release Date: 20.03.2015

Genre: Pagan Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:

01. Winter woede
02. Herboren in vlammen
03. Urth
04. De hallen van mijn vaderen
05. De vervloekte jacht
06. Het dwalende licht
07. Drankgelag
08. Velua
09. Een met de storm
10. Richting de wievenbelter
11. In het diepst der nacht
12. Vinland

Lineup:
Mark Splintervuyscht - Vocals
Reamon Bomenbreker - Guitars
Kevin Vruchtbaert - Guitars
Rowan Roodbaert - Bass
Joost den Vellenknotscher - Drums
Lars NachtBraecker - Vocals

Besten Dank an Napalm Records zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

HEIDEVOLK haben sich im neuen Jahrtausend zu einem festen Bestandteil der Pagan- und Folkmetalszene entwickelt. Nun sind die sechs Kelten zurück und haben ihren neuen Output "Velua" im Gepäck. Auch diesmal handelt es sich wieder um ein Konzeptalbum. Zentrales Thema der Songs sind die niederländischen Wälder sowie damit verbundene Sagen und Erzählungen. Der heimatliche Bezug zu den Musikern muss diesmal somit nicht konstruiert werden, sondern liegt auf der Hand.

Im Großen und Ganzen bleiben HEIDEVOLK ihrem Stil weitestgehend treu und liefern musikalisch eine Leistung ab, die sich problemlos mit den bisherigen Werken vergleichen lässt. So lädt "Herboren in vlammen" wieder zum mitsingen ein ("Huh!"), während der Titeltrack "Velua " die Nackenmuskeln der Hörer strapaziert und "Urth" die Feuerzeuge aus der Tasche wandern lässt. Die bekannten Trademarks lassen sich jedoch in jedem Song wieder finden. Die Gitarren spielen eingängige Riffs, die Melodien bewegen sich in epischem Midtepo und der mehrstimmige Gesang verleiht den Kompositionen nach wie vor ihren besonderen Charakter. Alte Fans werden somit sicherlich auf ihre Kosten kommen und brauchen sich nicht davor fürchten, dass ihnen auf ihrem nächsten Feldzug plötzlich die Musik ausgeht (Wer kämpft schon gerne ohne musische Untermalung?).

Soweit befindet sich "Velua" in trockenen Tüchern. Werden die Mannen aus den Niederlanden mit ihrem neuen Album jetzt also sämtliche Grammys abräumen? Dem sprechen zwei Punkte entgegen, die mir an dem neuen Album leider negativ auffallen. So trauen sich die sechs Krieger diesmal keinen einzigen Meter aus ihrem sicheren teutoburger Wald heraus. Stattdessen wird mit genau denselben Bandagen gekämpft, die sich bereits auf den letzten vier Alben erfolgreich zeigten. Prinzipiell gibt es an diesem Vorgehen ja gar nichts auszusetzen. Wer sich auf die Verteidigung bereits erschlossenen Gebietes beschränkt, wird allerdings kaum in der Lage sein, in neue Ländereien vorzudringen. Mein zweiter Kritikpunkt hängt mit diesem Umstand zusammen. Versucht eine Band stets ähnliche Musik zu machen, geht sie das Risiko ein, dass sich ihre Alben miteinander messen lassen müssen. So solide die musikalische Leistung auf "Velua" auch sein mag, den direkten Vergleich mit Werken wie "Uit oude grond" kann es meiner Ansicht nach nur verlieren. Es fehlen einfach Gassenhauer wie "Nehalennia" oder "Vulgaris Magistralis". Vielleicht wäre es doch ratsam, den Schlachtplan um neue Facetten zu erweitern, bevor das nächste Mal zum Angriff geblasen wird.

Fazit:
"Velua" zeigt sich besonders mystisch und über weite Strecken auch ungewohnt düster. Der sinnstiftenden Thematik sind HEIDEVOLK somit durchaus gerecht geworden. Es gibt keinen Ausfall unter den Songs, der das Album künstlich in die Länge ziehen würde. Stattdessen begegnet der Hörer während diesem Waldspaziergang allerlei vergessen geglaubten Wesen und darf immer wieder einen kurzen Blick auf ungewöhnliche Naturschauspiele erhaschen. Leider lassen sich diesmal keine musikalische Experimente finden, wie sie auf "Batavi" vertreten waren. Schade, in der Vergangenheit zeigten die Musiker bereits, dass sie über ein wesentlich umfangreicheres Repertoire verfügen. Vielleicht wird dieses ja bei dem nächsten Album wieder stärker ausgeschöpft.

Hardy für Lady-Metal.com