Helrunar/ Árstídir lífsins - Fragments - A Mythological Excavation

Helrunar & Arstidir lifsins

Bands: Helrunar / Árstídir lífsins

Album: Fragments. A Mythological Excavation

Label: Prophecy Productions / Ván Records

Release Date: 05.07.2013

Genre: Pagan Black Metal

Rezensent: Laura

Tracklist:

01. Helrunar - Wein für Polyphem
02. Árstídir lífsins - Vindsvalarmál

Lineup Helrunar:

Skald Draugir - Vocals
Discordius - Gitarre, Vocals
Alsvartr - Schlagzeug, Bass

Lineup Árstídir lífsins:
Georg - Vocals
Stefán - Gitarren, Bass, Vocals, Chor
Sveinn - Effekte, Keyboard
Árni - Schlagzeug, Viola, Vocals, Chor

Besten Dank an Prophecy Productions für das Material!

Beurteilung

Meeresrauschen und eine singende Sirene laden ein zum „Wein für Polyphem“. Helrunar haben damit ihre angestammte mythologische Heimat verlassen und begeben sich mit ihrem Bezug zu Homers Odysseus zum Ursprung europäischer Hochkultur. Erzählt wird, wie Odyseus in die Fänge des Zyklopen Polyphem gerät und wie er ihm mit Hilfe von starkem Wein wieder entkommen kann.

Tiefer Männergesang singt ritisch im Chor, bevor eine Akustikgitarre einsetzt, die bald in wütende Riffs und Screams übergehen.

Es ist ein typisches Helrunar-Lied mit Tempi- und Riffwechseln, die Konzeption ist detailgetreu und trotz der 15 Minuten Liedlänge wird es zu keiner Zeit langweilig.

Die unterschiedlichen Gitarrenparts bekommen Zeit, ihre Wirkung zu entfalten, bevor es im Text weiter geht, und mit jedem Textstück wandelt sich der Charakter des Liedes. Verbindendes Element bleibt dabei der Männerchor, der refrainartig wiederkehrt.

Endlich geht die Reise weiter auf dem Meer, begleitet von dem Gesang der Sirene.


Das Meeresthema wird bei Arstidir Lifsins beibehalten, das schnell von Streichern ausgestaltet wird. Auch hier folgt die Akustikgitarre, und ein Mann erzählt nordische Mythologie. Auch hier folgen Riffs und Screams – das Konzept der beiden Bands ist also ähnlich. Und doch ist der Klang ein völlig anderes.

Als auch hier das Tempo herausgenommen wird, taucht ein Männerchor mit einem erhabenen Sprechgesang auf, dem mit Screams geantwortet werden.

Aber noch stärker wird der Metal herausgenommen, nur Schlagzeug, Akustikgitarre und Streicher tragen zeitweise weiter, und das anfängliche Prinzip beginnt erneut.

Nach diesem Part führt ein Flüstern in den neuen Teil ein, wieder begleitet von Streichern und Akustikgitarre, die bedrängend monoton spielen. Die Stimmen werden kräftiger, und diesmal geschieht ein Wechsel. Der Metalpart wird hinausgezögert, wobei der Sprechgesang allmählich intensiver wird. Auch hier bedeutet die Länge der Elemente eine Intensivierung der Effekte.

Doch wider Erwarten löst der Sprechgesang keinen neuerlichen Metalpart aus, sondern mündet in Ruhe, ausgestaltet von einer Gitarre, Meeresrauschen und Streichern. Abschließende Worte werden gesprochen, dem Windesrauschen folgen wiederum ruhige Streicher, die in einem Crescendo enden.

 

Fazit: Für eine mythologische Vereinigung haben sich Helrunar und Arstidir Lifsins und hinter ihnen Prophecy Productions und Ván Records hier zu einer Split zusammengetan, die die Gemeinsamkeiten der beiden Bands zu einer Einheit schmolz.

Beide Titel sind sehr gut komponiert und produziert. Durch die vielen Abwechslungen sind die Titel keinesfalls langatmig, sondern hinreißend. Die Split im Charakter düster und stolz, eine Metalscheibe voller Eleganz.

Laura für Lady-Metal.de