Imperious - Tales Of Woe - The Journey Of Odysseus - Part I: From Ilion To Hades

Lady_Metal

Band: Imperious

Album: Tales Of Woe - The Journey Of Odysseus - Part I: From Ilion To Hades

Label: Eigenproduktion

Release Date: 16.05.2015

Genre: Epic Metal

Rezensent: Flo

Tracklist:
01. At The Shores Of Ilion
02. To Abjure Temptation
03. At The Cave Of Polyphemus
04. The Sharpened Pale
05. Insidious Winds
06. At The Bay Of Telepylos
07. The Feasting Of The Laestrygonians
08. Celestial Tunes Of Moral Fraud
09. At The Realm Of Hades
10. Where Cimmerian Darkness Dwells

Lineup:
Sertorius - Vocals, Bass
Iluaar - Guitars
Kalmesh - Guitars


Vielen Dank an Steve (Sertorius) für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Die Bayreuther IMPERIOUS hatten vor gut vier Jahren ihr Debut-Album "Varus" veröffentlicht. Nach einer langen kreativen Phase liegt heute sein Nachfolger vor, das den Titel "Tales Of Woe - The Journey Of Odysseus - Part I: From Ilion To Hades" trägt. Daran lässt sich erahnen, dass es sich um ein Konzeptalbum handelt, welches offenbar bald um einen zweiten Teil erweitert wird. Damals hatten die Herren um Frontmann Sertorius noch einen schwarzmetallischen Einschlag in ihren Songs. Nunmehr gibt es die Epische Musik, welche von den Fahrten des Odysseus handelt, in ihrer Reinstform. Lasset die Spiele beginnen!

Orchestral geht es zur Sache, denn mit "At The Shores Of Ilion" wird der Zuhörer erst einmal in die geschichtliche Thematik eingeleitet. Eine musikalisch umrahmte kleine Vorstellung der Person Odysseus sozusagen. Mit "To Abjure Temptation" geht es dann richtig in die Vollen, mehr als man von IMPERIOUS erwartet hätte. Deshalb darf man auch bereits hier anfügen, dass es sich im Vergleich zum Vorgänger "Varus" um eine merkbare Steigerung handelt. Der Sound wirkt etwas klarer, energiegeladener und die Rhythmen teils schneller. Dabei versprüht das träge Finale eine nahezu theatralische Wirkung, gefolgt vom Zwischenspiel "At The Cave Of Polyphemus", welches ein reines Akustik-Gitarren-Stück ist. Diese kurze Ruhephase bringt Kontrast ins Programm.

"The Sharpened Pale" und "Insidious Winds" küren eine nächste ausgiebige Runde. Während Ersterer überwiegend mit strikt-rollender Double-Bass aufwartet und sich so zu einem Headbang-Song entwickelt, wird beim Zweiten eher auf eine gesunde Kombination aus verschiedenen Epik-Stilmitteln gesetzt. Sei es weiblicher wie männlicher Klargesang, ein geshredderter Melodie-Part oder das klassische Gitarren-Solo - hier bleibt kein Auge trocken.

Dazu gesellen sich im kommenden Zwischenteil wiederum Melodien mit synthetischen Klängen, die den ein oder anderen ruhigen Moment aufwerten. Das zweite Stück "The Feasting Of The Laestrygonians" ist nun von weitaus mehr Instrumentalisierung und Groove geprägt. Allerdings bleiben IMPERIOUS ihrer Linie treu und gestalten die kurzen Songs erstens mit fließenden Übergängen und ohne Gesang, maximal mit Sprachsequenzen. Für die Haupt-Erzählungen der Odysseen fungieren also ausschließlich die Songs nach den kurzen Zwischenteilen.

So auch "Celestial Tunes Of Moral Fraud" an nächster Stelle, mit welchem sich die Band in Blastbeat-Gefilde wagt. Auch diese Rhythmen machen sich im Epic Metal von IMPERIOUS gut, denn hierauf wurde offensichtlich großer Wert und Augenmerk gelegt: Die Kombinationen aus Melodiestrukturen und Schlagzeug passen durchwegs zu 100 Prozent zusammen und ergänzen sich zu einem hochwertigen Bild.

Kommen wir auch schon zur Ankunft am Reich des Hades ("At The Realm Of Hades") und dem darauf folgenden "Where Cimmerian Darkness Dwells", dem Finale des ersten "Tales Of Woe"-Teils. Damit liefert die Band nochmals einen bodenständigen Midtempo-Song der überlangen Klasse ab und lässt zugleich die Vorfreude auf den hoffentlich bald erscheinenden zweiten Teil steigen. Hier heißt es auf jeden Fall: Dran bleiben!

Fazit: IMPERIOUS sind wieder da! Und das mit einer Urgewalt, die sich gewaschen hat. Zugute kommt den Herren, dass sie einen noch authentischer wirkenden Stil eingeschlagen haben. Besonders spannend sind dabei die Erzählungen und das Konzept des Albums. Für Historik- und Epik-Fans eine ganz klare Empfehlung. Aber auch Freunde des Melodischen Death und Black können hier guten Gewissens ein Ohr riskieren. Das obige "Dran bleiben!" war natürlich auch an Euch Leser gerichtet, denn wie bereits erwähnt kommt von "Tales Of Woe - The Journey Of Odysseus" noch ein zweites Kapitel.

Flo für Lady-Metal.com