Imperious - Varus

Imperious

Band: Imperious

Album:
Varus

Label: Heretic Visions

Release Date:
23.04.2011

Genre:
Epic Black Metal

Rezensent:
Chris

Tracklist:
01. Prologue
02. Publius Qunctilius Varus
03. Arminius
04. Segestes' Charge
05. 3 Legions March
06. The Battle Of The Teutoburg Forest
07. 9 a.d., Autumn
08. Quinctili Vare, Legiones Redde

Lineup:
Sertorius - Bass & Vocals
Kalmesh - Guitars
Iluaar - Guitars
Linchre - Drums

Danke an Imperious für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Als Epic Black Metal wird das beschrieben, was die Oberfranken von IMPERIOUS auf ihrem Debüt "Varus" darbieten. Textlich behandelt man die Geschichte des Varus, inklusive der Schlacht im Teutoburger Wald. So kann man auch sagen, dass textlich durchaus mit Pagan-Elementen geliebäugelt wird. Die CD kommt in einem schicken A5-DVD-Case daher und weist ganze 70 Minuten Spielzeit auf.

Nach der Einleitung "Prologue" wird einem schon mit dem knapp achtminütigen Stück "Publius Quntilius Varus" die atmosphärische Fülle dieser Scheibe bewusst. Die ganze Palette der Stimmungen zwischen Melancholie, Hass, Trauer und Wut führt einem quasi vor Augen wie es die römischen Soldaten damals empfunden haben mögen, als sie in die Schlacht zogen. Beim Hören drängt sich mir unweigerlich der Vergleich zu Ex Deo auf. Auch hier waren ja die Stimmen zur Veröffentlichung zwei geteilt, da Metal mit Hintergrund wohl für viele zu schwer verdaulich ist. Daher werden Fans von Trendmetal oder oberflächlichen Mode-Kapellen ihre Probleme haben, da diese Scheibe durchaus nicht einfach zu erfassen ist.

Zwischen ruhigen Passagen befinden sich immer wieder ausgeprägte Wutausbrüche zwischen Heavy und Thrash Metal. Dazu gesellen sich ausgeprägte Soli, von denen sich manch andere Untergrund-Kapelle eine Scheibe abschneiden könnte, die aber niemals mit einem Nervtötungs-Faktor a la DragonForce aus den Boxen schallen. Technisch gehen die Musiker auch durchaus hochkarätig ans Werk. Wenn man noch bedenkt, dass der Drummer acht Jahre zuvor keine Sticks mehr in der Hand gehalten hat, wirkt es durchaus noch ordentlicher. Auch der Sänger liefert mit gesprochenen, ruhigen Passagen und gar hasserfüllten Growls eine akzeptable Arbeit.

FAZIT: Qualitativ ist für ein Debüt alles anständig produziert. Schließlich wird es gerade für Neulinge immer schwerer in der Szene Fuß zu fassen. Für mich ist klar eine Liebe zum Metal als solches seitens der Band hörbar. Und genau das ist der Antrieb, der diese Platte doch zu einem kleinen Highlight macht. Es klingt authentisch und frei von einer "Wir sind die geilsten!"-Attitüde. Genau dies macht die Bayreuther von IMPERIOUS sympathisch. Im Gesamtbild ergibt das alles ein Album mit vielen Facetten, die entdeckt werden möchten und ein nebenbei hören nicht wirklich möglich machen. Mit dieser Scheibe muss man sich beschäftigen, wie es wohl die Musiker selbst auch getan haben. Natürlich ist da bezüglich der Abwechslung noch Luft nach oben, doch mit diesem Debüt könnte für historisch interessierte Metal-Fans ein guter Grundstein gelegt sein.

Chris für Lady-Metal.com