Imperium Dekadenz - Meadows of Nostalgia

lady-metal.com

Band: Imperium Dekadenz

Album: Meadows of Nostalgia

Label: Season of Mist

Release Date:
15.03.2013

Genre: Black Metal

Rezensent: Chris

Tracklist:
01. Durch das Tor...
02. Brigobannis
03. Aue der Nostalgie
04. Ave Danuvi
05. Memoria
06. Aura Silvae
07. Der Unweg
08. Striga
09. Tränen des Bacchus

Lineup:
Horaz - Vocals, E-Guitar, Synthesizer
Vespasian - Drums, E-Guitar, Acoustic Guitar, Bass, Synthesizer

Danke an Season of Mist für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Welches Genre liegt näher als Black Metal, wenn zwei Musiker aus dem Schwarzwald sich zusammen tun? Richtig, keines. Klangen die beiden ersten Alben doch noch relativ roh, konnte man schon beim 2010er Werk "Procella Vadens" erkennen, wohin die Reise dieses Duos gehen soll. Schwarzes Metall gepaart mit viel Depression und Atmosphäre ist das Konzept von IMPERIUM DEKADENZ.

Mit dem vierten Studioalbum "Meadows of Nostalgia" hat man sich jetzt erstmals einen englischen Titel zugelegt. Das Intro "Durch das Tor..." begleitet einen auf akustische Weise in das Land der nostalgischen Auen, bevor sich das besagte am Ende des Stücks auch auditiv zu öffnen vermag. Mit "Brigobannis" betritt man dann wild und ungestüm dieses Universum aus längst vergangenen Tagen. Pure Nostalgie eben. Die Gitarre sägen direkt los und das Schlagzeug poltert durch die Gehörgänge, dass es eine wahre Freude ist. Schon hier bemerke ich, was genau diese Formation schon auf dem Vorgänger schon so spannend gemacht hat. Ausgefeilte Riffings und Melodieverläufe, unerwarte Tempiwechsel und die Fähigkeit Black Metal Vocals so vorzutragen, dass auch die Texte verständlich und nachzuvollziehen sind. "Aue der Nostalgie" ist der Titelsong des Werks und mit 10 Minuten das längste Stück der Platte. Und spätestens hier sollte nun wirklich jedem klar sein, dass dieses Album kein bloßes Gedresche ist. Diese zwei Herren machen sich Gedanken über ihr musikalisches Erbe. Vielschichtig, druckvoll und mit emotionaler Imbrunst wird dieser Song vorgetragen, der schon jetzt für mich zu einem der besten Stücke dieses Jahres zählt. Über "Ave Danuvi" (mit choralen Einschüben) geht es zum akustischen Zwischenpart "Memoria". Dieser hätte gerne etwas länger ausfallen können, haben mir diese Interludes doch auf dem Vorgänger sehr gut gefallen. Es folgen "Aura Silvae" und "Der Unweg". Der Protagonist ist mittlerweile am Ende seiner Kräfte und blickt in Demut auf sein Leben zurück, dass ihm viele positive, aber auch negative Erlebnisse gebracht hat. "Striga" bündelt noch mal alle Kräfte von IMPERIUM DEKADENZ, bevor mit "Tränen des Bacchus" das Ende eines Lebens und leider auch dieses Albums eingeläutet wird.

Das Artwork zeigt einen bärtigen, in die Jahre gekommenen Mann mit Hut. Im Hintergrund zeichnet sich ein wolkenverhangener Himmel ab, aus dem ein Bergmassiv hervorragt. In dessen Vordergrund ragen einige Tannen aus der Erde (wohl eine Hommage an die Heimat des Duos). Passend zur nostalgischen Thematik des Albums ist das Cover in Sepia gehalten. Das gesamte Kunstwerk unterstreicht sehr gut die Atmosphäre des Klangbildes dieser Formation und, vor allem, die Geschichte dieses Albums.

Fazit: Horaz und Vespasian klingen auf diesem Release, im Vergleich zu den Vorgängern, ansatzweise ziemlich beschwingt-fröhlich. Das bringt eine neue Intensität in die Landschaften, die der Klang von IMPERIUM DEKADENZ zu zeichnen vermag. Doch natürlich kommt der depressive und hoffnungslose Charakter auch dieses Mal nicht zu kurz. Insgesamt muss man sagen, dass sie ihre musikalischen Fähigkeiten, vor allem durch die Produktion, um ein vielfaches besser zur Geltung bringen können. Vor allem die Vocals haben an Qualität immens zugelegt. Es bleibt zu sagen, dass "Meadows of Nostalgia" nach dem starken "Procella Vadens" der richtige Schritt und ein fortführendes Meisterwerk ist, dass nicht nur einmal Gänsehaut beschert. 2013 wird im deutschsprachigen Black Metal schon früh von einem Werk aus Baden-Würrttemberg dominiert. Und das ganz ohne Schwarwälder Schinken oder Bollenhut.

Chris für Lady-Metal.com