Inexistenz - Erfundene Welten

lady-metal.com

Band: Inexistenz

Album: Erfundene Welten

Label: Naturmacht Productions

Release Date: 25.02.2013

Genre: Depressive Black Metal

Rezensent: Chris

Tracklist:
01. Verloren in der Neer
02. Erfundene Welten
03. Erkenntnis
04. Mitternachts Gedanken
05. Zu misslingen bestimmt
06. Belanglos

Lineup:
B. - Everything

Danke an Naturmacht Productions für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

INEXISTENZ - ein slowenisches Ein-Mann-Projekt, dass sich seit 2010 dem depressiven Black Metal verschrieben hat. Im Gründungsjahr erschien auch gleich die erste Demo mit dem Titel "Lebensweg", die mir bis dahin schon einige Freude bereitet hat. Jetzt ist das Projekt bei Naturmacht Productions gelandet, was ja schon mal sehr vielversprechend ist. Gerade deshalb, weil das Label für derartige Musik im Untergrund-Bereich mittlerweile durchaus prädestiniert ist.

So kommt dieses Debüt also mit sechs Stücken, komplett deutschen Titeln und knappen 36 Minuten Spielzeit daher. Das Cover-Artwork wurde (ist es Tradition?) von Mark Thompson gestaltet, der genau dafür wirklich ein Händchen hat. Triste Landschaften, die es vermögen Schönheit und Verderben zur gleichen Zeit auszustrahlen. Musikalisch wird hier nicht mir irgendwelchen neumodernen Drumcomputern oder ähnlichem Quatsch gearbeitet. Das hier ist echte Handarbeit und dafür wirklich zu loben. Auch wenn der Gesang, wie in diesem Genre üblich, nur mit großer Anstrengung oder meist gar nicht zu verstehen ist, erzählen die einzelnen Stücke Geschichten, in die sich der Hörer begeben kann. Hierfür sind vor allem das ausgefeilte Riffing, durchdachte Melodieläufe und eine Menge Atmosphäre verantwortlich. Und nicht zuletzt ist mit Black Metal der depressiven Sorte auch immer Emotion verbunden, die man auch deutlich spürt. Es ist Verzweiflung, es ist Hass, es ist Wut. Doch zwischen diesen ganzen Negativ-Attacken sprüht auch immer wieder der Funke Hoffnung durch, der dir sagt, dass doch alles einmal besser wird. Dieser manifestiert sich vor allem in akustischen Gitarrenpassagen, die mit leicht Ambient-angehauchten Klängen vermengt werden.

Die CD erscheint in ihrer Erstauflage in gerade einmal 300 Exemplaren. Also wer Interesse an dieser Musik hat, kann sich hier ein echtes Schätzchen in den Schrank stellen.

Fazit: INEXISTENZ erschafft ein Werk zwischen Verzweiflung und Mut, dass den Hörer in eine verstörte Welt führt, die der realen absolut nicht fern ist. Interessant ist jedoch die Tatsache, dass ein slowenischer Musiker seine gesamten Texte in deutscher Sprache verfasst. Die Demo hat also nicht zu viel versprochen und, um hier den Promotext zu zitieren, "Erfundene Welten" zeigt die Wahrnehmung des Lebens, der Existenz und die innere Hässlichkeit der Menschheit. Und auch wenn es vielleicht abwegig klingen mag, kann man sich zu diesem Soundkonstrukt zurücklehnen und die mitreißende Emotionalität genießen.

Chris für Lady-Metal.com