Irdorath - Dekonstrukteur des Fleisches

Bandname

Band: Irdorath

Album: Dekonstrukteur des Fleisches

Label: Massacre Records

Release Date: 29.01.2012

Genre: Black Metal

Rezensent: Hellania


Trackliste:
01. Dekonstrukteur des Fleisches
02. Freitodzwang
03. Blindheit
04. Unter flammenden Laternen
05. Stummheit
06. Fleischgeword´ner Abgott                                                                                                                                                                                                                 
07. Bald ersäuft die Menschenbrut
08. Das stolze Tier
09. Spiegelscherben
10. Taubheit

Lineup:
Markus Leitner - Guitar & Vocals
Manuel Eschenauer -  Guitar
Mario Jackisch - Bass
Thomas Leitner – Drums

Ich bedanke mich bei Massacre Records, die dieses Album zur Verfügung gestellt haben.

Beurteilung

Österreich bietet nicht nur Tourismus und Sacher Sorte, sondern auch harte Musik. IRDORATH haben sich dem düsteren Black Metal verschrieben und entern seit 2005 die Bühnen. Die Band genießt bereits einen ausgezeichneten Ruf und genau das war auch der Grund, warum Massacre Records die Truppe unter Vertrag nahm. Das neue Album „Dekonstrukteur des Fleisches“ ist ihr neuestes Werk und soll an die alten Erfolge anknüpfen.

Musikalisch bewegen sich die Österreicher im melodischen Black Metal Bereich, der aber zeitweise durch aggressives Spiel ersetzt wird. So entsteht eine Kombination von harten, lauten Abschnitten bis hin zu weichen Passagen, die eher in Pagan Richtung gehen. Dennoch ist das gesamte Album keinesfalls soft, sondern brilliert durch exzessive Texte, die von Tod, Schmerz und Tötungen handeln. Das Hauptaugenmerk wird auf die Lyriks gelegt, da der Anteil sehr hoch ist in den Songs ist und je nach Message Betonung findet. Ein Beispiel hierfür ist „Freitod“, in dem der Refrain extremer hervorgehoben wird. Die Wortwahl ist auch eher roh und ohne Firlefanz.
Das illustre Gitarrenspiel wirkt zudem locker und spannungsreich, da auch die Saiteninstrumente andere Tonlagen spielen und vom Grundton etwas höher angesetzt sind. Montonie herrscht nur im kleinen Rahmen, da IRDORATH sehr auf Abwechslung bauen und dem Hörer ein gutes Klangerlebnis bieten wollen. Natürlich weisen ihre Tracks Wiedererkennungswert auf, denn die instrumentale Seite hat identische Aufbauten und zudem hat Sänger Markus eine unverkennbare Intonation und spielt mit seiner Stimme. Wenige Soundeffekte halten Einzug, die auf eher als Intro im Titel „Dekonstruktion des Fleisches“ benutzt werden. Die Mischung der Österreicher ist fantastisch, denn einerseits klingen sie sehr melodisch, mit wechselnden Tempi und auf der andere Seite brachial und aggressiv. Das Schlagzeug hämmert die Doublebase durch die Boxen, bewegt sich aber oft im Hintergrund. Die variablen Anfänge halten den Hörer bei der Stange und man hört sich das Album in voller Länge an.  
Kleine Soli, wie beispielsweise bei „Stummheit“ finden ebenso Platz und zeigen die Virtuosität der Musiker. Man spielt nicht nur stupiden Black Metal, den es sowieso schon zigfach auf dem Markt gibt, sondern geht ideenreich ans Werk und bringt neuen Wind hinein.

Fazit: IRDORATH sind keine Band, die den Hörer langweilen will mit ödem Spiel und Monotonie. Ihre Vielseitigkeit macht sich im Gesamtwerk bemerkbar, auch wenn die Strukturen häufig identisch sind. Wie oben angemerkt, sind hier die Texte die ausschlaggebende Komponente, die gewaltig und roh erscheint. Die Österreicher verzichten auf schöne Umschreibungen, sondern verpacken ihre Themen in ein aggressives Gewand. Die melodische Untermalung des Pagan vermischt sich mit typischen Merkmalen des Black Metal, wie wiederholendes Riffing und hartem Tempo, aber klingt zugleich auch weich und strukturierter. Ein gelungenes Album ist „Dekonstruktion des Fleisches“ allemal und jeder Liebhaber der härteren Gangart sollte sich diese Scheibe nicht entgehen lassen!