Iskald - Nedom Og Nord

Lady_Metal

Band: Iskald

Album: Nedom Og Nord

Label:
Indie Recordings

Release Date: 13.01.2014

Genre: Melodic Black Metal

Rezensent:
Flo

Tracklist:
01. A Fading Horizon
02. Underworldly
03. Iskald
04. The Silence
05. Nidingsdåd
06. Nedom og Nord

Lineup:
Simon Larsen - Gitarre,Bass,Gesang
Aage Krekling – Schlagzeug
Ben Hansen - Live Gitarre
Kenneth Henriksen - Live Bass

Vielen Dank an Indie Recordings für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Mit "Nedom og Nord" sind ISKALD eine der ersten norwegischen Bands im Jahr 2014 mit einem neuen Album. Simon Larsen und Aage Krekling gründeten die Gruppe 2005. Bereits ein Jahr später veröffentlichten sie ihre EP "Northern Twilight" selbst in einer auf 400 Stück limitierten Auflage. Erst danach kam der bemerkenswerte Schritt ihrer noch relativ jungen Geschichte. Es wurde ein Deal mit Indie Recordings geschlossen und schließlich seit 2007 insgesamt 4, einschließlich dem hier vorliegenden neuen, Langwerke beim selben Label herausgebracht.

So lassen wir also nun den melodischen Black Metal der Scheibe auf die Ohren los. Ohne Intro, sondern als sich aufbauende Liedstruktur mit halb harmonischer und halb dissonanter Tonfolge wechseln sich zwei Gitarren ab, ehe schließlich die Gemeinsamkeit seinen Lauf nimmt. Schnell breitet sich eine geradezu fesselnde Stimmung aus, zumal Riffs auch rhythmisch immer zweiseitig beleuchtet werden. Viel Kontrast bewirkt dabei die Mischung zwischen einerseits Double-Bass-Gewitter bzw. Blastbeats und andererseits innovativ akzentuierten Midtempo-Parts.

Würzt man die norwegische Ästhetik mit einem Schuss Einfallsreichtum, bekommt man "Underworldly" heraus. Neben der nun deutlich ausgeprägten Melodik kann man auch noch eine weitere Attitüde feststellen, nämlich eine fesselnde. So fesselnd, dass der Song endlos erscheint, was nicht zuletzt durch viele verschiedene Teile mit jeweils eigenem Charakter erreicht wird. Nahezu acht Minuten Feingefühl in vollendeter Form.

Einen Track, der den Namen der Band selbst trägt. Aber erst nach so vielen Alben bzw. so vielen Jahren seit Gründung, was haben sich ISKALD dabei gedacht?
Was wie eine Hymne beginnt, holt auf einmal zum Rundumschlag aus, um dem Hörer mit einem Messer in den Rücken zu fallen und der schwarzmetallischen Gewalt wieder freien Lauf zu lassen. Aber das zieht sich von nun an nicht durch den Song. Vielmehr findet man sich wieder zurück in der ersten Phase und wird episch zum Ende begleitet.
Sodann zeugt "The Silence" als Nächstes hingegen überhaupt nicht von Ruhe. Stattdessen pumpen ISKALD Blut in ihre orchestrale und symphonische Adern, und das ohne synthetische Sounds. Schnell kristallisiert sich der Song, mitsamt weniger aggressiver Passagen, als melodischer Ohrwurm heraus.

Nach dem eher dissonanten Stück "Nidingsdåd", folgt zum Ausklang des Albums noch der Titeltrack dazu und damit begibt man sich als Hörer zu einem "Ausflug in den Norden", nämlich mit fast zehneinhalb Minuten den Längsten des aktuellen Langwerks. Und damit führen die vier Norweger ein sehr kontrastreiches Lied an, das als Quintessenz noch einmal alle ihre stilistischen Grenzen auskostet und vor allem zum Finale hin in der gewohnten Atmosphäre mündet.

Fazit:
Wahrhaft ein "Ausflug in den Norden". ISKALD schaffen es mit jedem Ton und jedem Takt ihres Albums ein Stück norwegische Landschaft im Gedächtnis des Hörers zu hinterlassen und zu verankern. Sei es die Kälte des Winters, die sich als harscher Part mit harten und gänzlich unharmonischen Klängen durchsetzt, oder die sommerliche Wärme, die sich als epische und oft auch hymnische Melodie verbreitet. Und damit darf man "Nedom Og Nord" ganz klar an alle Fans und Freunde dieses Stils - nochmal angefügt: Melodic Black Metal mit sehr ausgeprägter Vielfältigkeit in alle Richtungen - empfehlen.

Flo für Lady-Metal.com