Ivenberg - Wunden

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Band: Ivenberg

Album: Wunden

Label: Trollzorn Records

Release Date: 13.05.2011

Genre: Modern Viking Metal

Rezensent: Chris

Tracklist:
01. Wunden
02. Parasit
03. Kalter Engel
04. Mein Traum
05. Der Anfang
06. Amen
07. Liebliche Stille
08. Menscheitsalptraum
09. Traurige neue Welt
10. Es geht weiter
11. Auch sie werden sterben
12. Bis in den Tod

Lineup:
Morsan - Vocals, Guitars
Sarkaz - Guitars
Herre Svart - Bass
Besegra - Drums

Danke an Trollzorn Records für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Im Jahr 2001 enstand die Gruppe aus dem bayerischen Coburg unter den Gründungsmitgliedern Morsan und Sarkaz. Benannt wurde sie nach dem Heimatstadtteil Einberg, der im Jahre 1622 noch als Ivenberg in den Geschichtsbüchern geführt wird. Nach einigen Wechseln im Lineup und einer Kreativpause brachten sie, laut der Band-Homepage, einen ganz neuen Stil hervor: Modern Viking Metal.

So abgedroschen diese Bezeichnung auch klingen mag, kann man sie durchaus als richtig betiteln. Weg von alten Schemata und Attitüden mischen die Musiker Black Metal, Death Metal und Thrash-Anleihen mit Viking- bzw. Pagan-Thematik zu einem interessanten Mix.

Dieser wird auch auf der neuen Veröffentlichung "Wunden" konsequent weitergeführt. Nach den ersten beiden, eher schwachen Stücken gibt es mit "Kalter Engel" und "Mein Traum" gleich zwei musikalisch hochwertige Kracher hintereinander. Beim Interlude "Der Anfang" neigt der Hörer zu leichter Vestörtheit, wenn sich Maschinengewehr-Salven holpernd über die Musik legen, bevor es sich ins monumentale "Amen" ergießt.

Textlich ist "Traurige neue Welt" wohl der stärkste Song der neuen Platte. Der Protagonist des Stückes kämpft mit letzter Kraft gegen seine Umwelt an, um mit dem finalen Suizid die Erlösung zu finden. Diese Stelle ist mit einem infernalischen Lachen hinterlegt, dass einem Schauer über den Rücken treibt.

Laut Homepage behandelt Morsan in den 12 Songs seinen Frust über die Menschheit und die Engstirnigkeit des Einzelnen. Dabei ist es durchaus interessant zu beobachten, wie manche Möchtegern-Schreiberlinge sich schockiert über Worte "Scheiße!" oder "Arschloch!" entrüsten, die jede amerikanische Trend-Band noch weitaus häufiger durch die Boxen krakeelt. Aber hier wird das plötzlich auf deutsch gesungen und dabei verbietet Mutti doch so böse Schimpfworte. Aber das nur am Rande. Kommen wir zum...

FAZIT: Ivenberg ist direkt und ehrlich. Ivenberg ist kompromisslos. Aber vor allem hört man den Songs mit ihren Texten und Melodieläufen die künstlerische Kreativität, das Gift und Selbstvertrauen an. Beim ersten Hören mag das alles noch nicht überirdisch greifbar sein, aber die Scheibe hat Wachstumspotential. Ivenberg gehen ihren Weg ohne Grenzen und der Verschmelzung verschiedenster Einflüsse mit einer respektablen Leistung weiter. Dies ist Extrem-Metal in einer reinen Form, der Genre-Fanatiker wohl Gift und Galle spucken lassen wird. Wenn auf diesem Level weiter gearbeitet wird, können die Bayern sich einen wohlverdienten Platz in ihrer ganz eigenen Nische erarbeiten.

Chris für Lady-Metal.com