Johnny Flesh & The Redneck Zombies - ... This Is Hellbilly Music!

Band: Johnny Flesh & The Redneck Zombies

Album: ... This Is Hellbilly Music!

Label: Wolverine Records

Release Date: 01.06.2012

Genre: Hillbilly Metal

Rezensent: Laura

Tracklist:
01. Welcome To The Show
02. Lovely Moonlight
03. Broadway of Dixie
04. Drinkin' From Dusk Till Dawn
05. Cast Out The Devil
06. Frankensteins Hot Rod
07. Count Draculas Bloody Boogie
08. Trailer Park Queen
09. BBQ at Pleasant Valley
10. Interlude (Route 666)
11. Oh Corona
12. Good Ol' Times
13. The Braineaters
14. Rippers Blues
15. Thanks For Coming Out

Lineup:

Johnny Flesh - Vocals, Guitar, Cigar Box Guitar
General D. Saster - Guitar
Billy Ray Virus - Bass
Tom Stone - Drums

Vielen Dank an Wolverine Records für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Frauenschreie und Männerlachen führen in das ein, was nun kommt: Hellbilly Music. Die Erfindung eines neuen Genres mit der Gründung einer neuen Band scheint immer etwas übertrieben. Die Jungs von Johnny Flesh & The Redneck Zombies haben sich entschieden, sich dem Hellbilly zuzuordnen. Was soll das nun sein? Die Gruppe klingt stellenweise stark nach Volbeat, hat aber genügend eigene Ideen, teilweise sind sie härter, teilweise punkiger. Vom Rockabilly unterscheiden sie sich entscheidend dadurch, dass sie keinen Kontra- sondern e-Bass nutzen. Das lässt die ganze Sache mehr nach Hard Rock bis Metal klingen. Thematisch allerdings passen sie perfekt in das Rockabilly Genre, es geht ums Trinken, Menschen töten, aber auch um die Liebe.
Die Riffs sind von ziemlich cooler Rock bis hin zu Metal, Schlagzeug ebenso. Diese Band mixt einfach alle Stile, die ihr über den Weg gekommen sind. Das beste Beispiel hierfür ist Roadway of Dixie, das erst hymnisch mit seiner Leadgitarre startet, um dann nach Hard Rock zu klingen. Besser würde es passen, wenn der Sänger entsprechend rotzig klingen würde. Es wird immerhin versucht, dies duch Backgroundgrowls herzustellen. Die Bridge wiederum nutzt eine bluesige Gitarre, um dann mit erst Midtempo, dann schneller gespieltem und Screams Energie aufzubauen. Der Refrain wird dann durchgesungen, bis die hymnische Gitarre vom Anfang nochmal starten darf und dann mit einem Solo das Lied zu beenden.
Was auffällt und teilweise auch die Atmosphäre der Lieder kaputt macht, ist die Stimme des Sängers. Sie klingt auf fast jedem Lied gleich, die Refrains sind nicht mittragend genug, es klingt wie eine junge Version von Volbeat. Auf manchen Titeln deutet sich an, dass Live viel mehr Power dahinter stecken kann - da kann man nur wünschen, dass es in den folgenden Alben gelingen wird, diese auch entsprechend einzufangen.
Musikalisch hingegen ist der Mix der Genre auf jeden Fall erfrischend und macht beim Hören auch Spaß. Die beschriebenen Abwechslungen ziehen sich durch das Album durch, auffällig ist die Energie und Kraft, die die Musiker haben. Überladen ist dabei aber kein Stück, es sind funktionierende Kompositionen.
Lieblingsstücke, weil sie alles in allem gut klingen (ohne Ranking): Cast of the Devil: Die Stimme des Sängers passt, die Gitarren werden während der Strophen weggelassen, sodass der Refrain umso kräftiger wirkt. Das Stück würde ich auch nicht dem Rockabilly zuordnen, es ist schlicht ein Rock Song. Trailer Park Queen: Es ist ein Titel, das so richtig an Western erinnert, ein midtempo-Liebeslied. Es klingt klagend, aber gleichzeitig auch groovig. Ripper´s Blues: weil man auf so einer Scheibe kein elektronisches Piepen als Beginn erwarten würde, weil die Strophen an Johnny Cash erinnern, sowohl Gesang als auch Gitarren. Weil das Lachen in Kombination mit Mundharmonika und Frauenkreisch schon fast witzig ist.
Erwähnenswert auf jeden Fall auch das Interlude, das mit dem richtigen Blues dafür sorgt, dass man sich selbst mit Lederstiefeln und Cowboyhut dasitzen sieht.
Der Refrain von Braineaters ist musikalisch ziemlich geil, (wie immer) ruhig gesungen, mit Double Bass drunter gelegt. Ob diese gesungene Melancholie aber zum Text passt, nun, solche Kontraste lassen ja Interpretationsspielräume offen.
Das Album verabschiedet sich mit Jahrmarktmusik, von einem fiesen Lachen begleitet.

Fazit: Johnny Flesh & The Redneck Zombies zeigen, dass das Rockabilly - Genre beliebig erweitert werden kann. Das Album ist durchaus hörbar, auch wenn im Falle des Sängers wahrscheinlich zukünftige Alben besser werden. Wen das nicht so stört: die Lieder an sich rocken richtig. Und die neue Genrebezeichnung, die ist angesichts des Mix´ doch vertretbar.